HILFE! Inkassokosten+Anwaltskosten bezahlen?

4 Antworten

Das ist mit Fantasiekosten aufgebläht, Bankrücklast ist ja wohl gar nicht angefallen!

Inkassokosten plus Anwaltsgebühr muss man schon mal gar nicht zahlen, wenn überhaupt, dann nur entweder das eine oder das andere.

Also nur die Anwaltskosten und Zinsen bezahlen, Mahngebühren selbst ausrechnen und max. ca. 5€ pro Brief (nur Papier, nicht für E-Mail).

Dann dem Anwalt mitteilen, dass man die Forderungen des Inkassobüros nicht bezahlt (muss man nicht, wenn nachher ein Anwalt übernimmt, dass ein Anwalt beim Geldeintreiben Inkassobüro-Kosten für den gleichen Fall fordert, ist unseriös!)

Inkasso muss man, wenn überhaupt, auch nur in Höhe entsprechender Anwaltskosten bezahlen (1,3 Gebühr ist auch schon hoch!), d.h. 45€ müsste man nicht bezahlen, "Kontoführungskosten" sind eine Fantasiegebühr, für die es keine Rechtsgrundlage gibt!

Wichtig: Überweisungen immer zweckgebunden, damit nicht zuerst auf die Fantasiegebühren angerechnet wird.

Außerdem würde ich dem Anwalt schnell mitteilen, dass ich a) der Apotheke das Geld überwiesen hab, b) dass ich sein Geld und den Verzugszins überwiesen hab, und c) dass ich weitere Kosten eines Inkassobüros nicht bezahlen werde.

Die Eintreibe-Anwälte wissen genau, dass man beim Anwaltsinkasso nicht noch zusätzlich Inkassobüros zahlen muss, aber manche versuchen die Leute für dumm zu verkaufen und fordern erst mal, oder schicken sogar noch Drohungen nach, dass man auch noch die Inkassobüro-Kosten zahlen soll (in dem Fall würde ich vielleicht gegen den Anwalt vorgehen, das heißt, dass er vorsätzlich täuscht und/oder sich mit dem Fall gar nicht beschäftigt hat, was bei Masseninkasso-Kanzleien durchaus üblich ist - dann sind auch die Anwaltskosten in 1,3-Höhe fraglich).

Sollte für die Inkassobüro-Kosten tatsächlich ein gerichtlicher Mahnbescheid kommen, unbedingt fristgerecht dem Gericht(!!!) den Widerspruch zukommen lassen!

Es gibt keine Rechtsgrundlage dafür, aus 68€ mal eben schnell 182€ zu machen - Versuche dieser Art sind beliebt, aber man muss sie sich nicht gefallen lassen.

Mit weiteren Mahnungen und Drohschreiben muss man aber wohl leider rechnen.

Anwaltskosten, Verzugszins von 5% über Basiszins (ggf. googlen...) und Kosten für Mahnbriefe (Papier+Porto) muss man allerdings bezahlen, wenn Verzug vorliegt und ein Anwalt die Sache übernimmt. Wobei man sich über eine 1,3-Gebühr streiten kann (höher wäre nicht legitim), gerade bei Massenbetrieben ohne Einzelfallprüfung wäre eher eine 0,7 , 0,5 oder 0,3-Gebühr angemessen. Sollten die wirklich versuchen, zusätzliche Inkassobüro-Kosten einzuklagen (unwahrscheinlich), würde ich das anführen, vorher lohnt sich aber das Risiko kaum.

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Ich würde sowas schreiben:

Sehr geehrte Rechtsanwälte ...

mit Verwunderung nehme ich zur Kenntnis, dass Sie zusätzlich zur Hauptforderung, Verzugszins und Ihren Anwaltskosten auch noch Kosten für ein Inkassobüro ihres Mandanten ... fordern!

Als Anwälte sollten Sie sich der Schadensminderungspflicht nach §254 BGB bewusst sein, die üblicherweise so gesehen wird, dass zur Durchsetzung einer Forderung keine höheren Kosten als die üblichen Anwaltsgebühren als Verzugsschaden vom Schuldner ersetzt werden müssen und insbesondere Forderungen von Inkassobüro-Kosten zusätzlich zu den Anwaltskosten von Schuldner nicht zu tragen sind.

