Höchstdauer für Promotion/Dissertation bei Beschäftigung an der gleichen Universität?

... komplette Frage anzeigen

2 Antworten

Für die Promotion hast du prinzipiell so lange Zeit, wie du willst. Dafür gibt es keine Grenzen, außer, dass dein/e Doktorvater/-mutter vielleicht irgendwann abspringt.

Wenn du eine Promotionsstelle als Wissenschaftlicher Mitarbeiter hast, dann ist diese auf sechs Jahre begrenzt und kann nach der Promotion noch 6 Jahre weitergehen. Dann stünde die Entfristung an, was aber immer weniger Unis tatsächlich machen.

Auf einer Drittmittelstelle sieht die Sache anders aus. Da können beliebig viele befristete Arbeitsverhätnisse eingegangen werden. Das Problem hierbei ist allerdings, dass viele Unis keine Folgeverträge mehr eingehen und dass die Zeit, die du auf Drittmittelstellen gesessen hast, angerechnet wird, wenn du in eine haushaltsfinanzierte Stelle übergehst.

Also: Wenn du auf einer Drittmittelstelle sitzt und "nebenbei" deine Promotion machst, ist der einzige limitierende Faktor die Finanzierungsdauer der jeweiligen Stelle. An der Promotion kannst du in dem Fall bis zum Sankt-Nimmerleinstag rumbasteln.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Grido
23.11.2015, 14:16

Vielen Dank für die Antwort, Ansegisel. Also wenn mein Vertrag nun noch 5 Jahre geht, könnte ich mich auch erst in 3 Jahren für eine Promotion einschreiben und dann 10 Jahre lang promivieren, richtig? Konkret: Meine Beschäftigung wird nicht auf die Promotionszeit angerechnet, richtig?

0

bezahlt wird nicht "die Diss", sondern Arbeitszeit mit vereinbartem Arbeitsinhalt (während der auch am Dissthema gearbeitet werden kann)

befristet ist daher nicht die Diss sondern die (bezahlte) Arbeitszeit

wenn die betreuenden Professoren allerdings (offiziell oder inoffiziell) sagen, dass sie nach 6 Jahren nicht mehr betreuen bzw. die Diss ablehnen (werden) dann nützt auch ein Gesetz nichts weil sie eben eine andere Begründung gebrauchen werden, die dann wieder gesetzeskonform ist ...

üblicherweise hat es nur Sinn, sich auf eine Diss einzulassen, wenn der Hauptprof (oder der Zweitbetreuer) sich sagen "ja den will ich als Doktor haben" und ev. "den will ich als Assistent oder potentiellen Nachfolger im Institut haben" UND von dem sich die 2 Leutchen erwarten, dass ihr Ruf steigt und nicht fällt 

die Diss sollte zu diesem Zweck nicht zu viel Unsinn enthalten (ein klein wenig ist ratsam, damit Korrekturspielraum verbleibt, und weil in Hierarchien es meist "notwendig" ist, später bei Bedarf "abgeschossen" werden zu können, wenn man nicht mehr genehm ist) 

aber

andererseits auch nicht beim flüchtigen Durchlesen sofort durchschaubar sein, weil sonst "trivial" krakeelt wird und der Ruf des Instituts "leidet"

ansonsten wird die Fertigstellung nach mehr als 2-3 Jahren einfach immer unwahrscheinlicher, weil niemand einen "alten Doktor" oder gar "Privatdozenten" bei anschliessender Habilitation ohne Planposten haben will

(ev. 4-5 Jahren für eine Diss, wenn dann "schwieriges Thema" oder starke Instrumenten-Abhängigkeit behauptet werden kann; auf Geld über einen Planposten hinaus zu schauen, rentiert sich vor Promotion keinesfalls und danach jedenfalls nicht mit hoher Sicherheit)

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?