Historischer Künstler/Schriftsteller, der eigentlich nicht berühmt sein wollte?

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Vincent van Gogh malte viel, und verkaufte zu seinen Lebzeiten fast nichts.

"Zudem wurde auf einer der Ausstellungen Anfang 1890 das Bild Die roten Weingärten von Arles van Goghs verkauft – es handelt sich um den einzigen belegten Verkauf aus seiner reifen Periode. Der Maler sah dem sich nun möglicherweise ankündigenden Erfolg eher ängstlich als freudig entgegen."

https://de.wikipedia.org/wiki/Vincent_van_Gogh#Saint-Rémy

Ich denke, dass van Gogh vor allem malen wollte. Er hatte ständig Geldsorgen, abgesehen von seinen psychischen Problemen, die schon früh begannen, da er von seiner Familie (abgesehen von seinem Bruder Theo) abgelehnt wurde.

Statt in Paris zu bleiben, ging er nach Südfrankreich, wo er oft Landschaften malte.

Er malte nicht, was die Leute sehen wollten, er malte das, was er vor seinem eigenen Auge sah. Dazu gehören auch die Farben, die oft nur entfernt mit der Realität zu tun hatten, und oft eher einem milden LSD-Rausch ähnelten.

Für van Gogh war das Malen eine Art Therapie. Dennoch wurde er seine psychischen Probleme nie ganz los. Im Mittelpunkt wollte er nie stehen, im Gegenteil, er lief eher vor den Menschen davon. Damit er irgendwo wieder was malen konnte.

Es gab und gibt keine Künstler, die nicht bekannt werden wollen - der Erfolg ist immer an der Bekanntheitsgrad geknüpft und erfolgreich sein und seine Werke der Öffentlichkeit präsentieren, will jeder Künstler, das ist ja der Sinn seiner Arbeit.

Dass es Künstler gibt, die unter einem Pseudonym arbeiten, hat nichts damit zu tun, nicht erkannt werden zu wollen, sondern auch den Namen zu einem Kunstprodukt zu machen, so wie das z.B Kurt Tucholsky getan hat, der seine Werke gerne unter dem Namen Peter Panter oder Theobald Tiger veröffentlicht hat. Manchmal klingen Pseudonyme auch ganz einfach besser als der eigene Name, deshalb legen sich ja auch vor allem Schauspieler Künstlernamen zu.

Dass es für alles verschiedene Interpretationsmöglichkeiten gibt und jeder in z.B einem Bild etwas anderes wahrnimmt, genau das macht ein Werk zum Kunstwerk. Kein Künstler kann und will festlegen, wie sein Werk verstanden werde soll, das bleibt immer dem Betrachter oder Leser überlassen.

Und: Der Lebensmittelpunkt eines Künstlers ist immer die Kunst, der er dient und nichts anderes, das liegt in de Natur der Sache

Interpretation ist eine Lesart und was man da alles reininterpretieren kann, ist nicht von Anfang absehbar.

Wer nie berühmt sein wollte und der seine Freund bat seine Werke sogar zu vernichten, war Kafka.

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Kafka hat seine Texte aber nicht vernichten lassen wollen, weil er nicht berühmt sein wollte sondern aus Enttäuschung darüber, weil er eben nicht berühmt wurde. Seine Werke wurde entweder abgelehnt oder ignoriert und nur deshalb hat er verfügt, dass alles, was er ehrgeizig in seinem Eigenverlag herausgebracht hatte, wieder eingestampft werden sollten - zum Glück ist das nicht passiert; seinen Ruhm hat Kafka aber tragischerweise nicht mehr mitgekommen, da wa er schon geistig umnachtet.

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Haben Haruki Murakami und Stephen King den Literaturnobelpreis verdient?

Viele Literaturkritiker würden wahrscheinlich die Nase rümpfen oder müde lächeln, beide Autoren gelten eher als kommerzielle Vielschreiber und sind keine politisch engagierten Intellektuellen. Aber das ist ja nicht unbedingt ein Kriterium für den Preis. Ich finde beide Autoren toll.

Murakami verbindet in seinen Romanen Alltagsrealität, Fantasiewelt, japanische Mythologie und europäische Kultur zu raffinierten Geschichten. Das Ganze in einer einfachen Sprache, die Jeder versteht, z. B. in „Die Ermordung des Commendatore“.

Stephen King hat zwar auch Schund geschrieben, aber einige Romane entfalten ein sehr lebendiges Panorama der amerikanischen Gesellschaft, insbesondere der einfachen Provinz- und Kleinstadtbürger und ihrer Ängste, Probleme und Psychomacken. Ihm ist es schon vor Trump gelungen treffend das Milieu seiner Wählerschaft zu beschreiben. Ich denke dabei an „Es“, "Die Arena" und „Der Anschlag“.

Sind für Euch Murakami und King Weltliteratur von heute oder ist das übertrieben? Hätten sie den Nobelpreis für Literatur verdient oder gehört da schon ein bisschen mehr dazu? Oder wer ist für Euch ein würdiger Kandidat?

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Zwei Staaten - Zwei Literaturen?

Seit 1949 gibt es ja die DDR und die BRD. Die Regierung der BRD wollte diese Teilung nicht hinnehmen und hat deshalb versucht die DDR nicht anzuerkennen. Diese Streitigkeiten führten dann dazu, dass aber letztendlich zwei Staaten entstanden, dadurch dass Sie sich gegenseitig so abgeschottet haben. Meine Frage ist jetzt aber, ob denn nur weil es zwei Staaten gab, sich auch zwei verschiedene Literaturen entwickelt haben. Durch meine Recherche bin ich auf ein gemischtes Ergebnis gekommen. Einerseits hat man anfangs nur die freie westliche Literatur als DIE deutsche Literatur bezeichnet, aber mit der Zeit hat die östliche Literatur an Anerkennung gewonnen. Sie vermittelte dem Westen, wie es in der DDR zuging und auch Zivilisationskritik wurde formuliert. In meinen Quellen steht aber, dass es sich sehr wohl zu einer ,,eigenständigen‘‘ Literatur entwickelt hat (immerhin gibt es ganze Einträge über die DDR Literatur und ihre Merkmale), aber gleichzeitig steht auch, dass sich die Leute im Westen mit der Literatur identifizieren konnten (z.B. Emanzipation der Frau etc.) und sie oft keinen Unterschied mehr darin sehen konnten, ob es nun DDR oder BRD Literatur war zumal auch viele DDR Autoren in den Westen auswanderten oder ihre Werke dort publizierten. Ist es nun eigentlich eine deutsche Literatur mit verschiedenen Facetten? Man hat doch in der DDR und in der BRD bestimmt die gleichen Themen behandelt und eigentlich ist es ja immer noch ein deutsches Volk, auch wenn Sie verschiedene ,,Ideologien’‘ haben. Mir ist bewusst, dass die Antwort wohl gemischt sein wird, wie ich es bereits geschildert habe, aber hat hier denn noch jemand Argumente für oder gegen diese Aussage bzw. falls falsche Informationen vorhanden sind, dann bitte ich um Verbesserungen.

Vielen Dank schonmal für eure Hilfe.

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