Sie sollten sich also der Unrechtmäßigkeit der Forderung in der von Ihnen genannten Höhe bewusst sein!

Die zusätzlichen Kostenforderungen für ein Inkassobüro werde ich nicht begleichen, gegen gerichtlichen Mahnbescheid oder Klage werde ich mich ggf. zur Wehr setzen.

Mit der Zahlung von Hauptforderung, Verzugszins und Anwaltskosten (ggf. weiterer Mahnkosten) habe ich meine Verpflichtungen erfüllt.

Hochachtungsvoll

...

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Wenn Zahlungsverzug vorliegt, dann hat die Gegenseite auch Anspruch auf Erstattung von Inkassokosten. Aber sie hat nicht noch zusätzlich Anspruch auf Erstattung von Anwaltskosten. Es verstößt gegen die sogenannte Schadensminderungspflicht, in der offensichtlichen Absicht einer mutwilligen Kostentreiberei sowohl ein Inkassobüro als auch einen Anwalt mit der Beitreibung zu beauftragen.

Die Gegenseite hat auch keinen Anspruch auf die Zahlung kreativer Sondergebühren wie "Kontoführungsgebühren" und ähnlichen Quatsch. Die Führung eines Geschäftskontos gehört zur üblichen Geschäftstätigkeit eines Inkassobüros bzw. eines Anwalts und ist nicht gesondert berechnungsfähig. S. dazu auch das Urteil des Amtsgerichts Dortmund vom 23.03.1995 Az. 125 C 1278/95. Besonders dieser Rechnungsposten ist ein deutliches Zeichen der für BID leider ganz typischen, miesen und unlauteren Kostentreiberei. Es verwundert, dass sie nicht schon angefangen haben, die Kosten für den Schornsteinfeger, den Hausmeister oder die Treppenhausreinigung als "Haushaltsumlage" mit reinzunehmen. Am besten sollten sie auch noch den Piccolo für die Chefsekretärin mit auf die Rechnung setzen. Nein, im Ernst: solche kreativen Sonderposten kann man streichen.

Ebenfalls hat die Gegenseite keinen Anspruch auf Erstattung von Rücklastschriftgebühren, wenn nicht die Apotheke tatsächlich versucht hat, per Lastschrift abzubuchen (dann müsste das aber auch bei der Bestellung so vereinbart worden sein). Selbst wenn: 20 Euro wären ohnehin überhöht und sittenwidrig, weil dies deutlich oberhalb der von den Banken üblicherweise berechneten Gebühr liegt. S. dazu auch: Oberlandes­gericht Brandenburg Beschluss vom 24.02.2012, Az.: 7 W 92/11.

Die Höhe der zulässigen Inkassokosten ist in der Rechtsprechung strittig. Es herrscht aber ein gewisser Konsens dahingehend, dass den Inkassobüros nur eine Erstattung in der Höhe einer vergleichbaren anwaltlichen Tätigkeit zusteht. Ob hier eine 1,3-fache Gebühr zulässig ist, darüber könnte man sich streiten, aber man ist wohl auf der sicheren Seite, wenn man den 1,3-Faktor ansetzt. Dann wären 45 Euro Inkassogebühren noch im Rahmen des Vertretbaren.

Man kann der Gegenseite mitteilen, dass man die Inkassogebühren sowie Portokosten begleicht, dass man aufgrund der Schadensminderungspflicht jedoch die Erstattung zusätzlicher Anwaltskosten sowie Kontoführungsgebühren ablehnt.

Dass die Gegenseite danach Klage einreicht, ist angesichts des niedrigen Streitwerts sowie der für die Gegenseite schlechten rechtlichen Ausgangslage (sie hat eigentlich keinen Anspruch und weiß das auch...) zwar nicht stark wahrscheinlich, aber trotzdem möglich. Nun denn: wenn die klagen, dann nimmst Du Dir einen Anwalt und lässt den die Klage abwehren. Ziemlich sicher verliert die Gegenseite und hat alle Rechtskosten zu zahlen, auch Deine Anwaltskosten.

