Hilfe ich leide sehr an dem Verlust meines Vaters (Tod,Depressionen,Verzweiflung). Mein ganzes Leben ist sch... Bin ratlos und will nichtmehr?

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15 Antworten

Liebe Fragengurl19,

es tut mir sehr leid, dass Du so sehr unter dem Verlust Deines Vaters zu leiden hast! Der Tod eines Elternteils gehört wohl mit zu dem Schlimmsten, das man im Laufe seines Lebens durchmachen muss! Ich habe das leider auch schon hinter mir, da ich vor wenigen Jahren mehrere meiner engsten Familienangehörigen verloren habe.

In so einer Situation hat man leicht das Gefühl, dass das Geschehene einfach nicht wahr sein kann. Man kann sich einfach nicht damit abfinden, dass der Verstorbene nun nicht mehr da ist. Oder man fühlt sich innerlich leer und empfindungslos. Es kann auch sein, dass der anfängliche Schmerz so groß ist, dass man meint, es gar nicht aushalten zu können. Vielleicht geht es Dir ja gerade ähnlich. Das ist die erste Phase der Trauer und sie ist wohl auch die schlimmste! Die Frage lautet nun: Wie kann ich irgendwie weiterleben und die Zeit der Trauer durchstehen?

Manche versuchen, so schnell wie möglich wieder zur Tagesordnung überzugehen und Gefühle der Trauer zu unterdrücken. Sie wollen vielleicht andern ein gutes Beispiel geben und versuchen den Starken zu spielen. Das ist jedoch auch gar keinen Fall der richtige Weg! Man muss sich selbst die traurigen Gefühle zugestehen, egal wie stark sie sind. Das bedeutet auch, dass es falsch wäre, Tränen zurückzuhalten. Am besten ist es, die Trauer zu durchleben und, wann immer einem danach ist, auch zu weinen. Das bringt einem auf jeden Fall eine gewisse Erleichterung.

Dazu, die Trauer zu durchleben gehört auch, mit anderen über seine Empfindungen zu reden (auch wenn Du im Moment glaubst, es würde Dir nicht so viel bringen). Natürlich eignet sich nicht jeder dazu. Vielleicht kennst Du einen mitfühlenden Freund, Bekannten oder Verwandten, dem Du Dein Herz ausschütten kannst. Am besten können einem oft diejenigen helfen, die bereits Ähnliches durchgemacht haben und damit fertig geworden sind. Auf jeden Fall wird es Dir leichter ums Herz, wenn Du Dich jemandem mitteilst. In der Zeit der Trauer brauchen wir jemanden an unserer Seite, auf den wir uns verlassen können und der die Sache mit uns gemeinsam durchsteht.

Es könnte aber auch sein, dass Dir im Moment gar nicht danach ist, mit jemandem zu reden. Dann könnte es Dir helfen, ein Tagebuch zu führen und Deine Gedanken und Gefühle zu Papier zu bringen. Das Geschriebene vielleicht einige Tage später wieder zu lesen, mag Dir ebenfalls Erleichterung geben.

Wenn Freunde Dir Hilfe angeboten haben, nimm sie an! Vielleicht sind sie nicht dazu in der Lage, ihr Mitgefühl durch passende Worte zum Ausdruck zu bringen und sie mögen Dir auf diese Weise zeigen, dass ihnen etwas an Dir liegt. Auch wenn sie Deinen inneren Schmerz nicht wirklich verstehen mögen, weise sie nicht zurück. Echte Freunde können einem trotz ihrer Unzulänglichkeiten und manchmal unbedachten Worte eine große Hilfe sein.

Du wirst sicher gemerkt haben, dass die Trauer enorm an Deinen Kräften zehrt. Achte deswegen gerade jetzt auf genügend Schlaf, körperliche Bewegung und eine gesunde Ernährung! Auch wenn es Dir schwerfallen mag, innerlich zur Ruhe zu kommen, sei jedoch sehr vorsichtig mit Medikamenten und Alkohol. Sie bringen Dir bestenfalls vorübergehend Ruhe, und es besteht leider die Gefahr, davon abhängig zu werden. Solltest Du z.B. zu Beruhigungsmitteln greifen, dann tue dies nur unter ärztlicher Aufsicht.

