Hirntumor (Glioblastom) - schwangere Frau

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2 Antworten

Hallo!Welche Möglichkeiten der Behandlung gibt es?

Tumorresektion

Die Therapie des Glioblastoms erfolgte lange Zeit standardmäßig mittels Operation(en) und Strahlentherapie. Entscheidend für den Behandlungserfolg ist bei dieser Vorgehensweise, wie gut es dem Neurochirurgen gelingt, das Tumorgewebe während der Operation zu entfernen (Tumorresektion). Dies wiederum hängt wesentlich davon ab, in welchem Areal die Geschwulst liegt und ob eine Zerstörung dieser Region zu neurologischen Störungen führen würde.

Die Einführung neuer bildgebender Verfahren und die Fortschritte der Mikro-Neurochirurgie haben dazu geführt, dass Ärztinnen und Ärzte heute viel schonendere und präzisere Eingriffe vornehmen können. Auch das Risiko operationsbedingter Todesfälle ist dadurch stark gesunken. Um für die Lebensqualität wichtiges Gehirngewebe zu erhalten, hat sich das intraoperative Monitoring durchgesetzt. Kognitive Fähigkeiten wie beispielsweise das Sprachvermögen werden während der Operation getestet. Auf diese Weise lassen sich schwere Sprachstörungen vermeiden.

Strahlenbehandlung

Da es nur in den seltensten Fällen gelingt, ein Glioblastom vollständig zu entfernen, folgt der Operation in aller Regel eine Strahlentherapie. Diese soll die verbliebenen, schnell wachsenden Tumorzellen zerstören und dabei das umliegende gesunde Gewebe bestmöglich schonen. Auch die Strahlentherapie wurde in den letzten Jahren stark verbessert, sodass im Vergleich zu früher eine größere Dosis exakter auf den Tumor gerichtet werden kann. Nebenwirkungen dieser Behandlung sind Haarausfall, leichte Hautreizungen und ein sogenannter Strahlenkater, also eine vorübergehende Phase, in der Müdigkeit, leichte Kopfschmerzen und Konzentrationsstörungen auftreten.

Insgesamt strebt man eine Strahlendosis von 60 Gray an, die durch Einzelbestrahlungen mit Dosen von 1,8 bis 2 Gray verabreicht wird. Das bedeutet, dass im mindesten Fall 30 Behandlungssitzungen absolviert werden müssen. Eine Strahlentherapie dauert also mehrere Monate, kann zumeist aber ambulant durchgeführt werden.

Medikamente (Zytostatika)

Bei sehr vielen Krebsarten werden die Patienten mit Medikamenten behandelt, die dem Wachstum der Krebszellen Einhalt gebieten (Zytostatika). Für Glioblastome gab es allerdings lange Zeit keine wirksame Chemotherapie - sicherlich ein Grund für die schlechten Überlebensraten der Patienten. Mit dem Wirkstoff Temozolomid hat die Wissenschaft mittlerweile aber ein solches Zytostatikum gefunden.

In einer Studie waren 26 Prozent der Patienten, die begleitend zur Strahlentherapie Temozolomid erhielten, nach zwei Jahren noch am Leben. In der Vergleichsgruppe, die bestrahlt wurde, lag die Überlebensrate bei zehn Prozent. Zudem erwies sich das neue Chemotherapeutikum als gut verträglich. Nebenwirkungen wie Müdigkeit und Blutbild-Veränderungen traten bei weniger als fünf Prozent der Kranken auf.

Diese Ergebnisse haben dazu geführt, dass die zuständigen medizinischen Fachgesellschaften die Behandlungsempfehlungen überarbeitet haben. Die Kombination von Strahlentherapie und Temozolomid sowie die nachfolgende Weiterbehandlung mit dem Chemotherapeutikum alleine gelten gegenwärtig als Therapiestandard bei Glioblastomen. Allerdings sprechen nicht alle Patienten auf das Medikament gleichermaßen gut an.

