HILFE! Welche Möglichkeiten habe ich für eine Hausübertragung?

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2 Antworten

Der Opa kann sein Testament natürlich ändern. Dazu muß er das gemeinsame Testament allerdings in notarieller Form gegenüber der Oma widerrufen.

Das Problem bei der Oma sind da nicht nur eventuelle Erben, sondern die Kosten der Pflege. Diese kann das Vermögen recht schnell auffressen. Dann gibt es schlicht nix mehr zu vererben. Hierbei können selbst Schenkungen innerhalb von 10 Jahren zurückverlangt werden. Ferner können Sozialleistungen der lezten 10 Jahre vor dem Erbfall von den Erben bis zum Wert des Nachlasses zurückverlangt werden.

Dies bedeutet, dass es mit immensen Kosten und einer langen Wartezeit für mich verbunden wäre und ich wahrscheinlich die Hälfte des Verkehrswertes des Hauses auf ein Sperrkonto für meine Oma bezahlen müsste.

Dem ist so. Leztlich können sie ihren Anteil nur mit Zustimmung des Vormundschaftsgerichts von der Oma kaufen. Und man sollte nicht damit rechnen, das bei einen Versterben der Oma da noch Geld übrig bleibt.

Faulpelz171 22.08.2012, 17:36

Danke ichweisnix für die Antwort,

meinen Sie mit Sozialleistungen die Gelder, die momentan aus der Pflegeversicherung an den ambulanten Pflegedienst gehen?? Sozialhilfeleistungen werden nicht gezahlt, da Ergänzungen von den beiden bereits selbst getragen werden, ebenso wie die Miete für das Betreute Wohnen.

Zur Geschichte mit dem Sperrkonto - mein Opa selbst möchte auch ungern, dass ich noch etwas für das Haus zahlen muss, zumahl es sowieso nicht viel Wert ist, weil es schon ziemlich baufällig ist und ich einiges an Geld für die Sanierung und Renovierung in die Hand nehmen müsste. Meine Oma hätte es, würde sie noch einigermaßen gesund sein, auch nicht anders gewollt. Aber das ist ja leider völlig irrelevant.

Mir tut mein Opa halt Leid, weil er mir das Haus so gerne geben würde, damit ich es in Schuss halte und keiner von uns weiß eine mögliche Lösung um dies zu realisieren. Ich glaube das Stichwort "Zwickmühle" trifft die Situation im Moment ganz gut.

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Ihre Frage ist eigentlich zu schwierig, um sie hier belastbar zu beantworten. Da Ihre Oma nicht mehr testierfähig ist, kommt eine Änderung des gemeinschaftlichen Testaments Ihrer Großeltern dahin, Ihnen beim Tode des letztversterbenden Großelternteils die Haushälfte als Vermächtnis zuzuwenden, nicht in Betracht. Auch der Betreuer der Oma bzw. das ihn beaufsichtigende Familiengericht wird hier nichts zu Ihren Gunsten tun können.

Es wäre daran zu denken, dass die im Testament der Großeltern eingesetzten Schlusserben einen Vertrag mit Ihnen schließen, in dem sie sich verpflichten,aus dem späteren Nachlass die Haushälfte an Sie (unentgeltlich) zu übertragen. Diese an sich einfache Lösung wird aber vermutlich an § 311b Abs.IV BGB scheitern, wo es heißt, dass ein Vertrag über den Nachlass eines noch lebenden Dritten (hier: Ihre Großeltern) nichtig ist. Ob die in § 311b Abs.V BGB beschriebene Ausnahme (Vertrag unter künftigen gesetzlichen Erben) für Ihre Zwecke anwendbar ist, müssten Sie durch einen erbrechtlich spezialisierten Anwalt oder Notar (ein solcher Vertrag müsste auf jeden Fall notariell beurkundet werden) klären lassen. Ich persönlich habe Zweifel, ob das bei der von Ihnen geschilderten Konstellation, in der Ihr Vater als einer der gesetzlichen Erben der Großelternofgfenbar ausdrücklich enterbt ist, geht. Unklar ist mir auch, wie das Testament Ihrer Großeltern tatsächlich aussieht: Sie schreiben, dass der Onkel das Haus, die Tante Ländereien und Ihr Vater nichts erbt. ,Handelt es sich dabei um eine bloße Auseinandersetzungsanordnung oder sind diese Nachlasswerte den Genannten als Vermächtnisse zugewendet ? Ist das Testament notariell errichtet oder nur hand-schriftlich (so dass es im letzteren Fall möglicherweise unklare Formulierungen enthält) ? All das sollte durch gezielte Beratung geklärt werden. Hier kann das natürlich nicht geschehen - Anwälte wollen und müssen auch leben !

Faulpelz171 22.08.2012, 17:16

Danke sergius für die schnelle Antwort.

Das Testament haben die beiden vor ca. 11 Jahren bei einem Notar erstellt. Mein Vater bekommt "nichts", da er die andere Haushälfte erhalten und vor ein paar Jahren bereits etwas Land überschrieben bekommen hat. Das ist für ihn soweit okay und deshalb sollen die anderen beiden Kinder jeweils die Haushälfte bzw. die übrigen Landereien meines Großvaters erhalten. Wie genau das im Testament niedergeschrieben ist, kann ich leider nicht beantworten, da ich es noch nicht gesehen/gelesen habe.

Ihren Angaben nach könnte man also unter allen künftigen Erben einen Vertrag abschließen, der den testamentarisch geregelten Nachlass anderweitig verteilt? Gleichzeitig könne solch ein Vertrag aber als nichtig erklärt werden? Deutschland ist manchmal aber auch dezent kompliziert in seinem Rechtssystem. Dementsprechend wäre dies aber auch wieder eine schwammige Lösung??!!

Eine anwaltliche Hilfe habe ich mir hier gar nicht wirklich erhofft - nur erste Lösungsansätze und Erfahrungen anderer mit ähnlichen Geschichten. Einen Anwalt konsultieren und honorieren werde ich ganz bestimmt noch.

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