Hilfe... geklaut, Selbstsicherheit verloren und soziale Kompetenz untergraben?

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3 Antworten

Aus meiner Sicht solltest du zu einem Therapeuten,da in dir scheinbar etliche falsche Glaubenssätze über dich selbst vorhanden sind (die wir übrigens zuhauf alle haben) und du falsche Lösungsstrategien hast,die Dir Dein Leben nicht erleichtern sondern um ein vielfaches erschweren.

Um hier einen Überblick zu bekommen von Ursache und Wirkung sollte das Ganze sehr gründlich erarbeitet werden.

Ich denke,das überblickst Du alles selbst gar nicht,weil Du nicht den objektiven Blick für Dich selbst haben kannst.(Den haben wir auch meistens nicht,sowie es uns selbst betrifft).

Ein Therapeut kann helfen aufzudecken,dir Zusammenhänge klar machen und mit Dir zusammen einen neuen Weg erarbeiten.

Alles Gute!

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roseall 16.07.2017, 20:24

Danke für deine Antwort! Kannst du mir vielleicht näheres bezüglich meiner Defizite erläutern? 

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SoulandMind 16.07.2017, 20:33
@roseall

Möglicherweise könnte ich dies versuchen auszuführen,aber das ist hier nicht meine Aufgabe und vor allem müsste ich dazu einen Roman schreiben.

Eine Therapeutin hat Dich gegenüber und kann Dir auch anhand vom Modell-lernen etliches erklärbar machen und Dir Zusammenhänge aufzeigen. Dies fehlt mir hier leider.

Ich kann hier  oft nur allgemeingültige Dinge über psychische Zusammenhänge weitergeben,da ich die Personen nicht kenne und auch keine speziellen Ferndiagnosen stellen darf und möchte.

Überleg es Dir,ich bin überzeugt davon,dass dir dies einen grossen Schritt weiterhelfen würde!

Alles Liebe!

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Dies sprach sich leider erneut sehr schnell rum, ich erhielt meine ersten zwei Anzeigen bei der Polizei und war erneut ein „Tuschel-Thema“. Ich hörte allerdings erneut nicht damit auf, leugnete jeden Diebstahl (Ich redete mir jedes mal ein, dies sei ja nicht zu beweisen - was es auch nie war!) und begann lediglich noch vorsichtiger damit weiterzumachen, als ich es bisher schon tat.

Ich hatte auch dies einige Jahre lang durchgezogen, habe dabei leider immer wieder (unbewusst) erfahren müssen, wie unerwünscht ich doch in der Klasse sei und meine „Beliebtheit“ war erneut hin. Keiner wollte mit mir zusammen sein, jeder Junge schämte sich, wenn er auch nur erfuhr, ich sei angeblich in ihn verliebt. (Obwohl ich ein sehr gepflegtes Aussehen pflegte und eigentlich sehr hübsch bin)

Ich setzte also mit meinem Diebstahl viele Freundschaften in den Sandkasten, niemand vertraute mir, selbst Mitschüler von denen ich dachte, sie seien „korrekt“ (was ich selbst nicht war), unterstellten mir jedes mal unbewusst die Lüge, wenn etwas abhanden gekommen war. (Auch wenn ich es nicht war, sie es lediglich verlegt hatten) Auch bei den Lehrern sprach sich das Ganze rum, es gab sogar Gespräche darüber mit meinen Eltern in der Schule.

All das wirkte sich sehr schlecht auf meine persönliche soziale Entwicklung aus. Aus Frust, Enttäuschung, Trauer… verlor ich nach und nach meine soziale Kompatibilität, ich fühlte mich überall eingeengt, wenn mir jemand zu nah kam, Jungs waren erst recht nicht mehr meins, ich zog mich sehr stark von all meinen Mitschülern zurück und konzentrierte mich umso mehr auf Schule. Ich wurde mehrere Jahre von keinem mehr zu Geburtstagen eingeladen, ich habe mich mit niemanden mehr getroffen, wirkte in der Klassengemeinschaft sehr introvertiert, niemand wollte neben mir sitzen, ich bevorzugte daher schon von Anfang an, mir überall einen Einzelplatz zu suchen, um mir meine Trauer nicht anmerken zu lassen.

Ich redete mir sogar ein ich würde unangenehm riechen und ging von nun an bei jedem auf Abstand. Ich durfte nur bei den Uncoolen abhängen, obwohl ich eigentlich eher zu den Cooleren dazu gehören wollte. Ich verbrach jede Pause (!) (die ersten zwei Monate immer heulend) auf der Toilette, um von den anderen bloß nicht gesehen zu werden, weil ich dachte, dass sie mich nicht mochten. Ich erfuhr erst Jahre später, dass ich genau denselben Eindruck bei ihnen hinterlassen und sie den Eindruck hatten, ich würde niemanden an mich ranlassen wollen.

Nach und nach akzeptierte ich dies. irgendwann beschloss ich mit den Uncoolen abzuhängen. Ich fand dadurch endlich wieder Freunde, wenn auch nicht viele, in der Klasse. Ich wurde wieder zu Geburtstagen eingeladen und es sprach sich rum, wie cool jch doch eigentlich sei. Zu dem Zeitpunkt klaute ich schon mehrere Jahre nicht mehr. Auch heute kommt bei meinen Mitschülern durch mich nichts mehr abhanden. Unsicher fühle ich mich trotzdem.

Dennoch kommt mir jedes Mal das Unschöne Gefühl hoch und die Angst, wenn jemand vermeldet, sein Handy… sei weg. Ich habe das Gefühl, dass dabei jeder jedes Mal an mich denkt - und alles kommt bei mir wider hoch. Ich fühle mich schrecklich unwohl und hab Schuldgefühle, Panik, falls der Gegenstand nicht auftauchen sollte.