Es mag Dir auch schwerfallen, wieder zu Deinen alltäglichen Beschäftigungen (Beruf, Hausarbeit etc.) zurückkehren. Am Anfang kann es sein, dass Du Dich dazu zwingen musst. Im Laufe der Zeit wirst Du jedoch feststellen, dass der Alltag Dich ablenkt und Dir guttut. Wenn Du Dich jedoch dauerhaft verkriechst, kannst Du schnell in ein Gedankenkarussell geraten, aus dem es schwer ist, wieder herauszukommen.

Viele Trauernde stellen sich die Frage, wo nun der Verstorbene wohl ist. Vielleicht im Himmel? Oder irgendwo sonst im Jenseits? Die Bibel lässt uns ins in der Frage, was nach dem Tod geschieht, nicht im Ungewissen. Sie sagt: "Denn die Lebenden sind sich bewusst, dass sie sterben werden; was aber die Toten betrifft, sie sind sich nicht des geringsten bewusst" (Prediger 9:5). Das bedeutet, dass die Toten nicht irgendwo weiterleben. Sie befinden sich sozusagen im Todesschlaf, aus dem es jedoch nach der Bibel auch wieder ein "Erwachen" gibt. Wie ist das zu verstehen?

Nun, Gott ist dazu in der Lage, sich an jeden Menschen, der einmal gelebt hat, in allen Einzelheiten zu erinnern. So hat er sich vorgenommen, eines Tages die Gräber zu lehren, indem er die Toten wieder zum Leben bringt. Die Bibel gebraucht dafür den Begriff "Auferstehung". Gott erschafft die Verstorbenen mit einem neuen Körper, der dem gleicht, den sie in ihrem früheren Leben hatten. Wenn also die Toten wiederkommen, dann ist es so, als ob sie gleichsam von einer langen Reise zurückgekehrt wären. Stell Dir vor: Wir können all unsere Lieben wiedererkennen und in unsere Arme schließen! Kannst Du Dir die unbeschreibliche Freude vorstellen, die dann herrschen wird?

Der mit dem Tod verbundene Schmerz und all das Leid werden dann für immer vergessen sein! Die Bibel beschreibt diese künftige Zeit mit den sehr ergreifenden Worten: "Siehe! Das Zelt Gottes ist bei den Menschen, und er wird bei ihnen weilen, und sie werden seine Völker sein. Und Gott selbst wird bei ihnen sein. Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch wird Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz mehr sein. Die früheren Dinge sind vergangen" (Offenbarung 21:3,4). Ist das zu schön, um wahr zu sein? Keineswegs, denn Gott verspricht uns nichts, was er nicht einhalten kann und wird. Somit ist die Hoffnung der Auferstehung für die Hinterbliebenen ein großer Trost, der ihnen in der Zeit der Trauer enorm helfen kann.

Ich wünsche Dir, dass Du die Kraft hast, diese schwere Zeit zu ertragen und nicht in Deinem Kummer zu versinken! Mögest Du auch liebevolle und mitfühlende Menschen an Deiner Seite haben, die Dich verstehen und Dich aufbauen! Und wenn Du an Gott glaubst, steht er Dir gerne bei und gibt Dir Hoffnung und Kraft aus seinem Wort.

LG Philipp

Fragengurl19 16.07.2017, 20:01

Vielen vielen lieben Dank für diese tolle und ermutigende Antwort!!! 

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Erstmal,mein aufrichtiges Mitgefühl zum Tode Deines Papas.

Du steckt in einer schwierigen Lebenssituation,ganz klar.

Und 1 Jahr ist noch nicht wirklich lange,wenn es Dir zwischendrin vielleicht auch so erscheinen mag.

