Hochzeit katholisch evangelisch, geschieden nicht möglich

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9 Antworten

Die Ehe ist in der kath. Kirche ein Sakrament und unauflöslich. Die Gültigkeit der Ehe ist nur dann gegeben, wenn sie auch kath.-kirchlich geschlossen wurde. Wer also als Katholik schon einmal gültig verheiratet war, kann nach einer evtll weltlichen Scheidung nicht noch einmal gültig heiraten - es sei denn, es gäbe einen Grund zur Annullierung.

In der ev. Kirche ist die Ehe kein Sakrament und deshalb reicht zur Gültigkeit für ev. Christen schon die standesamtliche Trauung. Die ev. Trauung ist nur eine Segnung des Brautpaares, die aber keine Bedingung für die Gültigkeit ist. Für die kath. Kirche gelten solche Ehen, die nicht sakramental geschlossen werden, als sog. "Naturehen". Das heißt, sie erkennt bei diesen Ehen die standesamtliche Gültigkeit an.** Deshalb kann ein Katholik keinen ev. Christen gültig heiraten, wenn dieser schon einmal standesamtlich verheiratet war. **

Wenn der erste Ehepartner konfessionslos war, erkennt die kath. Kirche ebenso die Naturehe und damit die standesamtliche Trauung an. In diesem Fall kann es aber die Möglichkeit der Annullierung geben. Wenn die Ehe zwischen Getauftem und Ungetauftem geschlossen wurde, kann es ein Eheauflösungsverfahren geben, dies allerdings nur unter bestimmten Bedingungen und nur durch den Hl. Vater in Rom.

Solche Verfahren, die im Auftrag des zuständigen katholischen Bischofs auch vom Offizialat bearbeitet werden können, aber jedenfalls in Rom entschieden werden, dauern im Durchschnitt insgesamt etwa ein Jahr. Die Kosten entstehen durch den aufwändigen Arbeitsaufwand, der mit dem Überprüfungsverfahren verbunden ist.

Super Antwort, dafür gibt ein verdientes Daumen hoch!!!

Nur als Anmerkung ich habe mal gehört dass bei der kath. Kirche die ehe Später annulliert werden kann, wem irgendwelche Vorraussetzungen nicht da waren. Das kommt wohl öfters vor und braucht keinen weg zum Papst.

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@FrannyFranny

Die Eheannullierungsverfahren werden in der Regel vom zuständigen bischöflichen Ordinariat bearbeitet und nicht vom Papst. Jeder kann ein solches Verfahren anstreben und einleiten. Nur in zwei Fällen geht die Sache lt. Kirchenrecht über Rom: a) wenn die Ehe nicht vollzogen wurde b) Eheauflösungsverfahren im Falle der Ehe mit einem Ungetauften

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@Raubkatze45

@raubkatze45: Religiöse Fanatiker, egal welcher Religion, sollte es im 21. Jahrhundert des 3. Jahrtausends nicht mehr geben. Diese Fanatiker die solche Regeln praktizieren leben auch noch nach dem Alten Katechismus: Auge um Auge, Zahn um Zahn.

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also bei mir und meinem Mann musste es auch erst bischoeflich geprueft werden. Allerdings sind wir beide katholisch, er war aber vorher schonmal standesamtlich verheiratet und seine Ex ist evangelisch (also etwas anders als bei Dir).

Die kathlolische Kirche erkennt eine standesamtliche Ehe nicht als Ehe an. Die evangelische Kirche aber schon. Daher war Deine Frau nach evangelischer Kirche bereits verheiratet und geschieden und somit ist es wohl auch fuer die kaothlische Kirche ein Problem (zumindest wurde es uns so erklaert).

Nichts desto trotz mussten auch wir alle Unterlagen erst mal zur Pruefung an den Bischof schicken (bzw der Pfarrer hat das alles zur Pruefung vorgelegt) und dort wurde dann entschieden, dass wir sehr wohl heiraten duerfen. Kirchlich UND katholisch. Also vielleicht solltet ihr notfalls direkt mal beim bischoeflichen Amt nachfragen, wenn der Pfarrer sich da quer stellt?

Ansonsten vielleicht mal bei der evangelischen Kirche anfragen und notfalls evangelisch heiraten. Denn die wiederum stoert es meines Wissens nicht, wenn sie schonmal geschieden ist.