Ich kannte es so, dass man den Anwalt bezahlen muss, Inkassobüro aber nicht, sobald sich ein Anwalt einschaltet (weil sich damit das Inkassobüro als nicht zweckmäßig erwiesen hat und der Gläubiger auch gleich den Anwalt hätte einschalten können, der standardmäßig als zweckmäßiges Mittel zur Eintreibung gilt). Der Anwalt hat für sich 39€ gefordert, also wäre es nicht wirklich sinnvoll, 45€ für ein Inkasso zu zahlen.

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@whiteTree

Der Anwalt wurde aber erst nach Zahlung der Hauptforderung tätig und bekommt daher auch kein Geld.

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Du hast bisher fast alles richtig gemacht. Gewöhne dir aber für die Zukunft ab, mit Inkassounternehmen zu telefonieren. Die weisungsgebundenen Call-Center-Agenten können und wollen dir nicht weiterhelfen!

Die Inkassokosten sind zwar grundsätzlich erstattungsfähig und rechtens, jedoch in der Regel nicht durchsetzungsfähig. Die Rechtssprechung in Deutschland ist eher inkassounfreundlich, weshalb mir aus meiner beruflichen Erfahrung kein einziger Fall bekannt ist, in dem explizit wegen Inkassokosten Klage erhoben wurde.

Ferner ist anzumerken, dass die Rücklastschriftskosten und Mahnkosten des Gläubigers zu hoch berechnet sind. Für eine Rücklastschrift sind gemäß geltender Rechtssprechung 3,00 Euro, für eine Mahnung lediglich 2,50 Euro angemessen. Höhere Kosten sind in der Regel nicht erstattungsfähig.

Im Übrigen stellen die berechneten 45,00 Euro eine 1,8er RVG-Gebühr dar, die absolut überhöht ist. Die Inkassotätigkeit besteht aus dem Versenden von aus Textbausteinen bestehenden Briefen, in denen in der Regel auch nicht die Berechtigtkeit der Forderung überprüft wird. Dies stellt eine einfache Tätigkeit dar, weshalb meiner Meinung nach maximal eine 0,5er Gebühr berechnet werden dürfte. Dies wären im vorliegenden Fall 12,50 Euro.

Auch die Kontoführungskosten und Auslagen sind nicht erstattungsfähig. Die Führung des Forderungskontos gehört zu den Aufgaben eines Inkassobüros, die bereits durch die Inkassogebühr abgedeckt sind. Zusätzlich können folglich auch keine Kontoführungsgebühren berechnet werden.

Die berechneten Zinsen mit 5,00% über dem Basiszinssatz (= aktuell 5,12%) stellen den üblichen Verzugszinssatz dar und sind in Ordnung.

Die berechneten Rechtsanwaltskosten sind zwar grundsätzlich erstattungsfähig, jedoch nicht zzgl. der Inkassogebühr. Dieser Umstand verstößt gemäß geltender Rechtssprechung gegen die Schadenminderungspflicht. Da die Hauptforderung bereits beglichen ist, musst du die Rechtsanwaltskosten nicht begleichen.

Jetzt habe ich doch schon etliche Male Fälle verlinkt, in denen Inkaasounternehmen geklagt haben und Recht bekamen. Wies behauptest du immer noch so etwas?

Die Inkassokosten sind zwar grundsätzlich erstattungsfähig und rechtens, jedoch in der Regel nicht durchsetzungsfähig. Die Rechtssprechung in Deutschland ist eher inkassounfreundlich, weshalb mir aus meiner beruflichen Erfahrung kein einziger Fall bekannt ist, in dem explizit wegen Inkassokosten Klage erhoben wurde.

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@TETTET

Bitte teile mir doch exemplarisch ein paar Urteile mit, in denen Inkassobüros Recht bekommen haben.

Dabei handelt es sich normalerweise um Versäumnisurteile...

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