Hilft bei einer von den Eltern ausgelösten Depression eine Therapie ohne die Eltern?

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4 Antworten

Aus meinen Erfahrungen:

Bin selbst depressiv und ein (!) Grund für meine Depressionen ist ein nicht so gutes Verhältnis zu meinem Vater. Er hat mich früher als Kind geschlagen (jetzt nicht total schlimm, aber das nagt schon an der Psyche). Außerdem hat er mich oftmals verbal verletzt. Ich selbst bin sehr sensibel und habe seinen Humor nicht lustig aufgefasst.

Jetzt zu der Therapie:
Mir hat die Therapie sehr viel geholfen! Ich habe dazu gelernt, warum mein Vater so drauf ist. Ich habe gelernt, seine Art zu akzeptieren. Er ist halt so und er wird sich nicht von heute auf morgen ändern. Das soll aber keine Entschuldigung für sein Verhalten sein!

Auf alle Fälle verstehe ich mich mit meiner Mutter besser und sie war einmal bei meiner Therapeutin und unterstützt mich seither auch manchmal, wenn mein Vater wieder was falsches sagt.

Das familäre Verhältnis ist aber auch ohne dieses Treffen mit meiner Mutter und meiner Therapeutin schon besser geworden.

Inwiefern wird sie denn schlecht behandelt?

Manchmal fasst man Sachen zu sensibel auf. Wenn sie jetzt brutal geschlagen wird, dann ist mein Rat womöglich nicht so gut.. Aber ansonsten lernt man als Klient sich selbst besser kennen und weiß, wie man in den Situationen besser reagieren kann. Man hakt mit der Sache eher ab, man kann darüber reden und alles rauslassen, man lernt eigene Schwächen und Stärken kennen und kann diese in den miesen Situationen nutzen.

Ich weiß nun heute einiges und kann besser in den Situationen mit meinem Vater umgehen.

Und der wichtigste Punkt, ist der, dass du dich bzw. deine Freundin bei einer Therapie veränderst und damit sich auch deine Umwelt verändert. Dadurch, dass ich nun besser in den Situationen handeln kann, hat sich mein Vater auch etwas positiver verändert (obwohl er nie an der Therapie beteiligt war!).

Ich habe gelernt, meinen Humor als Stärke zu sehen und meinen Vater in Situationen, in denen er mich verletzt, schlagfertig zu kontern. Manchmal konter ich so gut, dass mein Vater erstmal dazu nichts mehr sagen kann. Das gibt mir wieder ein Machtgefühl, denn er hat mich durch die verbalen Verletzungen oftmals in eine Unterlegenheitsposition gebracht.

Ich bin psychisch stärker geworden und weine nicht mehr über jeden Sch.., was er macht. Und wenn es mir doch nochmal zu viel wird, verlasse ich den Raum. Ich habe gelernt, viel mehr auf mich und meine Gefühle zu achten und weiß nun, was ich machen muss, damit es mir nicht allzu schlecht geht.

Der Post wurde jetzt länger, aber das alles wollte ich ihr auf den Weg geben. Es ist ihre Psyche und sie will wieder gesund und freier leben können. Sie soll den Schritt in eine Therapie wagen - es wird ihr auf alle Fälle nicht schaden! Ganz viel Kraft an sie :)

LG :)

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Kommentar von MissLeMiChel
02.07.2016, 06:49

also er beleidigt sie schon richtig doll mit abschreien und wenn sie weg geht rennt er hinter oder es kommt so dein Handy ist jetzt weg... ihre Oma und Uroma haben von Anfang angesagt er soll sie nicht so kaputt machen... und ihr von klein auf verbal selten auch körperlich einzu prügeln sie sei dumm Fett und hässlich hat nun nichts mehr mit Humor zutun... sie hat irgendwie richtig Angst... in der Familie zählt nur materielles und ihre Mutter hat ihren Vater geheiratet weil sie mit 30 noch schnell Kinder wollte... dieses Verhalten hat ihr auch ihre Kindheit versaut und sie hatte so wie sie sagt nie Freunde weil sie danach sich einfach nicht vorstellen konnte das sie jemand mag... und nun ist sie extrem schüchtern obwohl sie sich seit sie ihren Freund hat auch abundzu mal versucht zu wehren aber ich glaube das hat es schlimmer gemacht

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Nicht dauerhaft, eine Depression muss an der Wurzel behandelt werden (sofern es eine gibt), sprich am Auslöser (die Eltern) muss gearbeitet und das Problem so gut es geht aus der Welt geschafft werden.

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Kommentar von MissLeMiChel
01.07.2016, 22:30

das denke ich ja auch aber darauf kann die Arme nicht hoffen :/

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Kommentar von Seanna
01.07.2016, 23:35

Nö. Es muss nicht an den Eltern gearbeitet werden oä, andere Menschen in Therapie zu bringen kann nicht Ziel der eigenen Therapie sein. Eher mit der Situation umzugehen und Wege hinaus zu finden. In dieser Situation ggf auch Auszug ggf mit Hilfe des Jugendamt. Drauf zu warten dass die Eltern sich ändern ist... sinnfrei und dumm. Damit macht man sich ja noch mehr abhängig und Hilflos, das bessert die Depression garantiert nicht. Die Insuffizienz ist hier der Ansatzpunkt, die muss Bearbeitet und ggf eliminiert werden, nicht die Eltern.

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Unabhängig davon was die Eltern getan haben oder nicht getan haben, liegt es jetzt an ihr einen Weg zu finden das es ihr wieder besser gehen kann. Eine Psychotherapie erfolgt immer ohne die Eltern, ausgenommen es ist dem Heilungsprozess dienlich und sinnvoll, dass die Eltern anwesend sind. Diese Entscheidung trifft der Psychotherapeut mit dem Klienten gemeinsam.

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Ja, das hilft und ist sinnvoll. Du definierst Ursache falsch. Die Eltern sind der Auslöser aber die Ursache ist, wie du darauf reagierst. In der Therapie lernst du, trotz "ungünstigen" Bedingungen wieder besser leben zu können. Eine Therapie dreht sich immer um dich und um deine Reaktionen.

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Kommentar von MissLeMiChel
02.07.2016, 06:42

ich kann mir das trotzdem schlecht vorstellen da ihr quasi sowohl verbal als auch körperlich ein geprügelt das sie dumm Fett und hässlich ist.. und sie wünscht sich einfach etwas liebe

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