Bis heute habe ich auch überall wo ich auftauchen sollte den Eindruck, dass selbst die Neuen aus unserer Klasse bereits über meine Vergangenheit informiert sind. Schließlich sind sie mit jenen befreundet, die mich bis heute nicht abkönnen (zumindest ist dies mein Eindruck), da ich bei ihnen etwas entwendet habe. (Was natürlich auch gerechtfertigt ist)

Ich gehe bis heute manchmal tief in mich zurück, verliere meinen Mut und gebe an ein oder anderer Stelle mein Selbstbewusstsein auf, da mich die Vergangenheit immer wieder einholt. Ich könnte mehr aus mir herauskriegen, noch offener sein als ich es mittlerweile bin und so viel mehr erreichen, wenn ich meine Vergangenheit endlich überwinden würde. Aber das kann ich nicht. Noch nicht. Ich kriege mich leider nicht dazu. Ein gewisser Selbsthass kommt in mir hoch, ich habe innere Panikattacken bei verschwundenen Gegenständen (auch wenn ich von außen ruhig wirke) und fühle mich schrecklich unwohl, ja eingeschüchtert, im Umkreis jener, denen ich damals einen Schaden zugefügt habe.

Jedes Mal, wenn ich einen ablehnende Haltung wahrnehme, projiziere ich diese sofort auf meine Vergangenheit ohne auch darüber nachzudenken, dass mich diese Personen auch aus anderen Gründen nicht mögen könnten. Bis heute werde ich dieses Stück meiner ehemaligen Persönlichkeit einfach nicht los….

Könnt ihr mir vielleicht einen Rat geben? Wie überwinde ich mich endlich selbst, wie bekomme ich mehr Mut in Alltagssituationen, wie schaffe ich es aus diesem Denkmuster heraus? Und vor allem: Wie finde ich neue Freunde innerhalb der Klasse ohne mir einreden zu müssen, dass ich es sowieso nicht wert sei?

Vielen Dank für eure Antworten und Hilfe!

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Negiz 16.07.2017, 19:53

Übrigens geb ich dir noch einen Tipp (neben meiner Antwort): Aggressionen spielen immer eine zentrale Rolle wenn es um psychisches Leid geht! Versuche mal gezielt in Situationen wo du psychisch leidest eine Art gegen dich gerichtete Aggression zu finden. Denn genau das sind Selbstvorwürfe und Verzweiflung. Dabei musst du lernen aggressionen rauszulassen. Jedesmal wenn diese negativen gefühle auftauchen, dann versuche aggressiv zu werden. glaub mir es hilft. fluche innerlich wenn es sein muss oder lass deine aggressionen sonst raus (da hilft auch ein therapeut) aber lass dich nicht von den selbstvorwürfen leiten, denn diese sorgen genau für das gegenteil und du bleibst in deinem verhaltensmuster drinne. Du musst lernen auch mal egoistisch zu sein. Es geht vorallem auch um Opfer und Täter stellung. Menschen die sich ständig in der Opferstellung sehen agieren passiv und trauen sich eben nicht, sodass Sie alles in sich hineinfressen. Bei Vergewaltigungen, Gewaltdelikten, u.ä. ist das auch der Fall! Da geht es darum wieder ein Gefühl dafür zu bekommen, dass man sich nichtmehr als Opfer von anderen - aber auch nicht als Täter (denn das würde zum Gegenteil neigen, dass man selber Grenzen überschreitet) sieht. Das funktioniert am besten über Aggressionen ! Durch die hast du nämlich Macht, wenn du sie rauslässt kannst du Macht ausüben. Dein Diebstahltick ist übrigens eine anerkannte psychische Störung (Kleptomanie) und meiner Meinung nach auch Folge von dem Opfer/Täter bzw Macht denken. Du versuchst nämlich Macht dadurch zu erlangen dass du dich dem Besitz anderer bemächtigst (siehe Wortspiel badum tss). Da kann eben Aggression ein guter Ersatz sein, der in gemäßigter Form hilfreicher ist als ständig zu stehlen und vorallem das Bedürfniss das du hast stillt

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Ich denke du hast den Kern selber zuhören bekommen.

Du wurdest nicht ausgeschlossen, sondern hast andere nicht an dich rangelassen, weil du dich für deinen "Tick" (so nenn ich das mal) stehlen zu wollen geschämt hast und dir selber eingeredet hast dass dich andere ausschliessen! Das ist eine selbsterfüllende prophezeiung.
Deshalb ist es wichtig nicht so zu denken, denn ich versprech dir die meisten denken anders als du glaubst.

Wie du das löst ist einfach:

Hör auf zu denken. Denken = schlecht.
Und hör auf in selbstmitleid zu verfallen. Wenn dich jemand offen wegen irgendwas ausgrenzt o.ä. abzieht, dann geh zu ihm hin und sag was soll der scheiss etc. was er dir vorwirft.

Du fühlst dich nämlich stark gekränkt und bist in einer passiven denkweise gefangen.

Um da rauszukommen musst du lernen das denken auszuschalten. Dann in angriff gehen wenn dich jemand dumm anmacht dann zurück anmachen und ihn vor anderen lächerlich machen oder direkt auf die fres.se.
Ganz egal welche Konsequenzen dich erwarten, das wichtigste ist die Selbstachtung und die steht über dem Gesetz.

Sowas lernt man leider nicht in einer pseudopolitischen Gesellschaft wo man immer dazu erzogen wird korrekt zu sein.

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