Mit Deinem Kummer und Deinem Schmerz solltest du nicht alleine bleiben müssen. Such Dir Foren oder Selbshilfegruppen,wo andere Angehörige drin sind, die dasselbe mitmachen müssen/mussten wie du.

Dort wirst du erstmal verstanden und kein Mensch verlangt von Dir,wie die übrige Gesellschaft, wieder zu "funktionieren."

Dass Du "sauer oder gekränkt bist" dass Dein Papa gegangen ist,ist ein Zeichen dafür,dass du ihn noch brauchen würdest-mit 15 Jahren ganz normal.

Wegen Deiner Selbstverletzung solltest du Dir aber wirklich fachliche Hilfe über einen Therapeuten holen-denn das ist eine Lösungsstrategie,die dich nur noch mehr in Schwierigkeiten bringt,das weißt du aber auch. Aus diesem Kreislauf rauskommen zu wollen,halte ich alleine für nahezu unmöglich. Nicht immer ist dafür eine stationäre Therapie nötig,sondern es kann durchaus eine engmaschige,ambulante Therapie ausreichend sein.

Steh dazu,dass es Dir nicht gut geht-auch vor Deiner Mama. Sie sollte davon wissen und dafür Verständnis haben.

Als mehrfach Selbstbetroffene kann ich dir eins versprechen:" Dein Schmerz wird immer da sein, denn er hat seine Berechtigung und kann nicht "wegtherapiert" werden-aber er wird mit den Jahren leichter tragbar und irgendwann wirst auch Du Dein Leben wieder schön finden können,ohne Schuldgefühle dafür haben zu müssen und Dich an viele schöne Erinnerungen zurückerinnern,wofür Du irgendwann dankbar bist, dass du Deinen geliebten Papa wenigstens über die Zeit haben durftest,die Euch beiden vergönnt war.

Versprochen!

Ganz liebe Grüsse

Leider ist es so, dass die meisten Väter vor ihren Töchtern sterben. Das ist ziemlich schlimm, aber die Töchter werden in der Regel damit fertig. Sonst wäre das ganze Land in Depressionen versunken. Die Töchter haben ja, wenn sie erwachsen sind, längst ihr eigenes Leben und die Väter wären sicher ziemlich sauer, wenn sie wüssten, dass ihr Tod daran schuld ist, dass die Töchter sich ihr Leben kaputt machen. Das hätte kein Vater gewollt.

Fragengurl19 13.07.2017, 21:55

Ja das weiß ich auch. Aber ich habe immer wieder all die ganzen Bilder im Kopf. All die Erinnerungen und alles was er durchmachen musste. Sein Leben war bei 30 Jahren wegen der Krankheit sogut wie vorbei und mit 40 ist er verstorben.

Mir geht es allgemein sehr schlecht und durch den Verlust ist alles nurnoch schlimmer weil er der Einzigste war, zudem ich immer kommen konnte. Jetzt habe ich niemanden mehr und meine Mutter hasst mich. Aber darüber möchte ich nicht sprechen

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Akka2323 14.07.2017, 10:29

Mein Vater ist gestorben, als ich 6 Jahre alt war, da hast Du viel länger etwas von ihm gehabt. Behalte die schönen Erinnerungen und versuche, so zu leben, dass Dein Vater stolz auf Dich wäre.

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Fragengurl19 16.07.2017, 20:07
@Akka2323

Mein herzlichstes Beileid :(

Jedoch habe ich ''nicht viel von ihm gehabt'', da er erkrankt ist als ich 2 Jahre alt war und von dort an im Wachkoma lag. Ich kannte ihn nicht richtig, obwohl wir zusammen gelebt haben und ich ihn jeden Tag gesehen habe. Ich weiß nicht viel von ihm. Doch die Stärke und Kraft die er hatte, hat ihn am Leben gehalten. Ich hatte ( & habe) den größten Respekt vor ihm. Er war für mich da! Und er hat gekämpft und die Liebe zu seiner Familie, besonders zu seinen Kindern sehr gezeigt. Es tut weh zu wissen, dass er kein richtiges Leben hatte und das Alles nichtmal wirklich für sich selbst getan hat, sondern für seine Angehörigen. Womit habe ich das verdient? Ich würde am Liebsten mit ihm tauschen! :( er hat es mehr verdient weiterzuleben als ich. Ich hätte alles für ihn getan. Er wurde so früh aus seinem Leben gerissen und hatte nicht viel vom Leben...

