Hilfe bei Bulimie im Auslandsjahr?

... komplette Frage anzeigen

5 Antworten

Ist die Gastschwester die Tochter deiner Gasteltern oder eine weitere Austauschschülerin?

Jedenfalls würde ich mal mit ihr reden, wenn ihr beide alleine seid. Vielleicht nicht sofort mit der Tür ins Haus fallen, sondern allg. über Essen und Probleme mit dem Essen oder Essen und Abnehmen reden. Wenn sie offen für Gespräche ist, kannst du ja mal erwähnen, dass du Probleme mit dem Thema Essen/ Körper hast, ohne direkt auf Bulimie zu kommen und dass du dich bemühst, anders mit diesen Themen umzugehen. Vielleicht könnte ja der Rest des Austauschjahres zu einem Projekt für dich werden, ganz langsam zu  "normaleren" Essgewohnheiten überzugehen. Evtl. gibt es ja ein deutsches Forum über das Thema, in dem User vom bulimischen Essverhalten zu einem nicht-bulimischen kommen wollen und darüber berichten. So eine Art Selbsthilfegruppe. Dort könntest du dann Anregungen zum Vorgehen und Unterstützung/ Motivation holen, um eher durchzuhalten.

Als Laie auf diesem Gebiet kann ich dir nur den Rat geben, Verhalten kontinuierlich, aber langsam zu ändern. Setze dir ein kleines Ziel pro Woche und feiere jeden Tag, an dem du es schaffst. 

Ich persönlich als Laie würde ja vom Übergeben wegkommen wollen, also wäre mein Plan: Wenn du das sagen wir mal 3 mal am Tag (nach jeder Mahlzeit?) jeden Tag machst, wäre Woche 1:

Eine Mahlzeit ohne Übergeben in der Woche. Überlegen, welche Mahlzeit man so weit reduzieren könnte, dass man nicht den Drang hat, sich zu übergeben. 

Woche 2: Jeden Tag eine Mahlzeit ohne Übergeben oder einen ganzen Tag.

Woche 3: Mahlzeit festlegen, nach der man sich nicht mehr übergibt und das durchhalten. Fangen wir mit einer kleinen Mahlzeit an (Pausensnack, Frühstück etc.). 

Woche 4: An einem Tag zwei Mahlzeiten ohne.

Woche 5: An zwei Tagen zwei Mahlzeiten ohne.

Usw.

Wichtig ist: Wenn man einen Tag oder eine Woche den Plan nicht schafft, hat man nicht verloren, sondern versucht, es in der nächsten Woche/ am nächsten Tag besser zu machen. Nicht aufgeben nach dem Motto "nu' is' eh egal". Jeder Tag, jede Mahlzeit, an dem man etwas schafft, das man sich vorgenommen hatte, zählt mehr als jeder Tag, jede Mahlzeit, bei der das nicht klappt.

Schreibe dir auf, wie oft das klappt (du musst nicht notieren, WAS geklappt hat, falls jemand mal die Notizen liest). Motiviere dich damit, wie oft es schon geklappt hat.

Parallel würde ich überlegen, was man tun kann, damit der Drang, sich zu übergeben, reduziert werden kann (z.B. allg. weniger essen, nur bestimmte Lebensmittel (nicht) essen, etwas anderes machen statt sich zu übergeben, z.B. Sport, mehr Wasser trinken etc.).

Und dann würde ich daran arbeiten, das zu ersetzen. Ersetze das Gefühl beim/ nach dem Übergeben durch den Stolz darauf, es geschafft zu haben, das zu lassen.

Falls das Körperbild für dich eine Rolle spielt, würde ich mir online Vorbilder mit einem gesunden Körper suchen (Bilder, Videos, Filme, Blogs - nicht zwingend zu dem Thema, sondern meinetwegen zum Thema Sport etc.) und diese möglichst oft ansehen, weil das evtl. deine Wahrnehmung eines schönen Körpers ändert.

Als erstes würde ich überlegen, was du statt des Übergebens machen könntest, also verhindern, dass du das durchziehst, weil du zu der Zeit immer etwas anderes machst. Diese Ersatzhandlung sollte für dich lohnend und wichtig sein, so dass du quasi keine oder weniger Gelegenheit für den früheren Ablauf hast.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Als Austauschschülerin bist du krankenversichert. Also geh zum Arzt!

Vermutlich gibt es auch an deiner Schule Ansprechpartner, Vertrauenslehrer usw.

Und Selbsthilfegruppen wurden in den USA erfunden.

Was deine "Gastschwester" betrifft - sprich mit ihr!

Vielleicht geht ihr gemeinsam zu ihren Eltern?

Deinen eigenen solltest du natürlich auch Bescheid geben.

Und wenn das dann das Ende deines Austauschjahrs ist - akzeptiere es! Du läufst seit 4 Jahren davon - hast du wirklich gedacht, deine Probleme lösen sich in Luft auf, wenn du sie nur lange und gut genug "versteckst"???

Sei doch mal ehrlich: das "ich gehe in Therapie, sobald ich zurück in Deutschland bin" hat vermutlich nicht mehr Erfolg als dein letzter guter Vorsatz "in Amerika höre ich damit auf".

Wenn du wirklich etwas ändern willst - tu es JETZT und übernimm endlich die Verantwortung für deine Gesundheit. Ausreden wirst du nämlich immer finden können...

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Wie würdest du dir selber helfen?
Genauso würde ich bei ihr vorgehen! Oder helft euch zusammen! Aber vorsicht: zusammen helfen kann schnell in zusammen untergehen enden.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Kümmere Dich erst mal um Dich selbst, bevor Du anderen versuchst zu helfen. Dir kann aber nur geholfen werden, wenn Du kein Geheimnis draus machst, sondern offen darüber sprichst. Sonst kann sich nichts verändern. Abgesehen davon ist es extrem ungesund und gefährlich ausgerechnet in der Pubertät. Dein Körper braucht Nährstoffe zum Heranreifen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?