Hilfe gegen Panikattacken +?

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3 Antworten

Ich habe in deinen Kommentaren zu anderen Antworten gelesen, dass du bereits beim Lungenfacharzt warst und körperlich alles in Ordnung ist. Folglich kann es sich unter Umständen um eine psychische Erkrankung handeln.

Deine Symptome treffen vor allem auf Angststörungen zu. Es gibt diverse Formen von Angststörungen, doch aufgrund deiner Schilderung könnte es sich um Panikattacken handeln. Panikattacken zeichnen sich aus durch:

  • Atemnot, Engegefühl in Brust und Kehle bis hin zur Angst zu ersticken.
  • Hyperventilation (als Folge können zudem Kribbelgefühle in Gesicht und Händen sowie Muskelkrämpfe auftreten)
  • Herzrasen/hoher Puls
  • Schweissausbrüche/kalter Schweiss
  • Zittern
  • Schwindel und/oder Erbrechen
  • Angstgedanken („das ist ein Herzinfarkt“, „jetzt sterbe ich gleich“, „ich werde verrückt“, „ich kriege keine Luft/ersticke“)
  • Depersonalisationsgefühle/Derealisationsgefühle
  • Innere Spannungszustände
  • Agoraphobie (Angst vor Menschenmassen und/oder grossen Plätzen)

Fast niemand kriegt alle diese Symptome, doch die Mehrheit sollte vorhanden sein wenn man von einer Panikattacke spricht. Zentral dabei sind vor allem die Angstgedanken. Seltener sind Panikattacken die sich nur durch körperliche Symptome äussern.

Als erstes würde ich dir den Gang zum Hausarzt empfehlen. Dieser kann untersuchen ob es sich um eine Schilddrüsendysfunktion handelt (was Panikattacken auslösen kann) oder wenn nicht, eine psychische Erkrankung nahe liegt. Falls es keine Schilddrüsendysfunktion ist, wird er dich vermutlich an einen Psychiater oder Psychologen überweisen.

Panikattacken lassen sich im Vergleich zu anderen psychischen Erkrankungen relativ gut behandeln. Dazu gibt es mehrere Methoden. Zentral ist vor allem eine Psychotherapie, im Falle von Angststörungen (wie Panikattacken) liegt eine Verhaltenstherapie nahe. Wichtig ist auf alle Fälle, dass du eine Therapie mit einem Konzept machst. Oberflächliche Gespräche beim Arzt oder Psychologen sind genauso wenig eine Psychotherapie wie einfach Medikamente zu einzuwerfen.

Bei schwereren Beschwerden werden auch Medikamente eingesetzt. Dabei gibt es vor allem zwei Wirkstoffgruppen die angewandt werden:

  • Benzodiazepine sind Notfallmedikamente. Sie wirken extrem angstlösend, beruhigend und spannungslösend und dies bereits 15-20min nach der Einnahme. Sie haben fast keine Nebenwirkungen (ausg. Müdigkeit). Das Problem dieser Medikamente ist, dass man bei längerem und regelmässigem Konsum (nach ca. 4-8 Wochen) abhängig wird. Für den Notfall sind sie jedoch ein Segen.
  • Antidepressiva aus der SSRI und SNRI Gruppe werden als längerfristige Medikation eingesetzt. Sie müssen täglich eingenommen werden, wirken erst nach 3-5 Wochen und haben vor allem zu Beginn der Behandlung starke Nebenwirkungen. Dafür machen sie nicht abhängig.

Als ich aufgrund meiner Panikattacken das erste Mal Benzodiazepine bekam wurde mir sofort klar, dass man von diesen Dingern abhängig werden kann. Man ist unglaublich entspannt und die Angst ist wie weggeblasen. Ich habe es also nur genommen, wenn es nicht mehr anders ging. Als längerfristige Medikation bekam ich ein SSRI (Sertralin). Das wirkte auch nach einiger Zeit, jedoch nicht so angenehm wie die Benzodiazepine.

Hier findest du eine Übersicht über alle Angststörungen, Medikamente und Fachinformationen: http://deprimed.de/

Dann mach eine Therapie. Das ist ja behandelbar.

was ist das?

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@grau1949

Eine Verhaltenstherapie bei einem Psychologen. Hat Dein Arzt Dir das nicht vorgeschlagen? Sieh mal, wenn etwas körperliches gewesen wäre, dann hättest Du das doch auch behandeln lassen. Bei Dir ist die Seele erkrankt, auch das ist in diesem Falle behandelbar, sehr gut sogar.

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Warst Du schon bei einem Lungenfacharzt oder in einer Psychotherapie ?

immer wieder lungenfacharzt immer gesund sagt der und ich habe trotzdem gar keine luft hast du auch sowas kennt ihr das?

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@grau1949

Dann kann das psychisch bedingt sein, geh bitte zum Hausarzt, der kann Dich in eine Psychosomatische Fachklinik überweisen !

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@grau1949

Panikattacken hatte ich auch, aber ist durch die Therapie wieder fast weg !

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