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Mein Rat, nachdem ich aufmerksam gelesen habe, was du geschrieben hast:
gönn dir professionelle Unterstützung durch eine Jugendpsychotherapeutin (oder - therapeuten)!
Du brauchst mehr als nur ein paar wenige Gespräche, um da rauszukommen aus deiner Traurigkeit und der Schwere, die sich da entwickelt hat.
Ich denke, es wird dir gut tun, wenn jemand für dich als Begleiter da ist und dir hilft, dich neu im Leben einzufinden!
Du brauchst keine Überweisung vom Arzt dafür, du kannst direkt einen Termin vereinbaren und zu einem Psychotherapeuten gehen, um mal ein paar 'Probegespräche' zu führen. Dann kannst du dich entscheiden, ob du es für sinnvoll hältst weiterzumachen oder lieber doch nicht.
Gute Wünsche für dich!

Fragengurl19 13.07.2017, 22:06

Dankeschön, das Problem ist ja dass ich echt ungern mit meiner Familie darüber sprechen will... Aber ich versuche mir da was einfallen zu lassen. Wie ich vielleicht doch darauf hinaus kann oder sowas in der Art

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Tamtamy 13.07.2017, 22:10
@Fragengurl19

Deine eventuelle Entscheidung für eine Psychotherapie ist nicht abhängig von der Einwillung deiner Mutter. Du kannst das frei entscheiden. Aber natürlich wäre es zu wünschen, dass du da auch zu Hause offen sagen kannst, was du vorhast.

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Hast du dich schon an die nächste Hospiz gewendet? Die sind so gut wie in jeder Stadt bzw. Landkreis als Verein vertreten, meist ehrenamtlich. Die kennen sich sehr gut mit deiner Situation aus, haben ausgebildete Sterbe- und Trauerbegleiter für Angehörige wie dich. Es gibt dort Einzelbetreuung und Selbsthilfegruppen für trauernde Angehörige, auch speziell für Kinder/Jugendliche. Wenn du im Netz suchst "Hospiz+deine Stadt oder Landkreis" dann müsstest du die finden... 

Fragengurl19 14.07.2017, 01:17

Okay, vielen Dank 

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Ich selber kann deine Situationen komplett nachvollziehen, denn stecke ich selber in solcher.

Mein Vater ist vor fünf Jahren verstorben und, ich muss zugeben, das erste Jahr ist verdammt schwer. Im laufe der Zeit jedoch verändert sich einiges jemnach wie sensibel man selber ist zieht sich der Prozess länger oder kürzer hindurch.

Ein paar Tipps, die ich vielleicht hätte auch früher kennenlernen soll:

  • Führe ein Tagebuch voller positiven Einträge, hierbei ist es egal ob es sich auf Essen bezieht oder auf Musik. Lasse hier deinen freien Lauf !:)
  • Überlege dir Geschichten, lasse deine Gedanken bis an die grenzen gehen.
  • Wenn du dich schlecht fühlst lese dir dein Tagebuch durch.
  • Gehe Spazieren(hierbei hilft auch meditation)
  • Rede mit der vertrauenswürdigsten Person deinerseits

Ich weiß es ist nicht so einfach wie hier aufgeschrieben und doch trauert man ungewollt weiter, aber ich würde mich freuen wenn du dir meine Ratschläge zu herzen nimmst.

Liebe Grüße und einen schönen Abend noch ^-^!

Fragengurl19 14.07.2017, 01:22

Ich werde es aufjedenfall mal ausprobieren, vielen Dank! 

