Hilfe liege ich unterm existenzminimum?

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2 Antworten

In deiner Erstausbildung sind dir dann beide Elternteile zum Barunterhalt verpflichtet,vorausgesetzt sie sind leistungsfähig !

Man müsste erst mal wissen was du an KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ) zu zahlen hast,ohne den normalen Haushaltsstrom,nur wenn du damit auch Wasser erwärmen müsstest oder heizen musst gehört dieser mit zur KDU.

Ab deinem 18 Lebensjahr musst du deinen Unterhaltsanspruch bei deinen Eltern selber geltend machen,erst ab da würdest du deine Eltern bei Leistungsfähigkeit mit einer evtl.Zahlung in Verzug setzen und könntest bzw.müsstest dieses dann selber einklagen.

Du könntest dir beim Amtsgericht einen Beratungsschein holen,mit diesem solltest du dir dann einen Anwalt für Familienrecht suchen,dass würde dich dann nichts kosten,wenn du nicht genug Einkommen hast.

Wie weit musst du denn mit dem Auto zur Ausbildung fahren,nur einfache Strecke und was musst du an KFZ - Haftpflicht verteilt auf einen Monat zahlen?

Bei 725 € Brutto solltest du dann etwa 577 € Netto auf dein Konto bekommen,du solltest dann mit deinen 190 € Kindergeld etwa 767 € im Monat zur Verfügung haben.

Laut Düsseldorfer Tabelle steht dir als Azubi in eigener Wohnung / WG ein Elternunterhalt von min. 735 € zu.

Von deinen ca. 577 € Netto Vergütung könntest du dann in der Regel 90 € pauschal für Aufwendungen abziehen,die dir durch die Ausbildung entstehen könnten,würden diese Aufwendungen tatsächlich höher liegen,dann müsste das nachgewiesen werden können.

Es blieben dann angenommen von deinen ca. 577 € nach Abzug der 90 € noch etwa 487 € + die 190 € Kindergeld = gesamt ca. 677 €.

Dir würden dann von deinen Eltern noch min. etwa 58 € Unterhalt pro Monat zustehen und diesen musst du dann nachweisbar bei deinen Eltern einfordern.

Anspruch auf Wohngeld hast du nicht,weil du dem Grunde nach ja Anspruch auf BAB - hast,es wurde nur abgelehnt weil deine Eltern dir in der Erstausbildung vorrangig zum Unterhalt verpflichtet sind und in deinem Fall auch leistungsfähig sind,also Unterhalt zahlen können bzw.müssen.

Es kommt dann ggf.auch auf den Grund deines Auszugs an,wenn du hättest weiter bei den Eltern wohnen können,dann könnte es unter Umständen mit Barunterhalt nicht so gut aussehen,selbst wenn sie leistungsfähig sind,dass müsste dann am Ende durch ein Gericht geklärt werden.

Du kannst nur noch eines versuchen,du stellst beim zuständigen Jobcenter einen Antrag auf ALG - 2,dazu legst du dann zu den anderen Nachweisen die benötigt werden auch noch eine Kopie der BAB - Ablehnung.

Dann werden nämlich deine Eltern angeschrieben,sie müssen dann Angaben und Nachweise über ihr Einkommen und Vermögen machen,weil sie dir wie gesagt vorrangig zum Unterhalt verpflichtet sind,wenn du deinen Lebensunterhalt in der Ausbildung nicht selber bestreiten kannst und sie leistungsfähig sind.

Das Jobcenter würde dann unter Umständen für den zu zahlenden Unterhalt der Eltern in Vorleistung gehen,du müsstest dann ggf.deinen Unterhaltsanspruch ans Jobcenter abgeben und die holen sich dann schon was ihnen zusteht,wenn Leistungsfähigkeit der Eltern vorliegt.

Im SGB - ll ( ALG - 2 Bezug ) würden dir derzeit z.B. als Single min. 404 € Regelsatz für den Lebensunterhalt zustehen ( auch für Abschlag Haushaltsstrom ) und dazu dann min. noch deine KDU,dass würde dann deinen Bedarf ergeben.

