Hilfe, ich schreibe morgen eine Arbeit^^

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Die Novemberrevolution führte den Übergang vom Kaiserreich zur Weimarer Republik herbei. Sie begann mit einem Matrosenaufstand gegen eigenmächtige Pläne der Marineleitung zu einer letzten aussichtslosen Schlacht der Flotte gegen Großbritannien, als die Niederlage im Krieg bereist feststand. Aufgrund Kriegsmüdigkeit, Entbehrungen, gesellschaftlichen und politischen Spannungen weitete sich der Aufstand zur Revolution aus. Am 10. November 1918 rief Philipp Scheidemann, gemeinsam mit Friedrich Ebert Partei- und Fraktionsvorsitzender der SPD die Republik aus. Ein Rat der Volksbeauftragten wurde eine vorläufige Regierung. 1919 wurde eine Nationalversammlung gewählt und von ihr in Weimar eine demokratische Verfassung beschlossen.

Die Weimarer Republik endete, ohne ausdrücklich formal abgeschafft zu werden, als am 30. Januar 1933 der Reichspräsident Paul von Hindenburg eine Regierung mit Adolf Hitller als Reichskanzler ernannte und ein Ermächtigungsgesetz („Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich“, vom Reichstag am 23. März 1933 beschlossen, wobei Zweidrittelmehrheit erforderlich war, und am 24. März 1933 im Reichsgesetzblatt verkündet) der Reichsregierung die Befugnis zur Gesetzgebung ohne Beteiligung des Parlaments und auch abweichend zur Weimarer Verfassung (Verfassung des Deutschen Reiches von 1919) übertrug. Die Nationalsozialisten kamen in einem Bündnis mit autoritär-konservativer Kräften an die Macht.

Das Scheitern der Weimarer Republik war nicht notwendig, In der Geschichte gibt es meiner Meinung nach keinen völlig zwangsläufigen Verlauf (es wirken nur zum Teil schwerwiegende Gründe), weil dieser auch von menschlichen Entscheidungen abhängt und Menschen Willensfreiheit haben (ein radikaler Determinismus hat dazu eine anderen Standpunkt, aber dessen Argumentation überzeugt mich nicht).

Die Weimarer Republik war nicht zum Scheitern verurteilt, sondern nur erheblich gefährdet und insgesamt nicht besonders stabil. Ihr Scheitern vollzog sich nicht zwangsläufig. Die Zerstörung der Demokratie war kein unausweichliches Ende. Es gab Alternativen zu den tatsächlichen Entscheidungen und Entwicklungen. Schwierigkeiten in der Anfangszeit hat die Weimarer Republik überstanden und 1924 – 1929 kam es zu einer verhältnismäßigen Stabilisierung. Es gab eine Chance auf eine Weiterentwicklung mit allmählicher Festigung bei mehr Zeit.

Zum Scheitern der Weimarer Republik hat nicht allein ein einzelner Grund geführt, sondern eine Anzahl verschiedener Ursachen und ihr Zusammenwirken.

Eberhard Kolb, Die Weimarer Republik. 7., durchgesehene und erweiterte Auflage. Oldenbourg : München, 2009 (Oldenbourg Grundriss der Geschichte ; Band 16), S. 250 – 251 skizziert ein komplexes Ursachengeflecht:

  • institutionelle Rahmenbedingungen

  • ökonomische Entwicklungen mit ihren Auswirkungen auf politische und gesellschaftliche Machtverhältnisse

  • Besonderheiten der politischen Kultur in Deutschland (mitverantwortlich für weitgehende Republikferne der Eliten)

  • Veränderungen im sozialen Gefüge (Umschichtungen)

  • ideologische Faktoren (autoritäre Tradition, extremer Nationalismus, Führererwartung und Hoffnung auf einen charismatischen „starken Mann“)

  • massenpsychologische Momente (Erfolgschancen einer massensuggestiven Propaganda infolge kollektiver Entwurzelung und politischer Labilität breiter Bevölkerungskreise)

  • Rolle einzelner Personen (vor allem Hindenburg, Schleicher, Papen)

Belastungen und Fehler waren meiner Meinung nach:

  • Versailler Vertrag und die Reaktion darauf 1929 ausbrechende Weltwirtschafstkrise

  • starke Stellung von Führungskräften des Kaiserreiches in Verwaltung, Justiz, Militär (Reichswehr) und Wirtschaft

  • antidemokratische Denken beträchtlicher Teile der Bevölkerung, auch gerade der Eliten

