HILFE - Vor Jahren Haus gekauft und jetzt deckt sich etwas auf...

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17 Antworten

Du wirst hierbei nicht umhin kommen, dir einen Anwalt nehmen zu müssen. Nur dieser kann anhand der Baupläne fest stellen, ob die Grundstücksgrenze tatsächlich falsch liegt. Bei der Höhe des Schadens würde ich das nicht selber klären wollen.

Ein Erstberatungsgespräch ist auch gar nicht mal so teuer. Alle Kosten eines Gerichtsverfahrens, kannst du über die Gerichtskostenbeihilfe beantragen. Die Beantragung kann aber auch der Anwalt für dich übernehmen.

Vielleicht als kleiner Hintergrund: Im Rahmen des Hauskaufes hat man Gewährleistungsansprüche, sofern die tatsächliche Grundstücksgröße vom notariellen Vertrag abweicht. Ist dies nicht gegeben kann man versuchen auf arglistige Täuschung abzuzielen und Schadenersatz vom ursprünglichen Eigentümer fordern. Ob vielleicht sogar der Notar seine Informationspflicht zur Prüfung verletzt hat, müsste ebenfalls festgestellt werden. Inwiefern hier schon die Verjährung greift, entzieht sich jedoch meiner Kenntnis.

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Kommentar von Seehausen
12.10.2011, 14:03

Wie will denn ein Anwalt anhand der Baupläne die Lage der Grundstücksgrenzen feststellen? Das kann nur ein öffentlich bestellter Vermessungsingenieur oder das Katasteramt.

Es ist immer wieder erstaunlich, was Laien sich so unter Bau- und Vermessungsrecht vorstellen!

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Das einfachste ist es doch, wenn ihr euch einfach auf euer Grundtück zurüch zieht, ihr könnt ja dann vielleicht einen neuen Zaun auf der richtigen Grundstücksgrenze errichten. Möge doch der neue Nachbar sein Grundstück in voller Größe nutzen - das Recht hat er. Ihr könntet auch 'mal selbst auf einfache Art anhand eines Lageplans (bekommt ihr ggfs. bei Katasteramt) prüfen, ob das wirklich so sein kann, wie der Vermesser meint. Falls euer Zaun tatsächlich auf dem fremden Grundstück steht, könnt ihr daraus jedoch für euch keinerlei Rechte ableiten.

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Also, an deiner Stelle würde ich zu einem Anwalt gehen, weil wie Jemand schon auf den gleichen Gedanken gekommen ist, könnte ja auch ein Freund des Nachbarn Vremessungstechniker sein und auf seinen Wunsch hin vermessen haben und dann behaupten, dass ihr eure Zäune falsch gebaut habt. Damit würde er sich aber strafbar machen und euer Nachbar auch, denn das wäre Betrug. Und ob das so ist oder ob das nun so ist dass der Nachbar wirklich Recht hat, das kann man nur durch eine erneute Vermessung prüfen lassen, von einer neutralen Stelle. Wo du dich damit hinwenden musst um das von einem Vermessungstechniker neutraler Seite vermessen zu lassen weiß ich nicht, aber das wird dir dann ein Anwalt sagen können, der sich damit ja quasi täglich beschäftigt. Ich würde einen Anwalt in Sachen Grundrecht dazu befragen, denn ich glaube die haben da am meisten Ahnung. Ansonsten wenn ihr keinen Anwalt mit dem Fachgebiet findet, dann könntet ihr ja mal bei einem Anwalt nachfragen, an welch ein Fachgebietsanwalt ihr euch wenden solltet. Das dürfte euch ja denke ich mal jeder Anwalt sagen können. Und das mit den Anwaltskosten nennt sich dann Beratungskostenhilfe oder so Ähnlich. Da hat ja auch schon Jemand etwas zu geschrieben. Und wenn es zu einem Prozess kommen sollte könnt ihr dann Prozesskostenhilfe beantragen. Google mal nach Prozeßkostenhilfe, denke mal da steht dann auch etwas dazu wie ihr die Beratungskostenhilfe bekommt.

Auf jeden Fall wünsche ich euch dass ihr Alles so lassen könnt wie ihr es habt, und wenn das nicht geht, dann wenigstens dass ihr euch mit dem Nachbarn friedlich einigen könnt.

