Himmelsbeobachtung - Teleskop oder Fernrohr?

3 Antworten

Für den Beginn brauchst du ein Fernglas und einen Sternatlass. Ich empfehle ein Fernglas mmit 7 x 50mm, d.h. 7fache Vergrößerung und 50 mm Objektivdurchmesser. Für den Beginn würde ich den Karkoschka, Atlas für Himmelsbeobachter vorschlagen. Mit einem Teleskop findest du erst mal gar nichts. Das wichtigste ist erst mal zu lernen wie sich der Himmel relativ zum Standort bewegt und was man zu welchem Zeitpunkt und wo am Himmel sehen kann. Zudem empfehle ich Kontakt zur nächsten Volkssternwarte, zum Planetarium oder Astrostammtisch zu suchen. Im astrotreff(punkt)de findet man genügend gleichgesinnte die einem alles erklären was man wissen will! Auch und besonders für Anfänger!

Woher ich das weiß:Hobby – Ich beschäftige mich mit Astronomie seit 25 Jahren.

Hallo Australia23,

das kommt darauf an, was du am liebsten beobachten würdest. Für Sternfeldbeobachtungen sind Ferngläser auf jeden Fall die bessere Wahl. Wenn du also viel die Milchstraße beobachtest, solltest du auf jeden Fall zu einem Fernglas greifen. Handelt es sich um ein Fernglas mit hoher Vergrößerung (ab 25fach) würde es sich prinzipiell auch für den Mond eignen, wobei höhere Vergrößerungen natürlich besser wären. Alternativ könnte man auch über ein Zoomfernglas nachdenken, wobei solche dann in guter Qualität preislich etwas höher liegen.

Mit einem lichtstarken Fernglas, sprich einem Fernglas mit geringer Vergrößerung und großer Öffnung kann man auch die Andromeda- und die Dreiecksgalaxie beobachten, da diese sehr ausgedehnt sind. Man sollte hierbei jedoch bedenken, das der Begriff große Öffnung hier relativ ist, denn eine für ein Fernglas große Öffnung wie 70 mm oder 80 mm ist bei einem Teleskop natürlich immer noch eine winzige Öffnung. Dennoch wird das beidäugige Sehen von vielen Nutzern als angenehm empfunden.

Für ein Fernglas spricht auch, dass man es mobeil und trotzdem bequem einsetzen kann. Man kann so unter Umständen auch im Urlaub den Nachthimmel in anderen Ländern erforschen, welcher sich je nach Breitengrad erheblich von unserem Unterscheiden kann. Auch sonst kann man es schnell einpacken und ist damit mobil. Darüber hinaus bieten Ferngläser ein aufrechtes und seitenrichtiges Bild, und eignen sich daher auch für Natur- und Landschaftsbeobachtungen.

Für ein Teleskop gibt es natürlich auch eine ganze Menge Argumente. Teleskope haben in der Regel eine deutlich größere Öffnung als Ferngläser. Damit einher geht, dass sie deutlich lichtstärker sind, höher Vergrößern können und damit natürlich Objekte auch präziser auflösen können. Je größer die Öffnung, desto höher sind auch diese Werte. Man sollte das Teleskop also nach dem Motto "Viel hilft viel" auswählen, wobei der Preis letzten eine Grenze nach oben setzt.

Damit eignet sich ein Teleskop natürlich für eine Vielzahl von Objekten. Mit einem mittelgroßen Teleskop erkennt man beispielsweise eine schier endlose Zahl an Mondkratern, die die meisten Anfänger in regelrechtes Erstaunen versetzt und den Mond auch für erfahrene Amateurastronomen zu einem beliebten Beobachtungsobjekt macht.

Außerdemkann man damit eine Vielzahl von Einzelheiten auf den Planeten unseres Sonnensystems entdecken, und natürlich auch deren Monde, wobei diese allerdings aufgrund ihrer Größe in der Regel weiterhin punktförmig erscheinen. Da mit zunehmender Größe sowohl Auflösungsvermögen als auch lichtstärke steigen, werden in größeren Teleskopen natürlich auch mehr Einzelheiten sowie Monde erfassbar.

Ab einer gewissen Größe eignen sich Teleskope auch für Deep Sky, also allem, was sich außerhalb des Sonnensystems befindet. Dazu gehören beispielsweise Sternhaufen, Galaxxien und Gasnebel. Der Großteil dieser Objekte ist ziemlich lichtswach - deswegen sollte man, falls man dieses Hobby mit einer gewissen Ernsthaftigkeit betreibt, das Teleskop hier nicht zu klein wählen. In der Regel werden für Deep Sky Teleskope ab 200 mm Öffnung empfohlen wobei mehr, wer hätte das gedacht, besser ist.

Damit kann man dann eine Vielzahl selbst lichtschwacher Objekte entdecken. Auch bei den weniger lichtswachen Deep Sky-Objekten stellt sich meistens ein deutlicher Qualitätsgewinn ein.

Du solltest weiterhin bedenken, dass mit steigender Größe des Teleskops auch andere Faktoren wie Wetter und Standort immer wichtiger werden. Je größer das Teleskop, desto seltener kann es eingesetzt werden. Mindernde Faktoren sind zum beispiel die notwendige Auskühlzeit, die mit zunehmender Größe des Teleskops ebenfalls steigt, dass Seeing und die Lichtverschmutzung. Ferner sollte man auch die Aufbauzeit des Teleskops beachten. Je nachdem wo man wohnt und wie gut das Wetter dort mitspielt, kann man dort die Größe des Teleskop mehr oder weniger gut ausspielen. Grob gesagt macht die Anschaffung eines sehr großen Teleskops weniger Sinn wenn du an der Nordsee lebst und berufstätig bist, als wenn du Rentner bist und in den Alpen lebst.

So, ich glaube, ich habe das Meiste erwähnt. Fragen sind natürlich wilkommen. Schöne Grüße.

Vielen Dank für diese ausführliche Antwort, hat mir sehr geholfen. Ich habe mich jetzt erstmal für ein Fernglas entschieden, das passt besser für meine Umstände. Hättest du vielleicht gerade noch einen Vorschlag für ein gutes Fernglas?

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