Hilfe, ich bin hochbegabt, was soll ich tun?

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9 Antworten

Das ist das klassische Problem von Hochbegabten in unserem Schulsystem. Wenn man nicht gerade das beste Gymnasium am Ort besucht, sind Hochbegabte chronisch unterfordert, denn das mit der "individuellen Förderung" der Schüler klappt meist bei den Schülern am unteren Leistungsrand, Hochbegabte stehen aber außenvor (und ganz mies dran sind die "mittelmäßig begabten, die fallen komplett durch dieses Raster). Nimmt man noch hinzu, daß das Sprachniveau eines durchschnittlichen Schülers der 10. Klasse ungefähr auf dem Niveau der 5.-6. Klasse von vor 20 Jahren liegt, so wird es dadurch nicht gerade entschärft.

Auf was für eine Schule gehst Du?; - Gvmnasium oder "Stadteilschule" o.ä.? Hier wäre ggf. ein Wechsel an ein mathematisch-naturwissenschaftlich ausgerichtetes Gymnasium sinnvoll, falls Du ein solches nicht besuchst.

Solltest Du ein gutes Gymnasium besuchen, dann mache Dir (mit anderen Mitschülern) einen Sport daraus, dich fachlichen Defizite der Lehrer aufdecken zu wollen. Dies fordert zum einen die Lehrer und ist geeignet, den Unterricht interessanter zu gestalten, zum anderen sucht man sich eigenständig eine Herangehensweise an den Stoff, die einem auch Spaß macht. Es wird gerne vergessen, daß guter Unterricht nur dann stattfinden kann, wenn die Klasse mitzieht. Schlechter Unterricht ist keinesfalls nur Schuld des Lehrers.

Die dritte Alternative wäre ein Auslandssemester, z.B. Oxford. Deutschland hat kaum Schulen, die wirklich geeignet sind, Hochbegabte zu fördern, schon alleine die Ausbildung der Pädagogen in Deutschland ist dafür nicht wirklich ausgelegt und inhaltlich ausreichend.

Hat Eure Schule einen Debattierclub? Gut, eigentlich lehne ich formal die dort vermittelte Art der Kommunikation ab (manchmal ist die überlegene Strategie, mit unwahren Tatsachenbehauptungen zu arbeiten, denn wenn diese nicht widerlegt werden, hat die Gegenseite verloren, wenn man versucht, sie zu widerlegen, verliert man zuviel Zeit und die Sympathien des Publikums, da es zu abstrakt wird, und verliert auch), da die Lüge als eine legitime Form antrainiert wird (was übrigens auch in der Politik immer wieder zu finden ist), doch es kann Spaß machen.

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An der Schule kann man eine ganze Menge lernen, und der Lernstoff an sich ist nicht der groesste Teil. Mein Sohn ist etwas juenger als du und in einer hochbegabten Klasse an einem normalen Gymnaium - gibts es sowas nicht bei euch?

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Kommentar von Roland59
14.10.2016, 08:46

Wer weiss, manche machen es vielleicht nicht weil es sich nicht lohnt :D meine freundin hatte am Gym auch sone kanpone in der klasse. da hatten selbst die lehrer keine motivation mehr, seine arbeiten noch zu kontrollieren^^

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Kommentar von sweetfieda
14.10.2016, 09:00

nein leider nicht, aber voll cool

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Geh zum/r SchulpsychologIn und lass Dich testen. Wenn Du jetzt schon abireif bist, dann kannst Du das Abi vor einer externen Prüfungskommission machen, vielleicht schon im Mai 2017??? Dann hau rein (mit dem Lernen... oder vielleicht weisst Du eh schon alles???) und dann ab an die Uni.

Dir ist aber schon klar, dass es nicht reicht, nur in einem Fach hochbegabt zu sein?

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Kommentar von sweetfieda
14.10.2016, 08:55

ja sicher haha danke👌

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Hey
Ich bin auch 14 und in der 10. der gymnasialen Oberstufe (hab die 1. übersprungen). Ich geh zwar nicht an die Uni aber programmiere an einer Website mit der ich mich selbstständig machen will.

Dass heißt ich seh die Schule (vor allem den Stoff) als relativ sinnlos an zumal ich den vor allem wenn ich selbstständig bin in keinster Weise brauche.
Schule ist für mich daher im Moment eher ein unnötiger Zeitaufwand und ich würde auch viel lieber direkt arbeiten gehen und Geld verdienen.

Du bist also nicht der einzige der sich in so einer Situation befindet.

Aber sieh es mal so :
Im Moment brauchst du dich nicht um irgendwas außerschulisches zu kümmern (machen ja größtenteils deine Eltern).
Dass heißt, dass du im Moment noch mehr Zeit für persönliche Prioritäten hast als während des Studiums.

(Sry falls irgendwelche Fehler drin sind (bin grade an Handy))

Hoffe ich konnte dir irgendwie helfen.

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Die Frage nach der eigenen Intelligenz kann man nicht wirklich beantworten und man selbst schon am wenigsten. Nicht umsonst sagte einmal ein weiser Mann, dass erfahrungsgemäß diejenigen am intelligentesten scheinen, die am meisten an sich selbst zweifeln.

Ein IQ-Test zum Beispiel ist so aussagelos wie eine jede andere Form der Intelligenzmessung, auch Schulnoten sagen einfach nichts aus. Ich weiß nicht, wie das bei dir so ist, aber in meinen Breiten nimmt das Niveau der Bildung mit jeder Reform ab.

