Hilfe Kündigung einige Fragen?

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10 Antworten

Das heißt dann doch, dass ich bei einer Betriebszugehörigkeit von 6 Jahren eine Kündigungsfrist von 2 Monaten habe, sowohl von Seiten des AG als auch von der Seiten des AN, also von mir, oder ?

So ist es - § 622 Abs. 2 Nr. 2 BGB

Wäre dies richtig: Dann müsste ich bis Ende dieses Monats Kündigen um ab 30.09 raus zu sein

Auch richtig.

Problem hier ist leider, dass meine direkte Vorgesetze im Urlaub ist bis 31.

Das macht nichts. Deine schriftliche Kündigung muss spätestens am 31.07.17 bei deinem AG eingehen, und zwar so, dass man unter normalen Umständen die Möglichkeit zur Kenntnisnahme hat.

und falls sie die Kündigung zur Personalabteilung senden muss oder ich wäre das wohl dann nicht mehr fristgerecht

Wie die Kommunikations- oder Postwege innerhalb des Unternehmens sind, ist nicht dein Problem. Du musst nur im Zweifel belegen können, dass dein schriftliche Kündigung rechtzeitig angekommen ist. Das kannst du entweder frühzeitig per Einwurf(!)-Einschreiben machen oder du übergibst die Kündigung spätestens am 31.07. deiner direkten Vorgesetzten. Auf einer Kopie, die du mitbringst, lässt du dir den Erhalt quittieren.

Kann ich also auch mit ihrer Stellvertretung reden ?

Klar kannst du. Du bist aber nicht verpflichtet, überhaupt mit irgendjemandem darüber zu reden.

lalilaaa11 18.07.2017, 15:06

vielen Dank für die ausführliche Antwort, nun hab ich nurnoch eine Frage und zwar ist denn Die stellvertretende Filialleitung der richtige Ansprechpartner? Also kann auch sie mir den Eingang bestätigen, bevor sie es zu der Personalabteilung weiterleitet ? (Falls ich sie nicht selber dort hinschicken muss) 

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DarthMario72 18.07.2017, 15:08
@lalilaaa11

Du kannst das theoretisch auch an der Telefonzentrale abgeben und dir den Eingang von dort bestätigen lassen.

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Deine schriftliche Kuendigung muss spaetestens am 31.7. zu normalen Buerozeiten beim Arbeitgeber zugehen, um zum 30.9. zu wirken.

Wenn du unbedingt vorher noch mit deinem Vorgesetzten reden willst und der erst am 31.7. wieder da ist, musst du das halt so rechtzeitig am 31.7. tun, dass du anschliessend noch am gleichen Tag die Kuendigung abgeben kannst.

1. Du kannst du Kündigung auch schon früher aussprechen, du musst nur rein schreiben, zu welchem Termin du kündigen willst. Auch ist dies Gegenüber dem Arbeitgeber netter, weil er dann mehr Zeit hat, sich um Ersatz zu kümmern.

2. Du kannst die Kündigung an die Firma schicken, in der Personalabteilung abgeben oder dem stellvertretendem Filialleiter geben, Hauptsache, es ist eine Adresse oder eine Person, die Briefe für die Firma entgegen nehmen darf.

Du kannst doch (unabhängig von der Frist) einfach diese Woche mündlich beim stv. Filialleiter per Ende Sept. kündigen (dann ist er bereits informiert) und ihn zudem fragen, ob Du das schriftlich an ihn oder direkt die Personalabteilung senden sollst.

DarthMario72 18.07.2017, 14:03

einfach diese Woche mündlich beim stv. Filialleiter per Ende Sept. kündigen (dann ist er bereits informiert)

Das ist aber nicht mehr als eine mündliche Information. Als Kündigung taugt das nicht, denn eine Kündigung hat zwingend schriftlich zu erfolgen.

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gschyd 18.07.2017, 14:30
@DarthMario72

Mir geht es darum - egal wie lange die Frist ist - Gespräch mit stv. Filialleiter & zudem schriftlich ebenfalls an ihn oder Pers.abt., damit ist auch jegl. gesetzl. Regelung genüge getan.

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DarthMario72 18.07.2017, 14:58
@gschyd

schriftlich ebenfalls an ihn oder Pers.abt.

An wen (Person/Abteilung) ist vollkommen egal. Man könnte das zu den üblichen Geschäftszeiten auch an der Telefonzentrale abgeben oder mit einem Zeugen in den Firmenbriefkasten einwerfen. Das wäre auch ausreichend, so lange man im Zweifel den rechtzeitigen Zugang nachweisen kann.