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Nun, daß Du mit Deiner Mutter Probleme bei der Besprechung von Problemen hast, ist wohl fast alterstypisch ...

Andererseits lese ich aber auch, daß Du an diversen Hilfsangeboten nur "genippt" und diese dann beendet hast - so kommst Du nicht weiter, denn Hilfe ist in Fällen wie Deinem ein längerer Prozeß

Sinnvoll ist sicher eine professionelle Hilfe UND Dein fester Wille, mit einer solchen Hilfe zu einer Veränderung zu kommen sowie eine evtl. Durststrecke dafür auszuhalten

 

Fragengurl19 13.07.2017, 22:00

Ja, ich bin regelmäßig zur Beratung gegangen wo ich dann auch immer über meine Probleme sprechen konnte. Das ist nun aber auch schon 1 1/2 Jahre her und wurde abgebrochen. Jedoch weiß ich selber nicht genau warum. Darum hat sich früher meine Mutter gekümmert, da das alles mit meinem Vater sehr frisch war. Aber momentan würde ich mich aufkeinenfall mehr an sie wenden...

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Hallo,

Ich bin 14 Jahre alt, und mein Vater starb vor 6 Jahren als ich 8 Jahre alt war. Erstmal kann ich absolut verstehen wie du dich fühlst da ich diese Phase im Moment auch durchmache. Als Kind habe ich das alles nicht so realisiert. Als ich seine Leiche gesehen hatte, hatte ich nicht einmal geweint. Ich dachte er schläft.  Erst später wurde mir bewusst was das wirklich wahr und ich war aber nicht dazu in der Lage zu weinen und meine Trauer rauszulassen da ich das alles aus irgendeinem Grund in mich reingefressen habe. Es war so, als hätte ich nie richtig Zeit gehabt zu trauern. Mittlerweile mache ich diese Phase die ich früher hätte durchmachen sollen, jetzt durch was heißt das ich dich sehr verstehe. Ich weis wie du dich fühlst. Dieses Gefühl. Es ist so leer und du sehnst dich extrem nach ihm um ihm einmal nochmal umarmen zu können und sagen zu können:" Papa, ich habe dich lieb."

Weist du was mir geholfen hatte? Der Fakt das nicht alles für immer ist. Nichts ist für immer. Es gibt kein für immer. Es gibt immer ein Ende. Glaub mir, du wirst deinen Papa irgendwannmal sehen. Ich würde dir raten erstmal bevor du zur psychiatrischer Behandlung gehst, das du ersteinmal richtig durchatmest, nachdenkst und weinst. Weine so viel Wie du kannst und schreie so laut wie du kannst. Du wirst es bereuen wenn du es nicht machst. Lass all die Wut, den Hass und die Trauer raus. Alles. Führe Tagebuch. Das habe ich damals auch. Schreibe deine Gedanken drauf. Trage Sachen von deinem Vater wie zumbeispiel ein Kleidungsstück oder Schmuck das dir Mut gibt und das dir Kraft gibt und das Gefühl das er immer bei dir sein wird und gerade bei dir ist was auch so ist. Hast du Bilder von deinem Vater? Wenn ja, dann häng sie im Zimmer auf. Das kann einen beruhigen und wenn man das Bild ansieht, kriegt man so ein schönes Gefühl das etwas mit Schmerzen verbunden ist. Falls du zu einem Psychiater gehst und falls der Psychiater dich dazu bringen will Medikamente zu nehmen, nimm sie nicht. Sie machen jemanden zu einem anderen menschen. Man kann Medikamente (zb antidepressiva) mit einer Diät vergleichen. Wenn man eine Diät hält, nimmt man nur für den Moment ab. Aber wenn man wieder mit der Diät aufhört, nimmt man fast alles bis zu mehr zu. Heißt andersgesagt, Medikamente mögen dir für den Moment helfen, aber nach einer Zeit werden sie nicht mehr helfen und süchtig machen. Wenn du sie daraufhin absetzt, wirst du noch kaputter und trauriger. Das ist wirklich so. Also mache diesen Fehler nicht.

