Hirntod aber maschinen laufen?

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5 Antworten

Solange seine Gehirnfunktionen nicht unwiderbringlich erloschen sind, ist der Onkel nicht "gehirntot".

Sobald zwei Ärzte, davon einer ein neurologischer Facharzt, in einem gewissen Abstand unabhängig voneinander anhand verschiedener Tests unter klaren Bedingungen (keinerlei Schmerz- oder Narkosemittel mehr im Blut, keine Unterkühlung und einiges andere) zweifelsfrei festgestellt haben, dass die kompletten Hirnfunktionen erloschen sind, können die Geräte abgeschaltet werden oder eine Organspende eingeleitet werden.

Vorher lebt Dein Onkel noch und ist nur bewusstlos. Und solange Hirnfunktionen messbar sind, wird man ihn auch nicht der Belastung aussetzen, die die Hirntoddiagnostik mit sich bringt und seinen Tod bedeuten könnte.

Und es ist gut, wenn sie auf der Intensivstation die ausgefallenen Funktionen so lange ersetzen, bis sich die Nieren vielleicht wieder erholt haben und er wieder selber atmen kann.

Allerdings ist das ein sehr kritischer Zustand, in dem es auch gut passieren kann, dass weitere Organe ausfallen und er trotz der ganzen Apparate stirbt, obwohl bis zu diesem Zeitpunkt keine Hirntoddiagnostik möglich war. Dann gibt es auch keine Organspende.

Manche stellen sich das so einfach vor:

Da ist jemand bewusstlos schwer krank auf der Intensivstation, und dann können die Angehörigen mal eben entscheiden, ob es weiter geht oder nicht.

Oder man bildet sich ein, man könne sich vorstellen wie das ist in dieser Situation und schreibt dann auf, was andere zu tun oder zu lassen haben.

Aber nur ganz wenige haben wirklich Ahnung, was dort auf der Intensivstation los ist.
Einerseits: In wieviel kleinsten und kleinsten Schritten Menschen wieder gesund werden können, wenn die Maschinen sie auf eine gute Weise entlasten/unterstützen. Das habe ich schon über Wochen erlebt. Und plötzlich war der Patient doch wieder ansprechbar, und es hat noch eine ganze Zeit (Wochen, Monate) gebraucht, da konnte er das Krankenhaus verlassen.

Und andererseits: wie wenig all diese Maschinen bewirken können, wenn das Zusammenspiel der Organe nicht mehr richtig funktioniert und die Menschen trotzdem einfach sterben.

Mit der Patienverfügung oder dem Hirntod hat all das erst einmal wenig zu tun. Da sollte man ein wenig Vertrauen in die Ärzte haben und ihnen sehr genau zuhören und erst einmal versuchen zu verstehen, worum es genau genau geht, und einfach mal abwarten.

sobald im Gehirn keine Hirnströme mehr festgestellt werden und alle anderen typischen Zeichen vorhanden sind wird abgestellt denn es macht keinen Sinn den Kreislauf eines Toten aufrecht zu erhalten

exxonvaldez 17.01.2017, 06:47

Mal abgesehen von der Organspende

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Das kann durchaus sein, da liegt es einzig in der Verantwortung der behandelnden Ärzte, die das beurteilen müssen. Deshalb ist es ja so wichtig, dass jeder ab einem gewissen Alter sich mit Patientenverfügungen auseinandersetzt, um solche Situationen zu vermeiden.

Nein. Es sei denn der Patient ist Organspender. Dann müssen die Maschinen weiterlaufen

das ist so, denn die ärzte müssen ihrem berufseid folgen, leben zu erhalten, solange es eben geht!

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