Hilft eine Chemotherapie beim Glioblastom ,oder vergiftet sie nur der Körper?

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4 Antworten

Nicht alle Chemotherapeutika überwinden die Hirnschranke. Daher werden nur bestimmte Präparate genutzt, und diese meist auch in höherer Dosierung. Dadurch werden aber auch die anderen Organe überdurchschnittlich beeinträchtigt. Ausserdem ist der Wert / Nutzen einer Chemotherapie bei diesem Malignum sehr eingeschränkt, man "wurstelt" noch, um die beste Dosierung zu ermitteln, meist schafft man nur eine kurze (höchstens wenige Monate) Lebensverlängerung, oft aber nur unter stärkerer Einschränkung der Lebensqualität.

Es gibt seit einigen Jahren eine Chemotherapie, die auch bei Glioblastomen eine erkennbare (gute) Wirkung hat (Temozolamid).

Dieser Wirkstoff, der als Medikament geschluckt werden kann (also nicht per Infusion gegeben werden muss, wie viele andere Chemos) hat zu einer deutlichen Verbesserung der Überlebenszeit geführt, wenn auch noch immer nicht befriedigend.

Die Verträglichkeit ist häufig recht gut, so dass die meisten Patienten, für die es in Frage kommt, dies auch nutzen können.

Diese Chemotherapie ist auch deshalb so "interessant", weil ohne diese die Ergebnisse anderer Behandlungsmethoden deutlich schlechter sind (Nach OP und / oder Bestrahlung sind Rezidive sehr häufig, und Temodal kann diese Rezidive häufig zumindest deutlich verzögern.

In der Regel können die behandelnden Ärzte (Onkologen / Neurochirurgen / Strahlentherapeuten) den/die Betreffenden gut über Nutzen bzw. Schaden einer solchen Behandlung beraten.

Telezolamid  musste abgesetzt werden wegen Unvertäglichkeit und weiterem Wachstum

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Du meinst Temodal kann Rezidive verkleinen und nicht vergrößern oder?

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@canesten

Temodal kann u.a. die Effektivität einer Bestrahlung erhöhen und (u.a. hierdurch) Rezidive verzögern oder auch verhindern.

Dass dies leider nicht immer gelingt, ist jedem Behandler klar, dennoch ist es häufig eine gute Option.

Bei Unverträglichkeit gegen Temodal können auch einige andere Chemotherapien eingesetzt werden, eine Darstellung dazu kannst du z.B. hier finden:

https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/hirntumor/chemotherapie.html

Wie immer, muss zwischen der (Un)Verträglichkeit und dem möglichen Nutzen für den Betroffenen sorgfältig abgewogen werden, was in aller Regel duch eine individuelle Beratung und Entscheidungsfindung mit dem Patienten gemeinsam erarbeitet wird.

(Verschwörungstheorien, wie sie u.a. in Foren wie diesem hier gerne mal verbreitet werden, helfen hierbei eher wenig)

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