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4 Antworten

Die Sehnsucht danach, Zerbrochenes wieder zusammenfügen zu können, begleitet viele Menschen, deren Eltern ihre Aufgabe nicht gut erfüllt haben. Und oft sehnt sich auch in fortgeschrittenem Alter das Kind in einem danach, Versöhnung, Gerechtigkeit und Zuneigung zu erfahren.

Das Problem dabei ist, dass das nur sehr selten gelingt. Wenn Eltern versagt haben, dann haben sie das in aller Regel nicht in voller Absicht getan, sondern weil sie ihrerseits Gefangene ihrer Ängste und erworbenen Unfähigkeiten waren. Zuzugeben, dass sie Schaden bei ihrem Kind angerichtet haben, wäre oft gleichbedeutend damit, das letzte Stück Selbstachtung, das sie sich bewahrt haben, aufgeben zu müssen.

Aus diesem Grund bleibt es oft bei der Leugnung von Dingen, auch wenn sie so offensichtlich gewesen sein mögen, dass man sie eigentlich gar nicht leugnen kann. Und das Kind, das sich nach Heilung sehnt, erlebt immer wieder aufs Neue Zurückweisung.

Aus diesem Kreislauf kann man nur entkommen, wenn man sich distanziert. Dazu ist es notwendig, für sich zu akzeptieren, dass die Eltern nicht zu ändern sind und dass Dinge, die geschehen sind, weder zu ändern noch ungeschehen zu machen sind. Man muss die kindliche Sehnsucht loslassen und sich selbst als erwachsenen Menschen begreifen, der es nun in der Hand hat, seine Zukunft nicht mehr von seiner Vergangenheit bestimmen zu lassen.

Der Prozess ist schmerzhaft, aber er kann gelingen und dafür sorgen, dass man Heilung aus der eigenen Stärke gewinnen und sich aus der emotionalen Abhängigkeit gegenüber den Eltern befreien kann.

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Du müsstest (für dich und/oder mit deiner Mutter) mal klären, was du / ihr unter einer "guten" Mutter versteht.

"Gut" kann heißen, dass sie dich versorgt und beschützt hat. Das kann man übertreiben, dann wird es Verwöhnung und Überbehütung. Das kann man versäumen, dann ist es Verwahrlosung und Vernachlässigung. Das kann man in gutem Maß tun, dann fühlt sich das Kind altersentsprechend sicher, aber auch frei, die Welt zu erkunden.

"Gut" kann heißen, dass sie aus dir einen anständigen Menschen machen wollte. Dann hatte sie gute Absichten, und man kann über ihre Mittel, mit denen sie das zu erreichen hoffte, nachdenken. Manche Eltern zwingen und schlagen ihre Kinder, um sie zurechtzubiegen, bestenfalls in der guten Absicht, dass ein guter Mensch dabei rauskommt. Andere Eltern erlauben ihrem Kind alles, bestenfalls in der Absicht, dass das Kind sein Leben mehr genießen möchte als seine Eltern es konnten.

"Gut" kann heißen, dass sich die Eltern bemüht haben, aber dass deren guter Wille gehindert wurde durch die Unfähigkeit der Eltern, durch deren eigene innere Wunden oder durch die äußeren Umstände.

Betriebsblind ist eigentlich jeder, sowohl die Eltern als auch die Kinder, und nur als Außenstehender kann man ein wenig objektiver auf die Situation sehen. Du schreibst, dass deine Mutter ihre Grenzen (oder deine Grenzen?) überschritten habe. Und deine Mutter kontert, dass du dich "nicht beklagen" sollst. Es ist schwer, mit den Eltern über deren Erziehungsform (bzw. über ihr Sosein) zu reden, und die Kunst liegt darin, WIE man drüber spricht.

Die besten Chancen, von deiner Mutter in deinem Anliegen gehört zu werden, hast du, wenn du ganz sachlich eine Beobachtung beschreibst. Gebe dabei keine Wertungen ab, keine Interpretationen, greife sie nicht an und verurteile sie nicht. Danach sagst du, wie du dich gefühlt hast oder jetzt fühlst. Benenne das Grundgefühl in dir (verletzt, traurig, ärgerlich), nicht was SIE bei dir für ein Gefühl bewirkt hätte. Dann sage ihr, welches Bedürfnis du im Moment hast (Freiheit, Kreativität, Vertrauen,...) und richte eine konkrete Bitte (keinen Wunsch, keine Forderung) an sie, was du JETZT von ihr möchtest ("Bitte höre mir zu.", "Bitte sage mir, was du gerade von mir verstanden hast.", "Bitte sage mir, ob du willens bist, ...zu tun."

