Hochbegabt, extrem schüchtern und einsam - was tun?

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6 Antworten

Hey!
Mir fällt auf, dass du stark deine intellektuellen Fähigkeiten betonst und sie teilweise auch als Grund anführst, wieso du sozialen Erfolg haben müsstest. Leider ist es häufig so, dass diese Merkmale in sozialen Gruppen gar nicht ausschlaggebend dafür sind, ob eine Person beliebt wird, sondern Faktoren wie z.B. eine bereits hohe Angesehenheit bei anderen, dominantes, modisch angepasstes Verhalten und auch ein Anführerverhalten.

Besonders Schüchternheit und Zurückhaltung kann bei Gleichaltrigen oft zu Unbeliebtheit oder Vernachlässigung kommen, was Lehrern und Eltern oft unverständlich ist, weil sie es genau gegenteilig einstufen würden.

Was hast du denn in deiner Therapie für ein Entstehungsmodell ausgearbeitet und was für Lösungsstrategien?

Ich vermute, dass du dich auch eher mit den Leuten verstehen würdest, die sich gedanklich auf einem ähnlichen Niveau befinden. Gibt es solche Menschen in deinem Umfeld und wie kommst du mit ihnen klar? Bzw - wie könntest du sie erreichen?

Vll hast du bei allem, also auch beim sozialen immer eine sehr rationale Vorgehensweise und versuchst zu kalkulieren was und wie du etwas sagst. Aber ich weiss es nicht. Jedenfalls ist das sehr hinderlich und man kommt auf keinen grünen Zweig und umso mehr man meint zum sozialen dazugelernt zu haben desto mehr Probleme kommen wieder auf, aber man kann es sich nicht erklären warum es nicht funktioniert.
Frag dich. Die ganzen "Normalen" Menschen bekommen das doch auch hin mit sozialen Kontakten nur ich nicht, warum?
Vll ist deine Grundlegende Herangehensweise an dieses Thema schon falsch aber du siehst es nicht und probierst immer die selben Methoden im Kern und sie scheinen nur unterschiedlich entspringen aber der selben Quelle.Guck dir Filme an wo Freunde miteinander reden und halt interagieren (im echten Leben ist es ja ähnlich) machst du es genauso oder ähnlich oder hast du eine ganz andere herangehensweise? Ich finde man kann viel lernen von Filmen bei solchen Themen.
Die grösster Hürde ist Vll das "viele darüber nachdenken" meiner Meinung das grösster Hinderniss beim knüpfen sozialen Kontakte.
LG ich hoffe ich konnte helfen

Wie sieht es denn genau aus, unterhältst du dich überhaupt nicht mit deinen Klassenkameraden oder schaffst du es nicht, mehr als nur Smalltalk mit ihnen zu führen? Und falls du dich mit ihnen unterhältst, hast du denn auch gemeinsame Themen, wie z.B. gemeinsame Fernsehserien, Fußball, Musik o.ä.?

Ich denke, dass du lange kein Einzelfall bist; es ist bekannt, dass viele Hochbegabte darunter leiden, sich nicht richtig in die Gesellschaft eingliedern zu können, weil das eigene Denken sich in einer Art auf das Verhalten auswirkt, die nicht mit den gesetzten Maßstäben der Normalbegabten übereinstimmen. Das ist aber gar nicht schlimm. Ich wäre froh darüber, hochbegabt zu sein, weil es einem so viele Möglichkeiten eröffnet, wenn man sich intellektuell auslebt. Versuch, dir Gleichgesinnte zu suchen. Die werden dich verstehen und du wirst lernen, offner zu werden und merken, dass du nicht alleine mit deinen Problemen bist und im Nachhinein eventuell auch keine Therapie mehr brauchst. Außerdem, bleib so wie du bist, schlaue Menschen braucht man, damit die Welt sich weiterentwickelt. :)

depressivekunst 01.07.2017, 20:50

die wenigstens hochbegabten Menschen sind so "besonders" viele leben ein ganz normales Leben. alles andere sind eher Ausnahmen.

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anxiousCardrive 01.07.2017, 21:53

Das kommt immer auf den tatsächlichen Grad der Intelligenz an, sowie außerdem mit der emotionalen Stabilität. Ob man nach Außen hin ein normales Leben führt, ist etwas anderes als die tatsächlichen Umstände und Probleme, mit denen man in vielen Fällen zu kämpfen hat.

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depressivekunst 02.07.2017, 12:58

ich kenne viele hochbegabte Menschen persönlich und weiß daher, dass viele nicht nur nach Außen hin ein normales Leben führen.

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Sorry, aber die Geschichte mit der Therapeutin ist schlicht weg gelogen. Sie darf dich har nicht aufnehmen. Das ist verboten und sie würde sich jede Menge Ärger ein handeln.

Wenn du tatsächlich hochintelligent bist, bekommst du ganz zwangsläufig einen Konflikt mit Deiner Umwelt. Mit Gleichaltrigen, und mit Erwachsenen, und überhaupt jedermann.

Das liegt nicht an Deinem Verhalten und ist von Dir auch kaum wirklich änderbar. Diese Konflikte musst Du einfach hinnehmen und in Dein Leben integrieren.

Hilfesysteme und deren Angehörige können Dir aufgrund der Struktur dieser Systeme nur "helfen", indem sie Dir Mängel attestieren. Im Gesundheitssystem heissen diese dann eben "Krankheit" oder "Störung". Diese Hilfesysteme sind dafür da, Abweichendes Verhalten und Andersartigkeit zu disziplinieren und Druck zru Anpassung auf sie auszuüben. Im Auftrag der Gesellschaft, der Mehrheit, der Mächtigen, wie Du willst.

Darum werden sie die Verantwortung immer bei Dir suchen und finden, denn wie vor 2.000 ein sehr, sehr weiser Mann schon sagte: "wer suchet, der findet".

Wenn Du tatsächlich so intelligent bist, dann liegt Dein Schlüssel zur Erkenntnis und zur "Heilung" vor allem darin, dass Du vom ewigen Grübeln über Dich mal dazu übergehst, über die anderen nachzudenken. Wie sie geworden sind, was sie sind, wie sie denken, warum sie so denken und warum sie mit Dir tun, was sie mit Dir tun.

Das ist für normal intelligente Menschen sehr schwer und für Dumme unmöglich. Du müsstest eigentlich früher oder später von selbst schon drauf gekommen sein.

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