Temozolomid gilt als der erste entscheidende Fortschritt in der Behandlung dieses besonders bösartigen Hirntumors. Eine Reihe von anderen Medikamenten und Therapieansätzen mit neuen Wirkprinzipien befindet sich derzeit in Entwicklung, teils bereits in der klinischen Erprobung. Sie könnten in absehbarer Zukunft die Therapieoptionen erweitern. Besonders viel Hoffnung setzen Expertinnen und Experten in die Kombination neuer Arzneimittel.

Prognose

Statistisch betrachtet, beträgt die Überlebenszeit von Glioblastom-Patienten nach der Diagnosestellung im Mittel zwölf bis 14 Monate, sie kann im Einzelfall aber auch wesentlich darüber liegen. Todesursache ist letztlich die Raumforderung durch den Tumor sowie die tumorbedingte Anreicherung von Flüssigkeit im Hirngewebe (Hirnödem). Beide Faktoren erhöhen den Hirndruck, was in weiterer Folge dazu führt, dass jener Teil des Gehirns eingeklemmt und abgedrückt wird, in dem sich lebenswichtige Areale wie das Atemzentrum befinden.

Zum aktuellen Zeitpunkt ist die Prognose des Glioblastoms mit einer Fünf-Jahres-Überlebensrate von unter drei Prozent äußerst schlecht. Es besteht aber berechtigte Hoffnung, dass neue Therapieansätze in den nächsten Jahren entscheidende Fortschritte bringen werden. Ein erster Durchbruch konnte mit dem Zytostatikum Temozolomid bereits erzielt werden.

Nachsorge und Begleitung

Um einen nach Behandlung erneut wachsenden Tumor (Rezidiv) möglichst rasch erkennen zu können, werden regelmäßige Nachsorgetermine festgelegt. In welchen Abständen diese Untersuchungen notwendig sind, hängt von der Größe des Tumors und vom Erfolg der bisherigen Behandlungsmaßnahmen ab.

aus: http://www.netdoktor.at/krankheiten/fakta/glioblastom

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Hallo JogurtBecher!

Lies mal hier: http://www.bfs.de/de/ion/wirkungen/schwangerschaft.html

Auszug:

Frühe Phase einer Schwangerschaft:

Die Strahlenwirkung kann zum Ausbleiben der Einnistung oder zum Absterben der Leibesfrucht führen. Die untere Schwellendosis für diesen Effekt liegt zwischen 50 und 100 Millisievert (mSv) (Ganzkörperdosis des Ungeborenen).

  1. bis 10. Schwangerschaftswoche (gerechnet ab dem ersten Tag der letzten Regelblutung): Während der so genannten Organogenese teilen und differenzieren sich die Zellen. Embryonale Organanlagen, zum Beispiel für Herz und Nervensystem, werden gebildet. In dieser Phase besteht das Risiko für Fehlbildungen. In Tierversuchen wurden hierfür Dosis-Schwellen beobachtet. Für den Menschen werden als Schwellendosis Werte in Höhe von 50 bis 100 mSv angenommen.

Ab der 10. Schwangerschaftswoche: Strahlenexpositionen können eine Fehlentwicklung des Gehirns zur Folge haben. Bei den Atombomben-Überlebenden von Hiroshima und Nagasaki wurde bei Kindern, die in dieser Schwangerschaftsperiode im Mutterleib durch die Atombombenexplosion bestrahlt worden waren, vermehrt eine geistige Unterentwicklung festgestellt. Für diese Strahlenwirkung wird eine Schwellendosis von etwa 300 mSv angenommen.

Gesamte Schwangerschaft: Bezüglich der stochastischen Schäden gilt es inzwischen als gesichert, dass das Krebsrisiko nach einer Bestrahlung im Mutterleib – unabhängig von der Entwicklungsphase – erhöht ist. Die entsprechenden Risikoschätzungen sind allerdings mit erheblichen Unsicherheiten behaftet.

Schöne Grüße

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