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Um allen Eventualitäten erfolgreich zu begegnen, kannst du deine schriftliche Kündigung mit jetzigem Datum formulieren, abgeben, und um eine Bestätigung des Sachverhalts bitten. Ggf. sogar per Einschreiben und Rückschein, um bezüglich der Fristen auf der sicheren Seite zu sein. Bei der 'Perso' ist immer jemand für die Mitarbeiter und ihre Belange zuständig. ;)

lalilaaa11 18.07.2017, 12:43

Ich wollte aber erst mit meinem direkten Vorgesetzen sprechen bevor ich etwas zur Personalabteilung sende, dass wäre doch sonst sehr unfair finde ich.

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jayjay22 18.07.2017, 12:46
@lalilaaa11

Klar, macht man in aller Regel auch so. Kannst du doch parallel machen.

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DarthMario72 18.07.2017, 13:35

Ggf. sogar per Einschreiben und Rückschein, um bezüglich der Fristen auf der sicheren Seite zu sein.

Wenn schon per Einschreiben, dann niemals (!) per ES mit Rückschein, sondern als Einwurf-Einschreiben. Beim Einwurf-ES quittiert der Postbote, wann er den Brief beim Empfänger eingeworfen hat und damit gilt er als zugestellt. Beim Übergabe-ES muss der Empfänger quittieren. Verweigert er aber die Annahme oder holt den Brief nicht bei der Post ab, ist die Kündigung nicht zugegangen und man verpasst schlimmstenfalls die Frist!

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jayjay22 18.07.2017, 13:59
@DarthMario72

Das stimmt: wusste zwar, da war noch was wie die persönliche Übergabe des Schreibens, aber die Begrifflichkeit ist mir entfallen. Bedanke mich für die Verbesserung! ;-)

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Ob sie im Urlaub ist oder nicht, letztlich zählt der Eingang in der Firma

kündige sofort per Einschreiben mit Rückschein, ist doch egal, ob deine Vorgesetzte in Urlaub ist oder nicht, dein Entschluss ist doch entgültig, oder? Du musst die Fristen wahren, sonst wird es nicht termingerecht. Also per Einschreiben mit Rückschein. Dann kannst du immer noch mit der stellvertretenden Vorgesetzten reden.

DarthMario72 19.07.2017, 11:44

kündige sofort per Einschreiben mit Rückschein

Nein! Keinesfalls ES mit Rückschein! Wenn Einschreiben, dann auf jeden Fall Einwurf-Einschreiben! 

Beim Einwurf-ES quittiert der Postbote, wann er den Brief beim Empfänger eingeworfen hat und damit gilt er als zugestellt. Beim Übergabe-ES muss der Empfänger quittieren. Verweigert er aber die Annahme oder holt den Brief nicht bei der Post ab, ist die Kündigung nicht zugegangen und man verpasst schlimmstenfalls die Frist!

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uwe4830 19.07.2017, 12:12
@DarthMario72

Unternehmen, haben immer jemanden der Briefe annimmt, oder lebst du auf dem Mond, und selbst wenn habe ich immer noch den Beleg, dass es rechtzeitig raus gegangen ist. Danke fürs Überflüssige Gespräch gerne biete ich dir das Tschüüsss an

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DarthMario72 19.07.2017, 12:32
@uwe4830

Unternehmen, haben immer jemanden der Briefe annimmt, oder lebst du auf dem Mond

Trotzdem kommt es immer wieder mal vor, dass Briefe nicht angenommen werden.

und selbst wenn habe ich immer noch den Beleg, dass es rechtzeitig raus gegangen ist

Das hilft dir aber im Streitfall nicht im Geringsten weiter! Denn es ist absolut irrelevant, wann du deine Kündigung abschickst. Es kommt einzig und allein auf den rechtzeitigen Zugang an. Google mal die Rechtsprechung dazu.

Danke fürs Überflüssige Gespräch

Das einzig überflüssige ist diese Zeile in deinem Kommentar.

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uwe4830 19.07.2017, 12:54
@Wolfgang57234

schön für euch negativ eingestellte Persönlichkeiten, dann haben sich ja 2 gefunden, für die das Glas immer halb leer ist. Also zieh mir nicht am Accu, mit negativ gelaunten Menschen versau ich mir nicht den Tag

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DarthMario72 19.07.2017, 13:37
@uwe4830

schön für euch negativ eingestellte Persönlichkeiten

Also ich zumindest bin nicht schlecht gelaunt. Aber nett von dir, dass du gleich pampig wirst, wenn man deine Meinung widerlegt.