Lernen kann man aber auch ohne Schule. Es gibt genügend Lehrbücher. Schau dich doch da mal um. Und für die Uni braucht es auch eine gewisse Reife, Bodenständigkeit und Eigenständigkeit, die man eben erst ab einem gewissen Alter aufbringen kann.

Sei froh, wenn du gute Noten hast, und lern einfach weiter

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Hallo

Schule dient nicht nur um zu lernen. Sie soll auch dein Soziales Wesen prägen. Wenn du nicht viel lernen kannst, so hilf deinen Nachbarn. Schulzeit war eine sehr schöne Zeit. Geniess diese, denn irgendeinmal kommst du in die ach so gute Arbeitswelt :')

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Kommentar von PolluxHH
14.10.2016, 09:28

Ein Problem der Schulen in Deutschland ist nicht selten die starke Prägung auf Inhalte. Inhalte isoliert zu lernen, ohne sie zu verknüpfen, in Denkstrukturen einzuarbeiten und diese zu üben und zu festigen fand ich immer grausam und mir verging die Lust. An Stadtteilschulen aber ist das fächerübergreifend die Regel, bei Gymnasien ist es eine Frage der Schule. Es trüge deutlich weiter, wenn man an der Schule Methodik übte, denn das erlaubte auch weit besser, erlernte Inhalte zu behalten.

Mich stört es, wenn ein Land Akademiker produziert, die nichts daran finden, wenn in einer offiziellen Quelle zunächst von 48,1 TWh national produzierter Windkraft zu sprechen, dann 53,4 TWh national verbrauchte Windkraft einzuführen, frohlockend festzustellen, daß Deutschland damit der größte Produzent von Windkraft in Europa in diesem Jahr gewesen sei, um dann die Feststellung zu treffen, daß Deutschland auch ein Nettoexporteur für Windkraft war.

Hintergründiges, kritisches Denken, simultane Plausibilitätstests etc. setzen zwar Wissen voraus, aber binden es in antrainierte und unbewußt ablaufende Denkstrukturen ein. Das Problem: dies anzutrainieren muß zwingend in der Pubertät, genauer in einem Alter von 13 - 16 Jahren erfolgen, später läßt es sich nur noch verbessern, aber nicht mehr anlegen. Inhaltsbezogener Unterricht aber erlaubt es nicht, solche Strukturen zu vermitteln.Entsprechend ist auch das Kommunikationsvermögen heutiger Schüler zum Heulen.

Schau Dir die "Leistungen" von Studenten und Abiturienten auf dieser Plattform an. Schon die Fragestellungen alleine lassen bei den meisten darauf schließen, daß sie nie wirklich gelernt haben, ein Problem operational zu strukturieren.

Sicher hast Du mit Deinem Einwand recht, aber er Verweis auf soziale Kontakte zeigt, daß dies längst der Fall sein dürfte.

(Und zu oben: hintergründiges Denken bedeutete, aus 48,1 TWh Produktion und 53,4 TWh Verbrauch selbständig auf zwingend notwendigen Import zu schließen, was dann, wenn man später von Export liest, doch etwas erstaunen sollte, nur dieses Erstaunen bleibt aus und die Zahlen und Aussagen werden unkritisch in Arbeiten von Akademikern verwendet).

Just for fun ein kleines Spiel. Die Arbeitsdefinition Antisemitismus der EU (2005/2006) lautet, zitiert nach der Antisemitismusstudie des Bundestages von 2011:

Der Antisemitismus ist eine bestimmte Wahrnehmung von Juden, die sich als Hass gegenüber Juden ausdrücken kann. Der Antisemitismus richtet sich in Wort und Tat gegen jüdische oder nicht-jüdische Einzelpersonen und/oder deren Eigentum, sowie gegenüber jüdischen Gemeindeinstitutionen oder religiöse Einrichtungen.

Solltest Du 50% der Kritikpunkte finden, von denen ich von einem Akademiker erwarte, daß sie ihm beim ersten Lesen auffallen müßten, nehme ich alles zurück.

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Na sei doch froh, dass du schon mal eine Klasse übersprungen hast? so sparst du zeit. Vielleicht klappt es ja noch mal, ansonsten halt durchhalten und schön einser schreiben.. Dann kannst du später in der Uni allen zeigen, dass du schlauer bist.

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Schule ist doch was für Anfänger ;) Wenn du so klug bist, dann fang endlich an, selber zu lernen! Leih dir Bücher aus der Bibliothek an und lese, lese, lese. Alles was dich interessiert. Geschichte, Technik, Biologie,... Bring dir jedes Jahr eine neue Sprache bei. Ansonsten hoffe ich dass du einen Nebenjob hast, der dich fordert.

Keiner in der Uni würde dich für voll nehmen. Du könntest zu keiner Party gehen, niemand würde sich großartig um dich kümmern. Einfach weil du um viele Jahre jünger bist. Also immer alles nach der Reihe. Werd erstmal volljährig, zieh daheim aus, beende deine Schule, bewirb dich bei einer großen Uni (im Ausland)... Dann wirst du schon selbstständig.

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wenn du schon alles weisst dann nimmst du halt andere bücher mit in die schule und lernst die im unterricht. 

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