Schreibe Dinge auf, die du über deinem Vater geliebt hast. Schreibe Dinge auf, was ihr alles erlebt habt. Sowas ist sehr sehr wichtig. Du solltest das wirklich machen. Hinge wie gesagt Bilder von deinem Vater in deinem Zimmer auf und schaue sie an und erinner dich an sowohl negative Aspekte an ihm, als auch positive. Dinge Die du gehasst hast an ihm, und Dinge die du geliebt hast. Du darfst niemals vergessen was ich Dir jetzt sagen werde.

Dein Papa ist unglaublich stolz auf dich und er liebt dich Überalles. Er hat eine unglaublich starke Tochter die alles im Leben erreichen kann, wenn sie es nur wirklich möchte. Er sieht dir immer zu und er bleibt immer bei dir wirklich immer und beschützt dich. Er liebt dich.

Fragengurl19 14.07.2017, 01:15

Vielen vielen Dank für den tollen Text 🙏❤ das bedeutet mir echt viel und schenkt einem Kraft. Leider habe ich nicht viel mit ihm erlebt, da er erkrankt ist als ich 3 Jahre alt war und seitdem Im Wachkoma lag. Schmuck, Kleidungsstücke und dergleichen gab es deshalb nicht sonderlich viele. Kleidungsstücke zwar schon, aber so Kleinigkeiten wie Schmuck usw nicht mehr wirklich :( Bilder habe ich aufjedenfall. Und ich versuche mich auch auszuheulen, in der Hoffnung dass das was bringt. Manchmal sogar täglich. Aber danke für deine Antwort, ich weiß das sehr zu schätzen und werde mich danach richten. Zu Letzt noch mein herzlichstes Beileid an dich, du schaffst das! 

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In deinem Alter ein Elternteil zu verlieren ist sehr schlimm. Du bist ja noch wirklich jung.

Ich bin schon älter, habe aber schon viele gehen sehen und auch beim sterben begleitet. Es ist nicht einfach, auch ein kleiner Junge war dabei. Da kann man wirklich den Lebensmut verlieren. 

Nur bringt uns das nicht weiter. Professionelle Hilfe wäre bei dir angebracht und keine Angst, das geht auch ambulant . Geh zu deinem Kinderarzt und sprech mit ihm darüber!

Was ich dir noch mit auf den Weg geben möchte, das du den Tod als unabdingbar akzeptieren solltest. Ich nehme mir einmal am Tag Zeit und denke an alle, die ich kannte und nun nicht mehr hier sind. Ich denke an schöne Momente, auch wenn ich traurig werde, bin ich dankbar für die Zeit die ich mit Ihnen verbringen durfte. 

Dein Vater würde wollen das du es genauso machst. Erinner dich an tolle Erlebnisse die ihr hattet. Auch weinen ist erlaubt. Keiner erwartet das du nach einem Jahr nicht mehr trauerst, denn die Trauer wird dich ein lebenlang begleiten 

Hallo Fragengurl19,

das mit dienem Dad tut mir leid!

Ich finde es toll dass du dir Hilfe suchst - du hast ja diesbezüglich schon viel ausprobiert.
Aber anscheinend war noch nicht das 'richtige' für dich dabei.

Hast du schon mal konkret nach Trauerbegleitung geschaut?

Ich habe das gerade mal bei google eingegeben und es gibt diverse interessante Unterstützung - auch speziell für Jugendliche.

Es gibt auch Trauergruppen die sich regelmäßig treffen.
Dort triffst du auf Leute die ebenfalls einen wichtigen Menschen durch den Tod verloren haben.
Glaube, da könntest du wirkliche Hilfe bekommen. Weil sie sehr genau nachvollziehen können, was in dir vorgeht

Du brauchst überhaupt keine Angst haben, das du in der Psychiatrie landest.

Ich wünsch dir alles alles Gute,
Tremsi

Fragengurl19 14.07.2017, 01:23

Okay, werde mal danach schauen. Dankeschön! 