Eure Vendettina

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Was steht denn im notariellen Kaufvertrag? Gekauft wie besichtigt oder gekauft Flurstücknummer nach Kataster? Meistens wird nur der Kauf einer Flurstücksnummer (das ist die Grundstücksparzelle) beurkundet. Dann gilt die Grenze wie sie im Liegenschaftskataster der Vermessungsbehörde festgestellt ist. Diese hat vermutlich der "Vermesser" vor Ort überprüft und mitgelteilt, dass der Zaun falsch steht. Da der Anlieger die "überbaute" Fläche nicht verkaufen will, bzw. einen unverschämten Preis dafür verlangt mit anderen unverschämten Forderungen (Vermessungs- und Planungskosten), würde ich den Zaun auf die richtige Grundstücksgrenze (die Grenzmarken müssten nach der Vermessung sichtbar sein) zurück setzen.

Wie hoch wäre dann der Schaden? Ein Rechtsanwalt wäre jedenfalls teurer.

Sollte aber ausnahmsweise im Kaufvertrag drin stehen, dass das Grundstück so gekauft wurde wie es vor Ort eingezäunt ist, dann könnte ein Rechtsanwalt evtl. den alten Verkäufer zu Schadenersatz verklagen, aber nur dann.

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Kommentar von helmutgerke
14.10.2011, 11:08

@Kaepsele, genau da wollte ich mit meiner Frage auch drauf hinaus, aber ein User "Seehausen" pöbelt hier ja gleich mit seinen 40 Jahren Berufserfahrung rum und bezeichnet meine Ansicht als laienhaft, naiv und falsch.

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Kommentar von Bambi27
17.10.2011, 12:12

Vielen DAnk für eure zahlreichen informativen Antworten... Wir haben das ganze jetzt bei einem Anwalt liegen... ich informiere euch über das Ergebnis...

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...die Frage ist doch auf einer Plattform, wie dieser, nicht seriös zu beantworten. Grds. gilt aber, daß nicht der ein Grundstück umgebende Zaun die Grundstücksgröße bestimmt, sondern die Grenzsteine, das Kataster + das Grundbuch. Hat man dann, auch unwissentlich, mehr Grundstück in Besitz genommen, als einem zusteht, so kann der tatsächliche Eigentümer Beseitigung + eventuell auch Schadensersatz verlangen. Ob er mit einem Schadensersatzanspruch durchsteht wäre konkret zu überprüfen. Zur Beseitigung gehört, daß man eine Einfriedung soweit versetz, daß sie auf dem eigenen Grundstück steht. Die Vermessung zur Bestimmung der beiderseitigen Grundstücksgrenze kommt beiden Nachbarn zu Gute, so daß sie zu teilen wären. Wer plant ohne vorher ordnungsgemäß zu vermessen dürfte selbst schuld sein. Zumindest könnte man von einem überwiegenden Mitverschulden ausgehen. Das alles muß aber von einem Rechtsprofi vor Ort überprüft werden. Kann man sich den tatsächlich nicht leisten, geht man zu seinem Amtsgericht + besorgt sich dort einen Beratungshilfeschein. Damit kann man dann zu einem Anwalt seiner Wahl gehen. Ist ein Rechtsstreit notwendig, gibt es dafür Prozeßkostenhilfe

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Du musst Dich auch in den Nachbarn hereinversetzen. Ich glaube niemand fände es toll, wenn er ein Grundstück kauft und sich dann erstmal mit den Nachbarn rumärgern muss, weil die einen Teil seines gekauften Grundstückes mittels eines falsch aufgestellten Zaunes für sich beanspruchen. Es ist klar, dass der Nachbar dadurch keine Mehrkosten haben will. Sämtliche Kosten müsst ihr bereitwillig tragen. Dann wird es vielleicht auch wieder was mit der Nachbarschaft.

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Wenn ihr das Haus aber so gekauft habt, wie es heut noch ist (also mit dem Zaun und die Größe nicht verändert), muss ja das alles in eurem Kaufvertrag festgehalten sein. Wenn du Recht hast ist das ein verborgerner Mangel, d. h. 30 Jahre eigentliches Reklamationsrecht. Reklamieren willst du ja aber bestimmt nicht. Dafür ist eigentlich derjenige dann haftbar zu machen, der euch das Haus verkauft hat. Ich würde trotzdem einen Anwalt einschalten, wenn das Geld nicht reicht, dann stell einen Antrag auf Beratungsilfe auf eurem zuständigen Amtsgericht. Aber was die Planungskosten des Nachbarn angeht, bin mir sicher, dass er das nicht abfordern darf von euch, zumal es sich nur um einen Zaun handelt, der schon immer dort steht und den ihr so übernommen habt.

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Ihr solltet Euch auf jeden Fall von einem Anwalt beraten lassen (bei geringen Einkünften einen Beratungsschein beantragen).

In den Unterlagen beim Hauskauf sollte das eigentliche Grundstück in seinen Abmessungen aufgeführt sein (evt. Grundbuchamt aufsuchen...).

Wenn der "neue Nachbar" nun Vermessungen in Auftrag gegeben hat, so muss er diese auch selbst zahlen.

