Hilfe! Psychisch und Physisch am Ende.

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4 Antworten

Die Depression nach der Psychose ist absolut gängig. Natürlich mußt Du Dich behandeln lassen. Du gehst ja sonst zu Grunde. Denk doch bitte mal darüber nach, nochmal freiwillig eine gewisse Zeit in einer guten Fachklinik zu verbringen. Laß Dich doch einfach fallen und leg die Gefühle der Verpflichtungen (Arbeit, Familie, Freunde) ab. Laß Dich fallen und laß sich andere Leute, die Erfahrung haben, um Dich kümmern. Es ist schwer zu verstehen für die Angehörigen und Freunde, was mit einem Menschen passiert, der diese Erkrankung hat. Trotzdem sollte sich Deine Familie zumindest damit beschäftigen, sich informieren. Es ist wichtig für einen Erkrankten, dass die Familie voll und ganz hinter ihm steht, ihm den Rücken stärkt. Oft braucht das Verstehen aber Zeit und Abstand. Die Zeit ist jetzt Dein Freund. Du bist noch jung umnd hast noch soviele Jahre vor Dir. Du kannst noch alles machen, was Du willst, beruflich und privat. Sicher warten auch noch viele Männer auf Dich, da Du eine interessante Frau sein wirst, die einiges an Erfahrung aufzuweisen haben wird. Gib Dir Zeit, gib der Krankheit Zeit und gib der Genesung Zeit. Wenn man mit einer Grippe und 40 Grad Fieber im Bett liegt, kommt auch keiner auf die Idee zu sagen:" Beweg Dich endlich mal aus dem Bett, Du faules Stück!" Du bist jetzt krank. Das haben alle zu akzeptieren und keiner hat das Recht, Dir deswegen Vorwürfe zu machen oder Dir zu sagen, dass Du endlich mal den Hintern hoch kriegen solltest. Du brauchst Pflege, genau wie jemand, der wegen Grippe im Bett liegt. Man muß sich um Dich kümmern und das mußt Du einfach einfordern. Sag Deiner Familie:" Was ist bitte schön an dem Wort Krankheit nicht zu verstehen? Ich habe viele Jahre lang einwandfrei funktioniert, aber jetzt bin ich dazu nicht in der Lage und ihr müßt verdammt nochmal zu mir stehen und Euch um mich kümmern! Ich bin nicht der einzige Mensch mit dieser Krankheit, es hätte jeden von Euch genauso treffen können!" Geh in die Klinik, Arbeit gibt es noch reichlich, wenn es Dir wieder besser geht. Knüpf Kontakte zu anderen Betroffenen, einer Selbsthilfegruppe. Die wissen am Besten, wie es Dir geht, verstehen Dich und sind bei Dir. Tausch Dich aus und stützt Euch gegenseitig. Wahrscheinlich findest Du unter ihnen Freunde fürs Leben. Ich wünsch Dir soviel Mut, Kraft, Zuversicht, wie nur in einen Menschen reinpassen kann!!!

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Das du hier schreibst, ist sehr gut. Deine Biografie weist viele unbearbeitete Verletzungen in der Vergangenheit auf. Zu denen begleiten dich unangenehme Gefühle.Du fühlst dich damit schwer und Müde wie du es schreibst.Du möchtest deine Gefühle nicht mehr verstecken und willst sie Sichbar machen. Daher schreibst du hier.In einer Therapie kannst du Unterstützung finden und den Nebel aufbrechen der dich umgibt.In dieser Undurchsichtigkeit suchst du einen Weg. Der Weg geht zurück zu dir selbst. Am besten du gehst zu deinem Arzt und lässt dich zu einem Psychologen überweisen. Wenn eine Warteliste besteht, was häufig so ist. Kannst du dich auch direkt ins Krankenhaus begeben. Deine Wut, die Trauer und die Gedanken an der du momentan (noch) gebunden bist, werden dann richtig sichtbar gemacht und du fängst wieder an in deinem Leben einen Sinn zu finden. Ich wünsche dir viel Glück!

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Du hast das schon richtig erkannt: Du bist instabil und damit kannst du auf keinen Fall arbeiten. Am besten gehst du erstmal wieder in eine Klinik und arbeitest an dir. Das ist keine verlorene Zeit, ganz im Gegenteil, das ist eine Zeit, in der du wieder Selbstvertrauen und Stabilität und ein Stück weit Gesundheit dazugewinnen kannst. Im Lebenslauf ist dann zwar eine Lücke, aber das ist dann eben so- wenn ein Krebskranker eine Chemotherapie machen müsste, würdest du ihn doch auch nicht auf seinen Lebenslauf hinweisen. Deine Krankheit ist zwar nicht tödlich, aber sehr belastend und beeinträchtigend. Deswegen brauchst du eine Therapie. Und es ist auch völliger Blödsinn zu denken, dass du damit deine letzte Chance beendest, die Welt zu entdecken- ich habe noch nie in meinem Leben auf einem Schiff gearbeitet und war trotzdem schon in Afrika. Du verstehst? Es gibt unzählige Möglichkeiten, ein glückliches Leben zu führen und die Welt zu entdecken. Und wenn du später einfach einen ganz normalen Job in deiner Heimatstadt annimmst und immer in den Ferien ins Ausland reist, es spielt doch keine Rolle. Hauptsache es geht dir gut.

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Deinen Schilderungen zufolge habe ich nicht den Eindruck, dass Du effektiv arbeiten kannst. Wie soll das gehen? Am besten, Du lässt Dich zunächst weiterhin behandeln. Vielleicht in einer anderen Stadt, wo Dich keiner kennt und Du auch neu anfangen kannst, falls das finanziell geht.

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Tears2013 26.03.2013, 19:21

Hey danke Butz für deine Antwort, ich will mich ja auch nochmal behandeln lassen, aber dann denke ich, wie erkläre ich diese lange Lücke in meinem Lebenslauf? Wenn ich denen absage, dann war das auch meine letzte Chance die Welt noch mehr zu erkunden, aber dann kommen wieder Gedanken, wie wenn ich drauf bin kann ich auch nicht wieder so einfach hinaus. Es ist ein hin und her, wie ein Gefühlskarussell. Früher habe ich Welt offen empfangen.

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butz1510 26.03.2013, 19:52
@Tears2013

Die Lücke erklärst Du als das, was sie ist: eine Auszeit! Kann vorkommen. Hättest Du Krebs statt Depressionen gehabt, würde die Erklärung nicht so schwer fallen, stimmt's? Dennoch: Du musst auf Dich aufpassen, Rücksicht auf Dich nehmen, damit Du irgendwann wieder richtig gut funktionierst. Du bist wichtiger als jeder Job.

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