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Kennst du das Trauerjahr?

Früher haben Witwen ein Jahr lang schwarz getragen.

Andere konnten sehen, dass sie in Trauer sind. Man konnte dann verständnisvoller sein.

Es dauert wirklich ca. ein Jahr bis man wieder halbwegs normal ist, wenn ein wichtiger Mensch stirbt.

Dieses Jahr ist Aussnahmezustand.

Und danach hat man sich verändert.

Fragengurl19 13.07.2017, 21:52

Ja, das kenne ich. Und zum Großteil trage ich auch nurnoch schwarz. Meine engsten Freunde wissen von dem Tod aber denken anscheinend dass ich mittlerweile teilweise drüber hinweg bin. Und wenn ich doch mal drüber rede, wissen Sie selber nicht was sie tun sollen und wie sie helfen könnten.

Kurz nach dem Tod ging es mir die nächsten Monate echt schlecht. Doch dann ging es wieder teilweise ein wenig und jetzt ist es wirklich schon seit mindestens einem halben Jahr extrem stark.

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loema 13.07.2017, 21:58
@Fragengurl19

Ja. Das ist bei dir so.

Vielleicht geht es nochmal ganz tief runter.

Und dann erst wieder hoch. Es ist ja auch sehr anstrengend, so tiefe Emotionen dauerhaft zu fühlen.

Der Körper wird dadurch schlapp.

Am besten kann man darüber mit Menschen sprechen,  die selbst schonmal etwas ähnliches erlebt haben. Teenyfreunde können dazu gar nicht viel sagen.

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Sowas muss echt sehr schwer für dich sein, mit 15 sowas durchmachen zu müssen.

Es ist wichtig, dir Professionelle Hilfe zu suchen und ich denke nicht, dass du in eine Psychiatrie kommen würdest. So etwas würde nur bei Menschen passieren, die Gefährlich sind oder das Umfeld gefährlich auf sie wirkt.

Auch wenn es sich schwer anhört, ist es wichtig, dass du nie die Hoffnung verlierst, egal wie schlimm es auch aussieht und dass du weiter kämpfst. Du hast dein Leben noch vor dir. Auch wenn du es dir vielleicht nicht vorstellen kannst, aber es wird ganz sicher besser werden in der Zukunft. Es gibt immer eine Lösung gegen Depressionen.

Bei solchen Problemen ist es wichtig, jemanden zu haben mit dem man offen über so etwas reden kann, da man sehr schwer alleine mit so einem Thema umgehen kann. 

Das Beste, was man machen kann gegen die Gedanken, ist Ablenkung. Sei es ein Hobby oder einfach raus an die Sonne gehen, da die Sonne unter anderem für unsere Glückshormone zuständig ist. Es hilft vielen Leuten, die an Depressionen/ schweren vergangenen Ereignissen leiden, sich etwas zu suchen, wo sie sich festklammern können. Sei es Musik,Kunst ein Hobby etc.

Ich weiß, dass du schon Angebote von Leuten aus dem Internet bekommen hast, und du mich nicht kennst, ich dir aber trotzdem gerne helfen würde, wenn du es möchtest. 

Ich wünsche dir noch alles gute in dieser Zeit und auch so schwer wie es klingt, musst du positiv in die Zukunft blicken. Ich hoffe, dass du früher oder später über den Tod deines Vater hinüberkommst. Und falls du kurz vorm Selbstmord stehst, es immer noch genug Lösungen gibt. Es gibt Telefonhotlines und ähnliches, wo Leute sind, die dir wirklich helfen möchten.

