Hilft rauchen wirklich gegen Demenz?

14 Antworten

Nikotin passiert leicht die Blut-Hirn-Schranke. Im Tabakrauch inhaliert erreicht Nikotin in 10 bis 20 Sekunden das Gehirn. Es kann aber auch über die Haut aufgenommen werden.

Nikotin aktiviert im Nervensystem sogenannte nikotinische Acetylcholin-Rezeptoren, indem es sich an sie bindet. Diese werden eigentlich vom Botenstoff Acetylcholin stimuliert. Nikotinische ACh-Rezeptoren finden sich vor allem auf den motorischen Endplatten, an denen Signale von Nervenzellen an Muskeln weitergeleitet werden. Im Gehirn sitzen die Rezeptoren unter anderem auf den nachgeschalteten Nervenzellen von Sympathikus und Parasympathikus. Dieser Teil des vegetativen Nervensystems steuert unbewusste Vorgänge wie die Darmtätigkeit und den Herzschlag. Da Nikotin ähnlich wirkt wie der eigentliche Botenstoff, stört es hier wichtige Funktionen.

Hat Nikotin an den ACh-Rezeptor gebunden, kommt es zur Freisetzung unterschiedlicher Botenstoffe wie Dopamin, Adrenalin, Noradrenalin und Serotonin, aber auch von Hormonen wie Cortisol.

Während Acetylcholin schnell wieder abgebaut wird, bindet Nikotin lange an den Rezeptoren. Dadurch hält die Erregung der jeweiligen Zelle länger an. In Folge braucht die Zelle auch länger, um nach der Aktivitätsphase ihren Ruhezustand zu erreichen und ein neues Signal feuern zu können – das Nikotin hemmt also die Zelle.

Langfristig passen sich die Zellen diesem Mechanismus an und bauen weitere Rezeptoren in die Zellmembran ein. Fehlt nun Nikotin, sind plötzlich zu viele freie Rezeptoren verfügbar, die nachgeschalteten Nervenzellen können nicht mehr in dem Maß erregt werden, wie sie es eigentlich müssten. Der Dopaminlevel sinkt, es entsteht das Verlangen nach einer neuen Zigarette. Da die ACh-Rezeptoren für die Übertragung von Nervenimpulsen auf Muskelzellen wichtig sind, kann eine hohe Nikotindosis lähmend auf die Muskulatur wirken. Sind davon auch die Atemmuskulatur oder der Herzmuskel betroffen, kann dies tödlich enden.

P.S.: Nikotin ist eines der ältesten bekannten Schädlingsbekämpfungsmittel. Positive Wirkungen sind nicht bekannt.

Rauchen gegen Demenz sollte man also ausschließlich "Schädlingen" anraten.  :-)))

Wie erklärst Du Dir, das so viele Ärzte und Krankenschwestern/pfleger rauchen? LG Inkonvertibel

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@Inkonvertibel

Weil es auch unter Ärzten Deppen gibt. Ein Medizinstudium schützt nicht vor einer Sucht. Bei Krankenpflegern weiß ich den Grund nicht.

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@Inkonvertibel

Ich beschäftige mich beruflich mit dem Thema Nikotinsucht und möchte hier mal klarstellen, dass Raucher keine Deppen sind - zumindest nicht, weil sie Raucher sind. :-)

Das Wissen darüber, dass und wie schädlich das Rauchen für uns ist, haben wir nahezu alle - dazu braucht es kein Medizinstudium. Ein wenig mehr über die bio-chemischen Prozesse zu wissen, macht den Bock nicht fett. Vermutlich also rauchen bei den Medizinern ähnlich viele wie bei den Nicht-Medizinern - aus den gleichen Gründen.

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@Inkonvertibel

Das finde ich auch komisch!

Man könnte meinen sie sitzen an der Quelle und wissen aus dem Beuf heraus wie es den Körper schädigen kann.

Das sind eben auch nur Menschen, die Stärken und Schwächen haben wie alle anderen auch.

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@Susi29

Ein Zitat von Ingo Insterburg:

"Jeder Raucher weiß. Rauchen ist der gößte (Sch) Mist!"

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Rauchen verstopft sogar die Gefäße, von daher glaube ich nicht, dass Tabak rauchen gegen Demenz helfen kann. Vielleicht kann reines Nikotin tatsächlich das Demenzrisiko senken, denn dieses ist entgegen der allgemeinen Auffassung nicht wirklich schädlich und schädigt auch nicht die Gefäße. Tabakrauch enthält jedoch so viele giftige Stoffe, die alle unterschiedlich toxisch/karzinogen wirken, dass man da auf keinen Fall von einer gesundheitsfördernden Wirkung sprechen kann. 

Hallo

Habe eine Ausbildung zu diesem Thema Demenz. Das Rauchen Demenz vorbeugen soll kann ich mir nicht vorstellen.

Was sicher ist: Rauchen ist schädlich, kann wichtige Organe schädigen und bis zum Tod führen.

Also diese Aussage ist Quatsch!

Gruß Susi29

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