Hochbegabung - warum macht das Thema so viele Leute so aggressiv?

16 Antworten

Ich wollte nur mal sagen, dass diese Aggressionen dazu geführt haben, dass wir den Kindergarten gewechselt haben und meine Tochter einen Freund verloren hat. Seine Mutter hat über uns Sachen erzählt und Gerüchte verbreitet, ungefähr auf dem Niveau, dass wir unsere Kinder misshandeln würden. Das konnte ich natürlich noch nicht ahnen, als ich diese Frage gestellt habe, aber so tief können manche Menschen sinken. Ich habe ihr gegenüber das Wort Hochbegabung nie ausgesprochen, aber meine Tochter hat wohl auf der Geburtstagskarte von ihrem Sohn so einige Sachen geschrieben, einzelne Wörter, seinen Namen, ihren Namen usw. Seitdem hat die Mutter mich nur noch geschnitten und dann kam es zum Eklat. Da ich ja mit meiner Tochter schon zur Ergotherapie und zum Turnen gehe, habe ich keinen weiteren Kurstermin für sie. Und so behauptete sie, dass meine Tochter die ganze Zeit wohl zuhause schreiben üben muss und nie an die frische Luft kommt. Außerdem würde sie im Kindergarten immer andere Kinder grundlos ins Gesicht schlagen, was sie wohl zuhause so gelernt hat. Der Kindergarten konnte das auf keinen Fall so bestätigen, es war also gelogen. Der Chef von meinem Mann hat sein Kind im selben Kindergarten und solche Gerüchte verbreiten sich wie ein Lauffeuer. Wir haben das nicht mehr ausgehalten und mit Nachdruck einen Platz gesucht und dann auch bekommen.

Andere Eltern sehen die Probleme deines Kindes immer als ein Erziehungsproblem an, nie als etwas anderes. Ob dein Kind nun hochbegabt ist oder nicht - das Wissen darum hilft nicht ihre Schwierigkeiten im Umgang mit anderen Kindern zu lösen. Ich nehme mal an das es ihr im Kindergarten langweilig ist und sie mit gleichaltrigen und deren Spielen nichts anfangen kann, das nehmen andere Eltern persönlich und empfinden dieses Kind als anders und wenn dann evtl. noch die Bemerkung kommt, "Unser Kind ist halt hochbegabt und da ist es normal das sie diese Schwierigkeiten hat."; da sind die anderen Eltern gekränkt, weil sie dann empfinden, das du damit ihre Kinder in deiner Wertung herunterstufst. Und sie sehen darin keine Lösung der Situation dieses Kindes im Gruppengeschehen, sondern eine Festschreibung dieses Zustandes und das macht sie aggressiv. Unter Umständen darf dieses Kind auch mehr als ihres ( schon Sachen machen, die erst die Vorschulkinder dürfen)und bekommt mehr Zuwendung durch die Erzieherin als ihr Kind - auch das macht die Elternseite aggressiv. Ich hoffe , ich habe nicht zu verworren geschrieben und die Antwort kann dir helfen zu verstehen, wie andere Eltern die Situation bewerten und wie sie sich fühlen.

Ich renne ja nicht im Kindergarten rum und erzähle jedem, der es nicht hören will, dass mein Kind hochbegabt ist. Aber es gab eine Situation, wo sie auf ein Bild ihren Namen geschrieben hat, krakelig, aber lesbar. Da kam eine Mutter an und wollte wissen, wie ich das geschafft hätte. Ich habe ihr das aber nicht beigebracht, sondern sie hat es sich selbst von den großen Kinder im Kindergarten abgeschaut. Und dann kam gleich wieder dieser Spruch:"Sie hat doch noch Zeit bis zur Schule!" Ich meine, was soll das? Soll ich meiner Tochter jetzt das Schreiben verbieten, weil es laut Plan noch nicht dran ist? Natürlich sagt sie auch jetzt schon, dass sie auch in die Schule möchte, weil ihre Spielkameradinnen jetzt in die Schule kommen. Das ist doch normal, dass sie mit denen mitgehen möchte. Und andere Eltern kriegen das mit und labern mich voll, dass wir mit der vorzeitigen Einschulung vorsichtig sein sollten und was sie alles noch für Defizite hat und dass das dann ganz schwer für sie wird. Dabei haben wir nie gesagt, dass wir sie vorzeitig einschulen lassen wollen. Meine Tochter weiß glaube ich noch gar nicht so genau, was Schule ist. Sie möchte nur mit ihren Mädels mitgehen, das ist alles.

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Weil ich genügend Kinder kenne, die clever sind, deren Eltern aber genauso reagieren, wie Ihr oder "DerDiabetiker" es macht. Es ist einfach zu viel des Guten! Ihr schadet damit Euren Kindern! Es braucht keinen Verein für Hochbegabte oder ähnliches. Ich habe mal für so einen Verein gearbeitet und würde es aus guten Gründen nicht mehr machen. Meiner Ansicht nach ist das dümmste, was man einem intelligenten Kind antun kann, es in einen speziellen Verein zu schicken, es testen zu lassen oder sonst außergewöhnlich zu behandeln.

Ja, aber willst du machen? Willst du den Erzieherinnen oder den Eltern die Intelligenz eines Kindes einschätzen lassen? Dadurch werden doch einige Kinder überschätzt bzw. unterschätzt und landen dann in der Psychotherapie, weil sie sich nicht anpassen können, und entwickeln psychosomatische Krankheiten, für die niemals eine Ursache gefunden wird. Du kannst mir sagen, was du willst, aber die Kinder merken das selber, dass sie irgendwie anders sind. Wenn man als Eltern die Augen verschließt, dann lässt man sie damit allein. Das ist so meine Sorge, vor allem weil ich sie leider falsch eingeschätzt habe.

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