Fragengurl19 13.07.2017, 22:04

Dankeschön 🙏 das gibt mit Mut und Kraft. Jedoch will ich irgendwie auch garnicht drüber hinwegkommen weil er mir viel zu wichtig ist. Und das ist denke mal mein Problem. Ich will unbewusst nicht glücklich sein wenn ich an ihn denke, weil ich Angst habe dass ich irgendwann keine Trauer mehr verspüre wenn ich an ihn denke. Sowie es schonmal bei 2 anderen Angehörigen war. Vielleicht ist es ja das... Aber irgendwie kann es auch nicht so bleiben wie es ist

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KanickelKanone1 13.07.2017, 22:11
@Fragengurl19

Man wird immer Trauer verspüren an eine Bestimmte Person, die jemanden wichtig ist. Nur nicht mehr so sehr, wie es momentan bei dir der Fall ist. 

Und denk es mal aus dieser Richtung, auch wenn es etwas komisch klingt:

Dein Vater würde sich bestimmt wünschen, dass es dir so Gut wie möglich geht. Alle Eltern wünschen sich, dass es ihrem Kind gut geht und dass sie ein Schönes leben haben. Warum kümmern sie sich denn sonst so gut um ihre Kinder? So wie du es geschrieben hast, gibt es Konflikte zwischen dir und deiner Mutter, weswegen die Aussage nicht so sehr zutrifft, aber ich bin mir sicher, dass dein Vater sich wünscht, dass es dir gut geht, und nicht möchte, dass du jeden Tag so sehr um ihn trauerst, dass es dir sehr schlecht geht und du vielleicht noch selbstmord begehst. Und ich bin mir 100% sicher, dass du deinen Vater niemals vergessen wirst. 

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Hallo,

Trauer ist bei Menschen verschieden. Du kannst mit einem Menschen reden.
Es gibt im Internet und über das Telefon kostenlose Seelsorge. Gibt es an Eurer Schule vielleicht einen Vertrauenslehrer? Dann kannst Du auch mit diesem reden.

Ich bin Christ. Der Glaube hilft vielen Menschen. Gott liebt Dich. Wenn Du einiges wissen möchtest, was mich überzeugt, dass es Gott gibt, dann kannst Du mich z.b. fragen oder auf mein Profil gehen.

Alles Gute

Hallo Fragengurl19,

dein Verlust tut mir Leid!

Wie wäre es wenn du mal mit jemanden von "DieNummergegenKummer" redest? Handynummer ist 116 111 die sind von Mo bis Fr von 14.00 bis 20.00 Uhr erreichbar!

Würde dein Vater wollen das du nicht mehr richtig isst?

Hier ein Tipp von mir, ich weiß es mag banal klingen aber deine schlechte Ernährung wird dein Problem immer weiter verschlimmern und es wäre besser wenn du dich in dieser Situation Gesund Ernähren würdest!

Probiotischer Joghurt (Jeden Tag einer!), Walnüsse, Beeren, Fisch, Obst, Gemüse, Eier aber auch Kohlehydrate!

Ausreichend Trinken so um die 1,5 L vor allem Wasser und Tee wären auch sehr hilfreich!

Dein Gehirn muss momentan viel verarbeiten und bedarf deshalb gewisse Stoffe um besser damit klar zu kommen!

Jeden Tag an die frische Luft Spazieren zu gehen ist auch hilfreich!

Wegen deiner Mutter vielleicht versuchst du dich mal in ihre Lage zu versetzen?

Auch sie hat einen Verlust erlitten und musste sich Jahrelang um ihren kranken Mann kümmern und nach dessen Tod war es sicher auch nicht einfach alles zu Regeln?

Vielleicht könnt ihr euch mal zusammen setzen und euch austauschen was ihr an den Verstorbenen gehabt hat, was ihr toll fandet und was nicht!

Vielleicht findet ihr Gemeinsamkeiten vielleicht habt ihr ähnliche Gefühle? 

Alles Liebe!

Fragengurl19 14.07.2017, 01:20

Dankeschön! Meine Mutter akzeptiert mich nicht als Tochter.. Ansonsten ist das an sich eine sehr gute Idee, danke!

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Pubertät und so eine schlimme Situation. Heftig. Bei dem was Du so schreibst, klingt es so, dass Du tatsächlich von professioneller Hilfe profitieren könntest. Und keine Angst: Niemand steckt Dich einfach so in eine Klinik.

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