Man muss sich zuerst einmal den Gesetzen des Landes unterordnen in dem man lebt. Das bedeutet eine Ehe ist staatlich anerkannt, wenn man diese auf einem Standesamt rechtsgültig und einvernehmlich eingeht. Und somit ist sie dann auch vor Gott geschlossen. Wir sollen uns als Christen der Obrigkeit unterordnen. Man kann sich kirchlich segnen lassen, aber eine Kirche/Gemeinde kann keine rechtgültige Ehe veranlassen oder auch scheiden. Geschieden wird sie gerichtlich vor dem Familiengericht. Ob man dann nochmals heiraten darf (biblisch) ist eine andere Frage. Das kommt immer auf die persönliche Situation und die Hintergründe an. Wer sich nur scheiden lässt, weil er keine Lust mehr auf Ehe hat oder einen anderen Partner "besser" findet (als Christ) hat dazu keine biblische Berechtigung. Anders wäre es, wenn ein Partner fremd geht (die Ehe bricht), unversöhnlich ist, einen anderen Partner hat. Dann ist Scheidung und Wiederverheiratung auch biblisch möglich. Eine biblische Scheidung impliziert immer auch die Möglichkeit der Neuverheiratung. Sonst wäre das unsinnig. Eine Ehe wird also vor Staat und Gott durch das Standesamt gültig. Die Kirche gibt nur ihren Segen, aber den kann man auch ohne Kirche bekommen. Als Christ sollte man aber auch wert darauf legen, daß man seine Ehe bewusst vor Gott eingeht (sofern möglich) und sich entsprechend jemanden sucht, der um Gottes Segen bittet. Eine Ehe zwischen Gläubigen und Ungläubigen lehnt die Bibel allerdings ab.

der Fragesteller ist katholisch und nicht freikirchlich. Für ihn gelten deshalb die Regeln der katholischen Kirche, wonach die Ehe unauflöslich und ein Sakrament ist. Demnach ist seine Ehe nur kirchlich geschlossen gültig. Bei den ev. Christen ist die Ehe nicht sakramental und deshalb auch standesamtlich gültig. Ich gehe davon aus, dass dem Fragesteller eine gültige Ehe wichtig ist, die durch eine standesamtliche Trauung auch dann nicht gültig wird, wenn ev. Christen dies so sehen wollen.

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@Raubkatze45

Ich habe versucht auf Basis der Bibel zu antworten. Wem der Glaube in seiner Ehe wichtig ist (was wunderbar ist) darf sich gerade in komplizierten Fragen/Umständen auch an die Bibel halten. Mit freikirchlich hat das nichts zu tun. Seine Freundin ist ja nicht katholisch.

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Es ist ein Irrtum zu meinen, eine standesamtliche Ehe gelte überhaupt nicht. Wie du an den Antworten ersehen kannst, ist bei vielen gerade die standesamtliche Ehe die alles Entscheidende...

Ja, das Offizialat hat Recht: der Ehemann ist bereits verheiratet, und da die Kirche Zweitehen nicht mitmacht, ist keine Eheschließung möglich. Die einzige Ausnahme wäre, den Papst anzugehen.

Oi, das habe ich jetzt noch nie gehört dass die so einen Aufstand machen :o. Aber ich dachte auch dass es bei unterscheidlichen Konfessionen sowieso schwieriger ist. Mh wie stehts mit einer ökumenischen Trauung oder wenn ihr gleich evangelisch heiratet - die sind in sowas immer toleranter.

Übrigens schon lustig, dass es nach einer wohlgemerkt standesamtlichen Hochzeit angeblich nicht mehr gehen soll kirchlich zu heiaten, dies aber mit diesem Dispenz dann doch irgendwie geht. das ist doch abzocke und klingt für mich so wie der Verkauf von Ablassbriefen kopfschüttel.

Die unterschiedlichen Konfessionen sind hier nicht entscheidend. Das Problem ist, das der EXMANN konfessionslos ist! Verstehe ich auch nicht!