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Andreaslpz 19.07.2017, 14:21
@uwe4830

Ich denke, das hat nix mit negativ eingestellten Persönlichkeiten zutun. Vielmehr sind es die Tricks, die die Firmen gern mal vollführen - von daher völlig korrekt eher das Einwurfeinschreiben zu verwenden

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Der Arbeitnehmer kann immer mit einer Frist von 4 Wochen zum Monatsende kündigen. Ob Deine Vorgesetzte in Urlaub ist, ist dabei unerheblich. Du kündigst ja schriftlich, dann leite das an die Vertretung oder die Personalabteilung weiter.

lalilaaa11 18.07.2017, 12:32

Immer, auch wenn diese Gleichsetzungsklausel dort im Vertrag steht ? 

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AnglerAut 18.07.2017, 12:33

Eine andere Frist wurde vertraglich festgesetzt, wieso sollte diese dann nicht gelten ?

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lalilaaa11 18.07.2017, 12:35
@AnglerAut

Ich war Bzw bin mir unsicher den Satz habe ich ja daher geschrieben, da ich dachte jemand kennt sich mit solch einer Klausel aus. 

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Cappiket 18.07.2017, 12:37
@AnglerAut

Ich habe einfach mal angenommen, dass Du noch nicht alle 6 Jahre lang, schon 25 warst, wenn Du jetzt ein Studium beginnen möchtest.

Die Beschäftigungszeiten vor dem 25. Lebensjahr sind laut BGB § 622 Abs 2 nämlich nicht mit einzurechnen. Damit fällst Du in die Frist von weniger als 5 Jahren und damit einen Monat zum Monatsende des Kalendermonats, also die 4 Wochen.

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lalilaaa11 18.07.2017, 12:42
@Cappiket

Bin unter 25, aber habe dazu dies gefunden: 

§ 622 Abs. 2 Satz 2 BGB sieht derzeit noch vor, dass Beschäftigungszeiten vor dem 25. Lebensjahr bei der Berechnung der Dauer der Betriebszugehörigkeit nicht mitzuzählen sind.

Die Vorschrift ist allerdings nach der Entscheidung des EuGH vom 19.1.2010 wegen Verstoßes gegen das Verbot der Ungleichbehandlung aufgrund des Alters europarechtswidrig und darf von den deutschen Gerichten nicht mehr angewendet werden. Dem hat sich auch das Bundesarbeitsgericht angeschlossen.

Künftig sind damit sämtliche Beschäftigungszeiten für die Berechnung der Kündigungsfrist heranzuziehen. Das gilt auch dann, wenn der deutsche Gesetzgeber die Vorschrift des § 622 Abs. 2 Satz 2 BGB noch nicht gestrichen hat.

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Cappiket 18.07.2017, 12:47
@lalilaaa11

autsch, verdammt, das ist mir neu... in dem Fall rate ich Dir auch, da Du ja jetzt schon für Oktober bescheid weiß zu kündigen. Dann bist Du immernoch in der Frist, denn der ganze September und August zählen ja auch noch ;-)

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DarthMario72 18.07.2017, 14:01
@Cappiket

Die Beschäftigungszeiten vor dem 25. Lebensjahr sind laut BGB § 622 Abs 2 nämlich nicht mit einzurechnen.

Das steht zwar noch im Gesetz, darf aber nicht mehr angewendet werden, da das eine unzulässige Alters-Diskriminierung darstellt und dem AGG widerspricht.

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DarthMario72 18.07.2017, 13:36

Der Arbeitnehmer kann immer mit einer Frist von 4 Wochen zum Monatsende kündigen.

Nicht in diesem Fall. Denn hier wurde eine andere Frist vertraglich vereinbart.

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wie lange weißt du denn schon, daß du im Oktober anfängst zu studieren. warum kann man sich nicht vorher informieren?

lalilaaa11 18.07.2017, 12:33

Weiß es erst seit letzter Woche ! 

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DarthMario72 18.07.2017, 14:06

wie lange weißt du denn schon, daß du im Oktober anfängst zu studieren. 

Das ist doch hier vollkommen irrelevant. So lange die Kündigungsfrist eingehalten wird, ist es egal, ob man überhaupt mit irgendjemandem über die Kündigung spricht. Wichtig ist einzig und allein der rechtzeitige Zugang in der Firma. Ob der Vorgesetzte oder gar der Firmenchef da ist oder nicht, interessiert niemanden.

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Der Gesetzestext bricht den Vertrag. 

Dazu solltest du dich schlau machen, was in der Branche gilt.

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