Hörgeschädigt aber trotzdem pilot?

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3 Antworten

Hallo,

habe die Frage erst jetzt gelesen, aber es gibt doch immer noch etwas Interessantes zu entdecken:

Für die Bundeswehr gelten z. B. folgende wichtigen Grenzwerte für das fliegende Personal:

  • Sehleistung ohne Brille mindestens 50 Prozent auf jedem Auge

  • Sehleistung mit Brille mindestens 100 Prozent auf jedem Auge

  • Zulässige Gläserstärken für jedes Glas: sph – 1,00 dpt; sph + 2,00 dpt; cyl + 1,00 dpt

  • Keine Einschränkungen bei Farbsehen, räumlichem Sehen und Gesichtsfeld

Kontaktlinsen waren bis 2011 nicht erlaubt. Da müsstest Du mal beim FMI nachfragen, ob das immer noch so ist. Eine Laser-OP wird dagegen akzeptiert (bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen).

Aber mit einem Hörgerät wird es nichts. Die JAR-FCL 3, die europaweit geltende Vorschrift für die Flugmedizin, sagt für Verkehrspiloten (mal als Anhaltspunkt):

"JAR-FCL 3.235 - Anforderungen an das Hörvermögen

(a) Das Hörvermögen muss bei allen Untersuchungen geprüft werden. Bewerber müssen die Umgangssprache in einer Entfernung von 2m mit dem Rücken zum flugmedizinischen Sachverständigen korrekt verstehen. Dabei ist jedes Ohr einzeln zu prüfen.

(b) Bei Erstuntersuchung, bei nachfolgenden Verlängerungs- oder Erneuerungs- untersuchungen alle 5 Jahre bis zum vollendeten 40. Lebensjahr und danach alle 2 Jahre, muss das Hörvermögen durch eine Reintonaudiometrie geprüft werden (siehe Anhang 16 (1) zu den Abschnitten B und C).

(c) Der auf jedem Ohr einzeln gemessene Hörverlust darf bei den Frequenzen 500Hz, 1000Hz und 2000Hz 35dB und bei der Frequenz 3000Hz 50dB nicht überschreiten."

Die Bw erwartet für 2012 1.600 Bewerber für den fliegerischen Dienst, davon stellt sie aktuell 59 ein, und das für alle Teilstreitkräfte! Und nur rund 2 % aller geeigneten Bewerber schaffen es ins Cockpit eines Kampfjets, also von den 59 vielleicht 2 bis 3. Warum also sollten sie Dich nehmen? Da Du schon zwei Schwächen hast, ist der Job für Dich gestorben.

Das wird keiner schaffen stell dir vor du wirst angenommen und beim fliegen fällt deine Brille oder dein Hörgerät runter. Was machst du dann. Man kann sich schlecht bücken.

Turbofighter 16.10.2012, 15:45

okay danke aber wenn ich kontaktlinsen hätte und unterm helm kann des hörgerät ja net runterfallen

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Birne56 17.10.2012, 15:52

Ich kenne genügend Piloten bei der Bundeswehr, die mit Brille geflogen sind. Das ist überhaupt kein Problem. Man sollte bloß nicht allzu blind sein. Aber die Brille per se ist gar kein Problem.

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Anton96 24.10.2012, 23:06
@Birne56

Das Hörgerät ist aber ein wirkliches Problem oder hast du auch Piloten bei der Bundeswehr mit Hörgerät gesehen? Im übrigen hängt das mit der Brille von dem genauen Sehfehler ab.

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Theoretisch würde das vielleicht funktionieren. Praktisch gibt es keinen Grund, einen Hör- und Sehbehinderten einzustellen.

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