Diese Art und Weise zu sprechen kommt aus der gewaltfreien Kommunikation von Marshall Rosenberg, darüber findest du im Internet auch einige praktische Vorführungen zum Üben. Ich hoffe, du kannst damit etwas anfangen.

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Kommentar von Barney123
16.03.2014, 12:20

Hey, Marshal Rosenberg, ich bin beeindruckt und freue mich! DH

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Hallo harrli,

Viele Menschen können mit Kritik überhaupt nicht umgehen und bügeln alles nieder, was irgendwie nach Kritik aussieht. Dazu gibt es die unterschiedlichsten Methoden. Deine Mutter redet offensichtlich alles schön. Meine Schwiegermutter meinte immer, ich solle doch zufrieden sein, andere wären noch viel schlimmer! Klar doch, Saddam Hussein konnte sagen, dass Idi Amin ja sogar Menschen gegessen habe, und Idi Amin konnt sicher anführen, dass Dschingis Khan noch viel schlimmer war. Wenn es nur das Ziel ist nicht der Schlimmste zu sein?

Ich glaube Dir, dass nicht alles Gut war, was in Deiner Kindheit abgelaufen ist. Aber ich denke auch, dass Du nicht weiterkommen wirst, wenn Du darauf wartest, dass Deine Mutter zugibt, Fehler gemacht zu haben.

Warum Menschen manchmal Dinge tun, die bei genauerer Betrachtung falsch sind, sie aber trotzdem meinen, dass ihr Verhalten in Ordnung ist? Weil wir auch am Vorbild lernen. Vorbilder sind nur in Ausnahmefällen Menschen, bei denen wir bewusst entscheiden, dass sie für uns ein Leitbild sein sollen. Oft wird einfach ein Verhalten nachgeahmt. So wurde auch Deine Mutter erzogen und in ihrer Kindheit, als sie noch gar nicht verstanden hat, worum es geht, hat sie von ihren Eltern Verhaltensweisen übernommen, deren Sinn sie nie verstanden hat. Und bei Dir wurde dieses Verhalten einfach angewendet, ohne darüber nachzudenken. Und natürlich wird sie eine Erklärung finden, warum sie sich so verhalten musste, ganz egal, ob die Erklärung einer näheren Prüfung standhält. Wenn Du einmal anfängst die Menschen zu beobachten, wirst Du feststellen, dass vieles in ihrem Verhalten widersinnig und unverständlich ist. Das ist nicht die Ausnahme, das ist die Regel!

Und bei Müttern ist das natürlich genauso!

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Kommentar von harrli
16.03.2014, 17:00

Kritik ist wirklich nicht ihr Ding, dazu hat sie sich unmissverständlich geäussert. "Wenn du es noch einmal wagst, mich zu kritisieren, dann werfe ich dich aus der Wohnung" Ich gebe es auf bei ihr, bin mir aber sicher, sie weiss haargenau was sie verbockt hat.

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.... hmm... ich versteh deine Frage nicht wirklich...

Was hat deine Mutter genau getan?

Sie liebt dich... und hat dafür etwas getan... und sie sagt nicht warum.... oder?

Ich glaube, mütterliche Fürsorge kann blind machen, und die Grenze zwischen gut und schlecht kann überschritten werden.

Aber ich weiß es nicht so genau. Ich bin keine Mutter und weiß nicht, wie ich reagieren werde.. auch kenne ich bisher keine anderen Mütter, die irgendwas "schlechtes" getan haben, weil sie ihre Kinder lieben

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Kommentar von Barney123
15.03.2014, 11:01

auch kenne ich bisher keine anderen Mütter, die irgendwas "schlechtes" getan haben

Die Liste wäre so lang, dass sie hier die Länge eines Kommentars bei weitem sprengen würde! Denke einfach einmal nach! Es ist doch für ein Kind viel einfacher, wenn es von Kleinkindesbeinen erklärt bekommt, dass es nicht einfach alles machen kann, sondern dass es da Grenzen gibt, wo Andere eingeschränkt oder belästigt würden. Wie viele Mütter bringen es nicht übers Herz, dem Kind etwas zu verbieten? Das Kind muss lernen, dass es Grenzen gibt! Und wenn damit erst im Kindergarten angefangen wird, ist es für das Kind natürlich viel schwerer! Damit gehts schon los!

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