Hölle im Islam für Nicht-Muslime?

26 Antworten

Ich sehe in der Höllen-Vorstellung vorwiegend Gesinnungsgründe.

Für die Germanen war die Höllen-Vorstellung nicht mit Feuer, sondern mit Kälte, Nässe und Sumpf verbunden aufgrund der vorgegebenen Lebensbedingungen. In südlichen Ländern und im afrikanischen Raum spielt natürlich Hitze und Wassermangel eine große Rolle im ganz normalen Leben, so daß dies auch Vorstellungen über eine Hölle vorgeben kann.

Religiöse Inhalte prägen nicht nur Jenseits-Vorstellungen, sondern vorrangig auch Gesinnungen während des Diesseits.

Wer es aus Überzeugungsgründen den Gedanken für unerträglich hält, daß bestimmte Menschen (z. B. alle Frauen) selbstbestimmend sind, der wird zwangsläufig die Lebensart ganz anders denkender Menschen schon fast als eine Art Vorhölle empfinden und damit auch viele Teile ihrer Lebensart.

Wenn solche ganz anderen Lebensarten den eigenen Zielen im Wege stehen, dann ergibt es sich, daß auch Haß und Rachegedanken aufkommen, die dann in die Vorstellung einer Hölle hineinprojiziert werden.

Die Vorstellung von bestimmten Eigenschaften einer Hölle ist deshalb nur das Gemisch von blind Geglaubtem und Anteilen eigener niederer Wesensart.

Der Gedanke bzw. die Beschäftigung mit dem Gedanken, daß Hölle nur ein endlos lange anhaltender Zustand im Diesseits sein könnte für solche Menschen, die auf eine Weise in einen Irrglauben verfallen sind, die es unmöglich macht, jemals die Irrtümer einsehen zu können, liegt nach meiner (allerdings eingeschränkten) Erfahrung allen Religionen überaus fern.

Vorstellungen über einen Himmel dürften meiner Ansicht nach ihre Ursachen sinnentsprechend haben.

Unter Gesamtwürdigung meiner Ansichten (die nicht die Ansichten anderer sein müssen) komme ich zu dem Schluß, daß es so betrachtet durchaus sein kann, daß das, was der eine sich als Hölle vorstellt, für einen anderen durchaus auch den Himmel bedeuten könnte (zumindest einzelne Details).

Warum aber jemand etwas Bestimmtes glaubt oder auch nicht glaubt, ist nicht gut ortbar, weil man sowohl Richtiges als auch Irriges glauben kann und sowohl Richtiges als auch Irriges eine Bedingung sein kann, um etwas anderes glauben oder nicht glauben zu können.

Es ist ein Kennzeichen monotheistischer Religionen (egal ob Christentum, Judentum oder Islam), sich von anderen abzugrenzen, sie als "Ungläubige" im Diesseits abzuwerten und im Jenseits mit Strafe zu bedrohen.

Dadurch läßt sich dann auch rechtfertigen, diese "Ungläubigen" - notfalls mit Gewalt - bekehren zu müssen und bei Widerstand sogar töten zu dürfen.

Diese Strategie dient vor allem als Machtinstrument.

Der Islam ist in dieser Hinsicht besonders perfide, da er sich nicht nur gegen "Ungläubige" richtet, sondern sogar gläubige Muslime durch eine Vielzahl an Verboten ständig reglementiert.

Ich hoffe Du verstehst ein wenig was ich meine!

Nicht Gott hat den Menschen nach seinem Bild erschaffen, sondern umgekehrt ist es der Fall. Der Mensch hat Gott nach seinem Bild erschaffen.

Während der ganzen theologischen Vergangenheit ist uns von religiösen Lehrern versichert worden, dass wir, wenn wir bestimmte Riten verrichten, bestimmte Gebete oder Mantras wiederholen, uns gewissen Normen anpassen, unsere Wünsche unterdrücken, unsere Gedanken kontrollieren, unsere Leidenschaften sublimieren, unsere Triebe eindämmen und uns sexueller Ausschweifungen enthalten, dass wir - wenn Geist und Körper ausreichend gefoltert sind - dann etwas jenseits dieses bedeutungslosen Lebens finden werden. 

Und das haben Millionen sogenannter religiöser Menschen Jahrhunderte hindurch getan, entweder in der Abgeschiedenheit, indem sie in die Wüste oder in die Berge oder in eine Höhle gingen oder mit der Bettelschale von Dorf zu Dorf wanderten oder sich in einem Kloster als Gruppe zusammenfanden und ihren Geist zwangen, sich einem festgelegten Vorbild anzupassen. 

Aber ein gequälter Mensch mit einem zerbrochenen Geist, ein Mensch, der diesem ganzen Tumult zu entrinnen trachtet, der der äußeren Welt entsagt hat und durch Disziplin und Anpassung abgestumpft wurde, solch ein Mensch, wie lange er auch suchen mag, wird nur finden, was seinem irregeleiteten Geist entspricht.

Was möchtest Du wissen?