Hochzeit der Germanen

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Ich weiß nur das die Frau, nach der Hochtzeit, den Schlüssel bekam und mit vielen Gebeten in das neue Haus eintrat. Zum beispiel betten sie vor den Herd ... Außerdem waren sie mit 12 volljährig, also denke ich das sie in diesen Alter geheiratet haben.

Über die Germanen was zu sagen, ist sehr schwer. Die Völker, die als Germanen bezeichnet werden (Nordgermanen, Südgermanen, Angelsachsen ...), waren über ein sehr großes Gebiet gelebt und hatten weniger gemein als Schwaben und Esten. Schriftliche Selbstzeugnisse der Germanen besitzen wir (nach römischer Zählung) erst seit der Mittleren und Späten Kaiserzeit, vorher gab es nur Fremdbeschreibungen von Griechen und Römern, die, vorsichtig gesagt, sehr viel Stuss erzählt haben. Die archäologischen Zeugnisse bedürfen der Interpretation, die in Ermangelung schriftlicher Zeugnisse oft sehr vage ist. Die Summe des Übels ist Tacitus' Germania, der nie in "Germanien" war. Dazu gibt es ein sehr schönes Buch von Christopher Krebs, Ein gefährliches Buch. Die Germania" des Tacitus und die Erfindung der Deutschen. Caesars Germanenexkurs ist noch viel übler, angefangen von den umfallenden Wunderelchen (http://www.alces-alces.com/amusantes/kurioses/caesar/caesar.htm). Mittlerweile gibt es ja eine große Zahl "neuheidnischer" Religionsgemeinschaften, die sich auf angebliche urgermanische Institutionen berufen, welche aber durchweg willkürliche Erfindungen sind (Kürzlich war ich bei einem Vortrag einer Soziologin, die die Kulte der "Neugermanen" in einem jahrelangen Forschungsprojekt untersucht.).

Kurzum, über kaiserzeitliche Germanen wissen wir weniger als über Kelten, die zwar näher am römischen Reich lebten aber meist nach "Barbarenschemata" beschrieben wurden (Kelten stammen vom Kyklops und der Nymphe Galateia ab [Galater/keltoi<Galateia] ... Dazu hielt Erich Kistler kürzlich einen Vortrag mit vielen bunten Bildern, zu dem bedauerlicherweise keiner von den lokalen Nationalisten ["nationalbefr... Zone"] kam, die man bei dieser Gelegenheit vollkommen hätte zerlegen können). Manchmal haben die Griechen und Römer auch andere Folien, um vor diesem Hintergrund das bisschen Wissen, was sie von irgendwelchen Germanen zwischen Schweden und Böhmen/Mähren gehört hatten, zu erklären.

In der Spätantike wird die Quellenlage besser, aber das ist ja nicht Dein Thema.

Kurzum, Du wirst im Internet viel finden, aber wenn es mit neuheidnischen Kulten verbunden ist, kannst Du es gleich ins Klo werfen, andere Seiten sind nur vertrauenswürdig, wenn sie Quellen angeben. Quellen wie Edda und Snorri Sturlusson sind allerdings sehr viel später.

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