Sollte sich dabei herausstellen, dass Euer Grundstück tatsächlich "zu groß" ist, könnte der Nachbar von Euch sicher verlangen, dass ihr den Zaun entsprechend versetzt, oder Euch den Boden zum Kauf anbieten.

Ersteres wäre sicher sehr unangenehm für Euch - und natürlich auch mit Kosten verbunden... Erkundigt Euch doch mal nach den "normalen Bodenpreisen" und macht Euren Nachbarn ein entspr. "Kaufangebot".

Euch allerdings auch noch die Vermessungskosten "aufzubrummen" halte ich für sehr fragwürdig - Ihr habt ja Niemanden zur Neuvermessung beauftragt.

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Versetzt die Zäune auf Eure richtige Grundstücksgrenze!

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Verkaufen, wenn das Geld nicht reicht. man muss sich VOR dem Kauf darüber informieren, ob dieses oder jenes rechtens ist und außerdem steht im Grundbuch genau zu lesen, wie groß das Grundstück ist. Der Besitzer ist nun für falsch gesetzte Zäune verantwortlich und haftet auch. Natürlich könnt Ihr das Zeug abreißen (lassen), aber einen neuen muss man nicht bezahlen. Dann läßt man den Zaun eben weg. Hat man auf dem fremden Grund gebaut, dann ist das fatal. Ihr wäret nicht die ersten, die ihr Grundstück wieder verkaufen müssen. Aber im Vertrauen:

eine Miet- oder Eigentumswohnung ist kein allzu schlimmes Schicksal, auch darin kann man hervorragend wohnen.

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naja das sinnvollste ist auf jeden fall mit einem anwalt zu sprechen denn mit dem kann man auch klären das man nicht so viel geld mehr hat. mit dem kann man alles besprechen und nur er kann auf den nachfolgenden schritten weiterhelfen

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Kommentar von Seehausen
12.10.2011, 14:04

Ihr braucht keinen Anwalt, weil der Nachbar im Recht ist. Entweder geht Ihr auf seine Forderungen ein oder Ihr versetzt die Zäune. Für diese Entscheidung braucht Ihr keinen Rechtsberater; ist alles im BGB geregelt.

Ihr hättet beim Kauf des Hauses nicht so gutgläubig sein dürfen!

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Also ich kann mir nicht vorstellen, dass sie euch die Vermessungskosten auflasten können... schließlich haben die ja vermessen lassen, bevor sie wussten, dass euer Zaun falsch steht.

Allerdings fürchte ich auch, dass sie verlangen können, dass ihr den Zaun zurückbaut...

Wenn ihr euch aktuell keinen Anwalt leisten könnt, würde ich ein Rechts-Forum empfehlen, wo euch vor ensprechendem Hintergrund und auch mit den § wahrscheinlich genauer gesagt werden kann, welche Möglichkeiten es gibt. Ich persönlich habe bei recht.de echt immer sehr fundierte Antworten bekommen, wenn ich rechtliche Fragen hatte. Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert.

Viel Glück!

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Ihr braucht keinen Anwalt, weil der Nachbar im Recht ist. Entweder geht Ihr auf seine Forderungen ein oder Ihr versetzt die Zäune. Für diese Entscheidung braucht Ihr keinen Rechtsberater; ist alles im BGB geregelt.

Ihr hättet beim Kauf des Hauses nicht so gutgläubig sein dürfen!

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Kommentar von ALinkToThePast
12.10.2011, 16:41

Das ist ja mal eine tolle Antwort! Hier wurde Recht gesprochen, ohne Prüfung der notwendigen Unterlagen, ohne gerichtliches Verfahren und das alles übers Internet. Und der Autor bezeichnet jeden zweiten hier als Laien, obwohl er auf dem juristischen Gebiet selber einer ist.

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Sorry, ohne Anwalt kommt ihr da nicht raus.

Aber vielleicht habt ihr die Möglichkeit einen Rechtsbeistand billiger zu bekommen, es gibt da so Bemessungsgrenzen. Vielleicht weiß ja jemand, wie sich das genau nennt.

Aber ohne Anwalt, gegen eine Firma, die mindestens einen Anwalt hat? Niemals. Die zerlegen euch!

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Hallo Bambi27,

das ist mehr als ärgerlich - aber was wurde denn in der notariellen Beurkundung seinerzeit dazu geschrieben.

Schaue- wenn nicht nicht geschehen, dort bitte nach.

Ansonsten, fürchte ich kann dir nur ein Fachanwalt weiterhelfen.

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Ohne Anwalt kommt Ihr da nicht raus. Ehlich, nehmt Euch einen und versucht eine gütliche Einigung.

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