Dazu könnten dann ggf.noch weitere Aufwendungen geltend gemacht werden,die dir durch die Ausbildung entstehen,also wie Fahrkosten und gesetzlich vorgeschriebene Beiträge für Versicherungen wie KFZ - Haftpflicht.

Auf deine Brutto Vergütung würden dir dann Freibeträge nach § 11 b SGB - ll berechnet,dass würden erst mal 100 € Grundfreibetrag sein,von 100 € - 1000 € Brutto 20 % und von 1000 € - 1200 € Brutto noch einmal 10 % Freibetrag.

Diese Freibeträge werden dann addiert,theoretisch von der Netto Vergütung abgezogen,dazu kommt dann dein Kindergeld von 190 € und das ergibt dann das gesamte anrechenbare Einkommen,dieses wird dann auf den oben genannten Bedarf angerechnet,würde dann noch Unterhalt usw.dazu kommen,dann würde das natürlich auch auf den Bedarf angerechnet.

Du hättest dann auf 725 € Brutto erst mal 100 € Grundfreibetrag,von 100 € - 725 € liegt eine Differenz von 625 € und davon stehen dir noch mal 20 % Freibetrag zu,sind dann noch mal 125 €,gesamter Freibetrag dann 225 €.

Zieht man diese dann von deinen ca. 577 € Netto ab,blieben etwa 352 € + 190 € Kindergeld = ca. 542 € gesamtes anrechenbares Einkommen.

Von diesen ca. 542 € gingen deine 404 € Regelsatz ab,es würden dir also für deine KDU - nur noch etwa 138 € pro Monat bleiben.

Dir sollte dann schon mal die Differenz von diesen etwa 138 € bis zu deinen tatsächlichen KDU - als Aufstockung zustehen,dass zumindest in der Regel für 6 Monat,kommt dann auf die Angemessenheit deiner KDU - an,denn nach dieser Übergangszeit würden dann nur noch die angemessenen KDU - gezahlt.

Zu dieser Aufstockung könnten dann wie gesagt noch weitere absetzbare Beträge kommen,die dir entstehen.

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Kommentar von Ariannaroman95
20.08.2016, 10:59

Meine Fixkosten :

333 € Miete

47 €Strom 

46€ Versicherung Auto 

40,40€ Darlehen vom Amt

40€ Telefon 

150€ Sprit 

Essen und trinken ist nicht mit berechnet. 

Ungefähr hätte ich dann nur noch 110 Euro. 

Ich fahre jeden Tag eine Strecke von 50Km zur Arbeit ( hin und zurück )

Naja und gerichtlich möchte ich nicht mit meinen Eltern gehen aus dem Grund weil meine Eltern Schulden haben und selber kaum Geld haben zum Leben. Deswegen hoffe ich das es vll eine andere Lösung gibt, als meine Eltern wegen dem Unterhalt zu verklagen wenn die nicht zahlen wollen. Weil so wie die Dame mir bei der Bundesagentur gesag hat, können meine Eltern entscheiden wieviel sie mir zahlen wollen. Sollte das Wohngeld abgelehnt werden habe ich dann nichts. Und dann sollte ich mit dem 110€ im Monat alleine klar kommen.

Also müsste ich dann wegen dem existenzminimum zum Amt ?

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Da Dein Einkommen sehr gering ist, solltest Du Dir beim Amtsgericht einen Beratungsschein holen, um dann juristische Hilfe zu suchen. ( Die Beratung selbst wäre dann für Dich kostenfrei. ) Ein Rechtsanwalt kann Dir sagen, ob Dein Vater doch noch etwas bezahlen muß. Dafür solltest Du im Bedarfsfall einen Fachanwalt für Familienrecht aufsuchen.

Antrag auf Beratungshilfe

www.justiz.de/formulare/zwi_bund/agI1.pdf

Von wann datiert der ablehnende BAB-Bescheid?

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Kommentar von Ariannaroman95
19.08.2016, 17:07

Um ehrlich zu sein will ich auch ungerne gerichtlich etwas mit meinen Eltern klären.und ich weiß nicht wie lange das alles mit dem Anwalt dauern kann.

Gestern also am 15 August habe ich die Ablehnung bekommen.. 

Wo kann ich den genau wegen dem Existenzminimum nachfragen ? 

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