Hintergrundstrahlung vor 400.000 Jahren?

8 Antworten

Die kosmische Hintergundstrahlung ist messbar, seit sie circa 380.000 Jahre nach dem Urknall freigesetzt wurde. Denn das geschah überall im Universum, sobald es kühl genug war, dass die vorher freien Elektronen an die Atomkerne gebunden werden und so Atome bilden konnten.

Dadurch gab es seit damals immer Orte, von denen die dort 380.000 Jahre nach dem Urknall freigesetzte Strahlung zu einem bestimmten Zeitpunkt gerade den Standort der Erde zu diesem Zeitpunkt erreicht hat.

Denn weil die kosmische Hintergundstrahlung überall im Universum freigesetzt wurde und sie aufgrund seines zunehmenden Alters immer mehr Zeit hat, um bis zur Erde zu kommen, stammt sie mit zunehmendem Alter des Universums aus immer weiter entfernten Gegenden.

Dadurch wächst im Lauf der Zeit auch das beobachtbare Universum. Die kosmsiche Hintergrundstrahlung stammt immer von seinem momentanen Rand, weil wegen der endlichen Lichtgeschwindigkeit ein Blick ins Universum auch immer ein Blick in die Vergangenheit ist und sie das älteste im Universum freigesetzte Licht überhaupt ist.

Die Hintergrundstrahlung ist das Älteste vom Universum, das man mit Hilfe von Beobachtungsinstrumenten (speziell Radioteleskopen) "sehen" bzw. messen und dann bildlich darstellen kann. Weiter "zurück" kann man einfach prinzipiell nicht "sehen", weil vor jener Zeitperiode das damalige Materie- und Energiegemenge einfach nicht durchsichtig war für alle Strahlenarten, welche beobachtbar sind.

Man kann da also einfach nicht in irgendeinem "Album des Universums" nochmal ein paar Seiten weiter zum Anfang hin zurückblättern !

Vor 400.000 Jahren war das Universum nicht durchsichtig, deshalb kann man die Frage nicht so leicht beantworten. Durchsetzt man ein Stück Eisen (oder irgend ein anderes undurchsichtiges Material) mit Strahlung und steckt sein Auge (oder eine Kamera oder einen Sensor) hinein, was sieht man dann?

>Vor 400.000 Jahren war das Universum nicht durchsichtig

Wie kommst Du denn da drauf?

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@GunnarHeinrich

Ziemlich offensichtlich ein Fehler in der Formulierung der Frage. PhotonX hat sie so interpretiert, wie sie höchstwahrscheinlich gemeint ist.

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@PWolff

Ja, ich glaube, die Zahl 400.000 ist nicht zufällig so nah an 380.000 gewählt worden, da war ein Verlesen quasi vorprogrammiert. Aber meine Aussage, das Universum sei vor 400.000 Jahren undurchsichtig gewesen ist leider trotzdem Käse. :)

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@GunnarHeinrich

Da handelt es sich offensichtlich um ein Missverständnis.

Es geht nicht um den Zeitpunkt "400000 Jahre vor heute".

Gemeint ist die Tatsache, dass es ab dem Urknall ungefähr 400000 Jahre (so ganz genau ist diese Zeitspanne nicht eruierbar) dauerte, bis das noch sehr dichte Universum "durchsichtig" wurde, also z.B. Photonen es ungehindert passieren konnten.

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Kommt wahrscheinlich drauf an wie stark die Strahlung ist, aber wieso denkst du, dass das Universum vor 400.000 Jahren undurchsichtig war?

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Durch "Nichts" kann man nicht durchsehen?

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Weil zu dem Zeitpunkt die Materie noch ionisiert war, die Rekombination (also das Einfangen der Elektronen durch die Kerne) war noch nicht stattgefunden. Dadurch war der Streuquerschnitt zwischen Strahlung und Materie sehr hoch, auf Deutsch gesagt stieß jedes Photon nach sehr kurzer Zeit auf geladene Teilchen und wurde von diesen gestreut. Erst nach der Rekombination, die etwa 380.000 Jahre nach dem Urknall stattfand, konnte sich die Strahlung frei durch den Raum ausbreiten, ohne dauernd gestreut und abgelenkt zu werden.

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@PhotonX

Also vor 400.000 Jahren war die Materie noch ionisiert, ist ja interessant.

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@GunnarHeinrich

Oh ja, da habe ich mich verlesen. Danke für den Hinweis! Natürlich ist die Hintergrundstrahlung für alle Zeiten nach der Rekombination genauso gut sichtbar wie auch heute, meine Antwort macht nur für frühere Zeitpunkte Sinn.

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@PhotonX

Vor 400000 Jahren war der Urknall schon seit 14 Milliarden Jahren Geschichte.

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@prohaska2

Hab ich schon registriert, aber danke für den erneuten Hinweis. ;)

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@PhotonX

Hat sich bei mir zu langsam aktualisiert.

Schrottnetz ...

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