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das habe ich noch nie gehört. normalerweise ist es doch so, wenn man einmal katholisch verhheiratet war, kann man kein 2. mal katholisch heiraten, weil die katholische kirche die 1. ehe immer noch als existent betrachtet. aber ihr könnt nicht katholisch heiraten, weil der exmann konfessionslos ist?? das bestärkt mich nur in meiner meinung über die katholische kirche.. aber gut. ihr könntet natürlich evangelisch heiraten. da sollte es nicht solche probleme geben.

Es kann nicht katholisch geheiratet werden, weil schon eine 1. Ehe bestanden hat und die kath. Kirche auch bei Andersgläubigen die standesamtliche Trauung anerkennt (Naturehe). Nur das ist der Grund !

Die Konfessionslosigkeit des Exmannes macht lediglich ein Eheauflösungsverfahren möglich, damit bei Erfolg dann katholisch geheiratet werden könnte. Das geht bei Ehen zwischen Christen und Ungetauften unter bestimmten Bedingungen. Allerdings liegt die Entscheidung bei Rom und nicht beim Ordinariat in solchen Fällen.

Ein Katholik könnte natürlich evangelisch heiraten, aber er wäre vor Gott und Kirche nicht gültig verheiratet und auch nicht sakramental, was wohl nicht im Sinne des Fragestellers wäre.

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@Raubkatze45

ok, danke für die antwort. trotzdem finde ich das alles etwas merkwürdig. nur standesamtliche hochzeit wird bei den katholiken nicht als gültig angesehn, aber bei "anders gläubigen" ist es plötzlich gültig? und dann noch die begründung, dass es nicht geht weil der exmann konfessionslos ist.. dann liegt es doch eher daran, dass sie schon verheiratet war..

den letzten absatz, kann ich aber nicht so stehen lassen. vor der (evangelischen) kirche, ist eine evangelische trauung sehr wohl gültig und vor gott auch. katholiken und protestanten sind nunmal beides christen und glauben damit an gott ;-)

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Kümmere Dich nicht um Kirche und Religion. Heirate auf dem Standesamt und gut ist.

Dann heirate doch einfach evangelisch. Das hat außerdem noch den Vorteil, dass es nicht so aufwändig, also billiger ist.

Und - mal ehrlich - die Kirche sagt doch: "Es gibt nur einen Gott". Also muss das doch bei beiden "Abteilungen" der Gleiche sein und daher auch der eheliche Segen der Gleiche, oder ?

Warum und inwiefern sollte es ind er evangelischen Kirche billiger sein? In der katholischen kostet es 0,-€.

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@moreblack

Es gibt einen Gott, der in Christus auch nur eine Kirche gegründet hat. Doch dir wird nicht entgangen sein, dass es seit der Reformation auch ev. Kirchen gibt. In beiden Kirchen gibt es viele Unterschiede und einer davon ist die Auffassung von der Ehe. Bei kath. Christen ist sie ein Sakrament und unauflöslich deshalb ist auch keine Wiederheirat möglich und zur Gültigkeit gehört die kath.-kirchliche Trauung. Bei ev. Christen ist sie kein Sakrament und ein weltlich Ding lt. Luther und das Standesamt reicht aus. Der Fragesteller möchte gültig vor Gott heiraten, das geht nur kath.-kirchlich und nicht evangelisch.

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Und - mal ehrlich - die Kirche sagt doch: "Es gibt nur einen Gott". Also muss das doch bei beiden "Abteilungen" der Gleiche sein und daher auch der eheliche Segen der Gleiche, oder ?

Muss es, falls beide "Abteilungen" den Willen Gottes richtig verstehen. Aber vielleicht liegt ja eine daneben (oder im schlimmsten Fall beide, und richtig liegt noch eine andere "Abteilung"), und dann sind eben Unterschiede möglich.

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Eine erneute kirchliche Heirat ist nach einer Scheidung nicht mehr möglich. Das verstößt gegen die biblischen Gesetze.

Es hat doch garkeine kirchlioche Hochzeit stattgefunden.

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@SuicideSquad

Es hat doch garkeine kirchlioche Hochzeit stattgefunden.

Die Bibel unterscheidet nicht zwischen kirchlichen und weltlichen Hochzeiten. Das macht nur die römische Kirche.

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Wegen Ehebruch ist auch biblisch eine Scheidung und Wiederverheiratung möglich. Mit Kirche hat das weniger zu tun.

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