Hilft Meditation bei einer generalisierten Angststörung?

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4 Antworten

Ich bin Buddhist und habe ein paar Jahre Erfahrung mit buddhistischer Meditation. Daher möchte ich dir gerne auf deine Frage antworten.

Zunächst einmal gehe ich davon aus, dass du eine Psychiaterin hast, denn nach meiner Kenntnis darf ein Psychologe keine Medikamente verschreiben.

Ich rate dir dringend, in jedem Fall unbedingt mit deiner Therapeutin vorab über deinen Plan, zusätzlich zu meditieren, sprechen.

Es gibt verschiedene Formen von Meditation, die sich unterschiedlich auf den Menschen auswirken, da sie unterschiedliche Schwerpunkte haben.

Ganz allgemein gesagt führt Meditation in der Regel zu einem Zustand von entspannter Achtsamkeit.

Dabei können auch bislang verdrängte Bewusstseinsinhalte wieder hochkommen. Bei einem psychisch stabilen Menschen sind das oft nur Erinnerungen.

Bei einer Person mit psychischen Problemen können dagegen auch bislang unbewältigte Traumata wieder ins Bewusstsein treten.

Eine solche Situation kann, wie bei der "Aktualisierung" eines PTSD-Patienten eine extreme psychische Belastung darstellen und leicht überfordern.

Deshalb rate ich eben dazu, mit deiner Therapeutin über deine Absicht zu meditieren sprechen und darüber reden, welche Methode sie für sinnvoll hält.

Ich wünsche dir alles Gute. :-)

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Durch Meditation lernt ein Mensch bewusst sich und auch den Körper zu entspannen. Angst ist an sich gesund, doch nicht, wenn man die unbegründet empfindet und praktisch gelähmt ist und trotzdem nur noch flüchten will. 

"Jetzt hole erst mal tief Luft und komme runter!" wird ja auch gerne zu einem Menschen gesagt, wenn der überreagiert oder "Jetzt entspann Dich doch bitte mal!". Das ist ja nun nicht so einfach und Deine Probleme sind da ja nun schon gewaltiger. Doch meistens kommen die Menschen wieder runter, wenn sie eben mal tief durchatmen oder bis Drei zählen. Doch ganz sicher helfen Dir Trockenübungen und da ist Meditation so richtig gut und Du lernst Techniken, um Dir das tief Durchatmen auch in einer für Dich schlimmen Situation zu erleichtern. 

Deine Freundin hat Recht und ein Versuch ist es doch wert, jedoch erwarte nicht, dass es sofort wirkt. Übung macht den Meister und die fallen bekanntlich nicht vom Himmel. Übe und wenn Du wieder mal Angst verspürst und Dich dann erinnern kannst, dann wende das Erlernte an, doch wundere Dich nicht, wenn nicht gleich so wirkt wie erwartet oder gewünscht.

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Kommentar von WallyLeonie
15.07.2017, 11:18

Vielen Dank für diesen Text. Ich werde es auf jeden Fall versuchen und hoffentlich hilft es mir ein wenig.

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Ob etwas hilft oder nicht können dir andere nicht sagen, bei jedem wirkt es anders.

Mir hilft Mediation bei Stress und komplexen Projekten. 

Probiere es aus, versuche verschiedene Meditationstechniken. Wenn es dir hilft, dann mach einfach weiter.

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Kommentar von WallyLeonie
15.07.2017, 11:07

Ok vielen Dank

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Ich habe mit meditativen Praktiken bereits vor mehreren Jahren begonnen als Angst nicht mein Hauptproblem war. Es wurde mir aber deutlich, dass ich damit nicht alle inneren Schwierigkeiten bewältigen konnte, und habe deshalb wieder eine Psychotherapie begonnen. Im Zuge der Auflösung psychosomatischer Symptome werde ich nun öfter mit dem Gefühl der Angst konfrontiert. Insofern haben wir etwas gemeinsam. Meine Erfahrung ist, dass vor allem das gemeinsame Meditieren mit anderen Menschen den Fortschritt bei der Therapie erheblich beschleunigt. Dies ist nach meiner Erfahrung meine wichtigste Botschaft; übe nicht nur alleine zu Hause, sondern mache dies auch in einer Gruppe zusammen mit Menschen, die ein höheres inneres Energieniveau haben! Das ist wirklich ganz wichtig wenn man sich zügig weiterentwickeln möchte. Alleine kommt keiner weit. Wenn deine Therapeutin selber keine Meditationsgruppe leitet, muss man selber auf die Suche machen.
Etwas Grundsätzliches: Meditation ist keine Entspannungsübung und nicht dafür da, dass es einem immer gut geht! Ich unterstütze ausdrücklich das, was der Nutzer Enzylexikon geschrieben hat. Mit dem Erlernen muss man anfangen wenn es einem mal gut geht und es erst einmal unter guten Bedingungen üben, - damit man den Erfolg dann anwenden kann wenn es mal emotional schwierig wird. Denn sonst ist es so als wolle die Feuerwehr das Brändelöschen üben wenn der Ernstfall bereits eingetreten ist. Das Hantieren mit den hilfreichen Werkzeugen und das Löschen selber muss geübt werden unter gefahrlosen Umständen, - damit man es im Ernstfall dann kann.
Mein buddhistischer Lehrer sagt, bei sehr schwierigen Emotionen ist es besser, Gehmeditation statt Sitzmeditation zu machen. Aus Erfahrung kann ich das bestätigen.
Außerdem möchte ich dir (auch aus eigener Erfahrung) ein Buch empfehlen. Es trägt den Titel Im Einklang mit dem inneren Kind (Untertitel: Ein meditativer Weg zu sich selbst). Der Autor ist Professor für Psychiatrie, die Co-Autorin eine Mitarbeiterin mit dem Spezialgebiet Meditation und Spiritualität. Die darin beschriebene Methode der heilenden Meditation mit dem inneren Kind kombiniert die alte östliche Meditationspraxis mit Methoden westlicher Psychologie.

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