  • Strukturschwächen der politischen Ordnung/Verfassung ((Machtfülle des Reichspräsidenten durch Kombination von Möglichkeit von Notverordnungen, Recht auf Reichstagsauflösung und Ernennung/Entlassung des Reichskanzlers, destruktives Misstrauensvotum gegen Regierung möglich, keine Unveränderlichkeit von Grundrechten und demokratischen Grundprinzipien im Wesenskern)

  • Unterschätzung der NSDAP und ihrer Gefährlichkeit

  • Abbröckeln der Zusammenarbeit von Kräften der Mitte, in der Arbeiterbewegung verwurzelten Sozialdemokraten und im Bürgertum verankerten Parteien (vor allem Zentrum [politischer Katholizismus] und Deutsche Demokratische Partei [DDP, liberal], zeitweise auch andere wie die Deutsche Volkspartei [DVP; rechtsliberal-konservativ): durch zunehmenden Druck verengten sich die Handlungsspielräume, aber nur ein Zusammenwirken mit Bereitschaft zu Kompromissen konnte eine regierungsfähige Mehrheit, die für die Beibehaltung der Demokratie eintrat gewährleisten. Der Rückhalt nahm ab. Es gab in Parteien, die vor allem auf die bürgerliche Mitte ausgerichtet waren, eine Bewegung nach rechts, die auch mit Tendenzen in der Wählerschaft in Verbindung stand. Dies begünstigte angesichts einer zunehmende Schwierigkeit, eine regierungsfähige Mehrheit im Parlament zusammenzubringen, die Neigung zu eher autoritär regierenden Präsidialkabinetten.

Beispiele für Handlungsspielräume:

  • Möglichkeit einer stärkeren Ersetzung nicht demokratischer Führungspersonen in Verwaltung und Justiz in der Anfangszeit

  • mehr demokratische Kontrolle der Reichswehr

  • energischere Bekämpfung der Dolchstoßlegende und Aufzeigen der Verantwortung der alten Machteliten für den verlorenen Ersten Weltkrieg

  • Kompromisse unter Parteien und gesellschaftlichen Gruppen zumindest, wenn die Alternativen zu einer Einigung sehr schlecht waren

  • Abkehr von einer drastischen Deflationspolitik und mehr staatlich finanzierte Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen in der Weltwirtschaftskrise waren denkbar (das Ausmaß an Handlungsspielräumen bei dieser Frage ist in der Forschung umstritten, aber Alternativen wurden von mehreren Seiten vorgeschlagen und gesellschaftliche Unterstützung hätte es dafür gegeben, weil viele Menschen eine aktivere Hilfe des Staates wünschten)

vielen Dank für die ausführliche Antwort.

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Zu deinen Fragen hat Albrecht dir eine herrliche Zusammenfassung, die eigentlich recht kurz geraten ist, gegeben. Dickes DH.

Zum Ende möchte ich noch meinen "Senf" dazu geben. Auch wenn die weltwirtschaftlichen Umstände in den Jahren nicht rosig waren. Auch wenn Deutschland oder die Bürger nur sehr wenig Erfahrung mit demokratischen Gepflogenheiten hatten. Es wäre möglich gewesen, mit der nötigen Distanz und mit Rückrat gegen den braunen Sumpf zu steuern. Auch er hat sich langsam aufgebaut. In Italien wurde Mussolini groß, in Spanien schaffte Franco den Putsch, mit Hilfe vom Oberfuzzi itler und Mussolini übrigens, doch die deutsche Misere, politisch gesehen hat das deutsche Volk zu verantworten. An anderer Stelle habe ich heute auf ähnliches geantwortet. Zu Obrigkeitsdenkend ist man hier, leider noch heute. Und ein ausgefeilter Propagandaapparat, unter anderem Völischer Beobachter als Zeitung, trug maßgeblich zur Meinungsbildung bei.

Danke.

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"Notwendig" war das Scheitern überhaupt nicht, denn es hat ja nicht die "Not gewendet", sondern mit der Nazidiktatur erst herbeigeführt.

Novemberrevolution - Ausrufung der Republik durch Ph. Scheidemann (siehe unter Weimarer Republik im Internet).

Gab es Handlungsspielräume? Sicher. Aber wurden sie richtig genutzt? Eher nicht. Es gab viel Terror der Rechten (Morde) und Kommunisten.

Ein Reichspräsident Hindenburg konnte zwar die monarchistischen konservativen Kreise ansprechen, hat aber doch auch A.dolf Nazi geholfen.

Die Weimarer Republik war wohl zu schwach und hatte vor allem zu wenig Rückhalt in einem verunsicherten, an eine Demokratie nicht gewöhnten Volk.

Danke.

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