Historischer Beweis der Ägypter, dass der monotheistische Prophet Joseph bei ihnen war?

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5 Antworten

Nein.

"Ägypten" war ein typisches Einwanderungsland/Niederlassungsland bzw. Reich: Suche nach Arbeit, Handel usw. Eine Hochkultur. Begehrt.

In der damaligen Realität, wäre der Zuzug eines Stammes, von mir aus die späteren Hebräer, nichts weiter als ein Stamm gewesen, im Sinne von Sippe oder auch Familie, auf der Durchreise oder Suche nach Verbesserung. Obwohl die Erzählung von Josef aus dem Rahmen des ägyptischen Alltag fällt, sind bis heute keine ägyptische Aufzeichnungen bekannt, die die Erzählung bestätigen oder nur andeuten.

Auch die Erzählung über Josef ist rein hebräisch, also einseitig. Der Inhalt, nur der Sache eines bestimmten Stammes nützlich. Das bedeutet nicht, dass keine Wahrheiten enthalten sind - über Bräuche, Geografie, usw.

Glorifizierungstexte vermischen traditionell Wahres mit Fiktion. Die Abgabe des Zehnts, zum Beispiel, wurde erstmalig in Ägypten gesehen und später, "außerhalb Ägyptens", als göttliche Verordnung propagiert.

Derartige Texte sind immer problematisch: Findet die Archäologie einzelne Belege für Behauptungen in Glorifizierungstexte, findet sich auch umgehend jemand, der verbreitet, dass der Inhalt des Textes wahr sei.

Es ist auch gut möglich, dass das Verhalten einer Person in Ägypten auf eine Person namens Josef übertragen wurde.

Vize-Pharao, wie schon mal behauptet wird, kann Josef nicht gewesen sein. So eine Stellung gab es damals nicht. Kein Mensch dürfte dem Pharao beigestellt werden. Pharao war er definitiv nicht. Landwirtschaftsminister, wie auch hin und wieder behauptet wird? Schatzmeister? Unwahrscheinlich, wenn die Behauptungen aus der biblischen Überlieferung berücksichtigt werden.

Entsprechende Namensforschungen zeigten bis heute keine Verbindung zwischen Persönlichkeiten/Amtsträger Ägyptens und Josef.

Die ägyptische Zeitung Al-Ahram publizierte mal den Fund von Münzen. Die Erklärungen von Dr. Sa'id Muhammad Thabet aber, die waren sehr dürftig.

Ein Beispiel: Auf "eine Münze" soll eine Kuh abgebildet sein. Daraus wurde gemacht, dass die Münze der Beweis für den Traum des Pharaos sei (fette/magere Jahre). Das ist in der Tat sehr viel Fantasie und so läuft es nicht.

Thabet erklärte auch nicht, wie er darauf kam, dass der Name Josef vorhanden sei. Thabet ging es sowieso darum, zu beweisen, dass Münzen schon länger in Umlauf seien als angenommen.

Die anfängliche Behauptung, das seien Münzen mit dem Abbild Josef's usw, die hat man auch im Orient nach und nach verstummen lassen.

Identisch dürftige Auslegungen sind im Bibelmuseum in Israel zu hören. Verständlich, aber nichts, das eine ernsthafte Probe bestehen würde.

Und, um Anzeichen vom Monotheismus zu finden, so wie es später im Judentum, Christentum und Islamtum auftauchte, dafür sollte der Blick Richtung persische Kultur gerichtet werden.

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Nein gibt es nicht. Vor allem deshalb, weil der monotheistische Gedanke von den Ägyptern selbst ausging.

Der Pharao Echnaton war der erste der auf die Idee kam den antiken Götterpantheon in einer einzigen Figur zu vereinen und zwar in seiner eigenen Person. Er erklärte sich selbst zum einzigen Gott als Vereinigung aller anderen Götter und prägte so die Idee des Monotheismus.

Da diese Idee vom ägyptischen Volk nicht positiv aufgenommen wurde, kehrten sie sofort nach dem Tod Echnatons zu ihren alten Gewohnheiten zurück, doch diese Idee prägte die Menschen aus denen später die ersten Juden hervorgingen.

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Kommentar von comhb3mpqy
23.07.2016, 17:53

Ich habe mal ein bisschen im Internet nachgeschaut.

Jakob lebte ungefähr im 18. Jahrhundert v. Chr. Einer seiner Söhne war Josef.

Echnaton lebte grob gesagt um 1350 v. Chr.

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Kommentar von comhb3mpqy
23.07.2016, 18:31

warum sind Sie der Meinung, dass es Abraham nicht gegeben hat?

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Kommentar von comhb3mpqy
23.07.2016, 19:00

können Sie mir alle Menschen sagen, die im Jahr 560 n. Chr. gelebt haben? Wenn nicht, heißt das dann, dass es damals keine Menschen gab?

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Kommentar von Rowal
24.07.2016, 10:48

Ich glaube nicht, dass die Antwort in irgendeiner Weise stimmen kann.

1. Man kann in keiner Weise sagen, dass Echnaton als erster auf die Idee kam einen Monotheismus zu kreieren. Man kann lediglich sagen, dass er der erste war, der es schaffte, aus dieser Idee großen Vorteil zu ziehen.

2. Man kann ebenfalls nicht sagen, dass der Monotheismus von Echnaton etwas mit dem Monotheismus aus dem Judentum zu tun hat, wie Siegmund Freund meinte. Das geht schon daraus hervor, dass Aton ein innerweltlicher Gott ist, während der Gott der Juden ein außerweltlicher Gott ist, der sich aber vorbehält, gelegentlich in der Welt einzugreifen.

3. Es gibt sehr wohl Hinweise auf einen historischen Josef in ägyptischen Dokumenten - natürlich modifiziert aus ägyptischer Sicht. Ich habe hierzu jetzt allerdings die Quelle nicht parat. 

4. Die Juden gingen nicht aus den Ägyptern hervor, sondern aus den Habiru, die schon vor der Amarna-Zeit dokumentiert sind (siehe hierzu https://en.wikipedia.org/wiki/Habiru).

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Es deutet überhaupt nichts darauf hin. Die Geschichte ist also entweder größtenteils erfunden, oder stark ausgeschmückt und war in der Realität ziemlich irrelevant, immerhin wurden in Ägypten nahezu alle wichtigen Dinge festgehalten. 

Die Inhalte der Bibel sind generell eher als Sagen zu betrachten, wahrer Kern, 95% erfunden, alles übertrieben. Noah und Abraham hat es ziemlich sicher auch nie gegeben, David war (wenn es ihn überhaupt gegeben hat) nur ein kleiner Fürst eines winzigen Gebiets, kein prunkvoller König. 

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Ist es denn nicht egal , was verkündet wurde ? Weder Monotheismus noch Polytheismus ist maßgebend , sondern beide zusammen ergeben erst das Ganze ! Selbst der christliche Gott sprach " Siehe , nun ist der Mensch geworden wie unsereiner ( 1.Mose 3.22 ) soll heißen : Wer nur einen monotheistischen  " Gott " anbetet , hat garnichts verstanden !!

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Vermutlich haben die Ägypter dem keine große Bedeutung beigemessen..

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Kommentar von KojiroH
23.07.2016, 14:25

Hmm, laut einigen Überlieferungen in verschiedenen Religionen, war er sogar ein Königsnachfolger und hat dort Wunder bewirkt, wie Säuglinge zum Sprechen gebracht, etc

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