Hi, kann eine Rechnung ohne voherige Absprache um einen Schadenersatz-Anteil gekürzt werden?

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4 Antworten

Die Küchenlieferung wurde auf dem Lieferschein soweit wie möglich, mängelfrei bestätigt.

Was doch gar nicht zutraf!

Der Kunde hätte den Schaden an der Wand auf dem Lieferschein vermerken müssen!

Das Unternehmen bekam scheinbar erst bei der Bezahlung die Info, dass das Montage-Team etwas beschädigt hat.

Nach dem der Kunde einen fehlerfreien Einbau seiner Küche schriftlich bestätigt hat, könnte die Küchenfirma einfach die Restzahlung nachfordern und müsste noch nicht einmal ihre Betriebshaftpflichtversicherung davon in Kenntnis setzen.

Ich betrachte dies als ein Entgegenkommen der Küchenfirma, dass sie den Schaden ihrer Betriebshaftpflichtversicherung meldet.

Muss sich der geschädigte mit der Versicherung auseinandersetzen?

Nein - die Betr.Haftpflichtvers. wird den Geschädigten kontaktieren und eine Schadensmeldung, Rechnung und Bilder des Schadens anfordern.

Ich hoffe mal, dass der Geschädigte Bilder von dem Schaden vorweisen kann.

Gruß N.U.

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Kommentar von Optiman
16.11.2016, 16:08

🙏 und

auf welche Nachforderung muss sich der Kunde mit bereits abgelaufener Skontofrist nun einstellen?

war ggf. das gesamte Skonto unberechtigt oder nur vom unrechtmäßig abgezogenen Teilbetrag?

wann und überhaupt soll  der Küchenlieferant seine Teilforderung mittels Mahnverfahren geltend machen oder setzt die Haftpflichtschaden-Regulierung die eigentlichen Zahlungsfristen außer Kraft und muss der Kunde überhaupt mit der Versicherung zusammenarbeiten?

na denn, Optiman

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Kommentar von Optiman
17.11.2016, 07:23

@Apolon

der FS!  oben steht doch "bitte keine Raterei"

na denn, Optiman

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ann eine Rechnung ohne voherige Absprache um einen Schadenersatz-Anteil gekürzt werden?

Nein:
Die Küchenfirma muss den Warenausgang/Dienstleistung als solches verbuchen.
Den Betrag zunächst mal einbehalten und mit einer Schadesnersatzforderung verrechnen geht aber dennoch


Die Küchenfirma fordert nun den Fehlbetrag ein und bietet alternativ an
den Schaden durch ihre Betriebshaftpflicht-Versicherung prüfen und ggf.
regulieren zu lassen.

Fordern kann jeder alles mögliche....
Fakt ist, der Entstandene Schaden muss separat abgerechnet werden.
Das bisher einbehaltene Geld für die Küchenlieferung kann vorerst für die Reparatur verwendet werden. Aber achtung: der Küchenlieferant hat nach wie vor ein Recht auf vollständige Bezahlung der gelieferten Ware. Ebenso ist man dem Auftragnehmer für die geleistete Arbeit die entsprechnede Entlohnung schuldig solange keine Deckungszusage der Haftpflichtversicherung des verursachers besteht.

Man muss das ganze also differenziert sehen:

1.) Der Möbelhändler hat ein Recht auf vollständige Bezahlung der gelieferten Ware. In Abzug gebracht werden kann nur eine evtl. vorhandene Beschädigung an der gelieferten Ware selbst, im Zuge der Schmängelhaftung

2.) Die Monteure haben bei der Lieferung wiederrechtlich fremdes Eigentum beschädigt (Deine Wand) Demnach besteht Deinerseits ein Anspruch auf Schadensersatz lt. § 823 BGB (Schadensersatzpflicht)

Kein Richter in Deutschland würde in einem solchen Fall einen Einspruch gegen ein vom Händler in Auftrag gegebenes Mahnverfahren abwehren, sondern würde um schnellstmögliche Klärung der Schadensersatzansprüche bitten und erst dann über den Einspruch entscheiden. Das gleiche Recht würde er dem Händler aber auch gewähren, falls Du ein gerichtliches Mahnverfahren gegen den Händler anstrengen würdest.

Erst wenn der Sachverhalt und möglichst auch eine eventuelle Deckungszusage durch den Händler oder dessen Versicherung ergangen ist können gegenseitige Ansprüche durchgesetzt werden.

Auch noch sehr wichtig:
1.) bevor die Wand repariert werden darf, muss unbedingt der Schaden durch Fotos und Kostenvoranschlag dokumentiert werden um später den Sachverhalt beweisen zu können.
2.) die Schadensdokumentation ist umgehend dem Verursacher auszuhändigen um seine Ansprüche geltend zu machen. Auch muss dem Verursacher Gelegenheit gegeben werden den Schaden in Umfang oder Kostenhöhe anzuzweifeln und auf dessen Kosten einen vereidigten Sachverständigen DEINER Wahl mit einem Gutachten zu beauftragen.
3.) sofern bis dahin immer noch keine Deckungszusge durch den Verursacher oder dessen Haftpflichtversicherung vorliegt, darf der Schaden auf eigenes Risiko repariert werden. Die Beweise sind gesichert, der Verursacher hatte Gelegenheit die Dokumentation anzuzweifeln, der Rest kann notfalls nach Sachlage vor Gericht entschieden werden.

Überigens, als Geschädigter hat man neben dem eigentlichen Schadensersatzanspruch auch noch Anspruch auf die Kostenübernahme für Kostenvoranschlag, Gutachter und Anwaltliche Hilfe und genau die ist immer dann anzuraten wenn ein Verursacher oder dessen Vericherung sich in irgendeiner Weise unkooperativ verhält.

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Kommentar von Optiman
16.11.2016, 11:59

Danke für deinen Vortrag, welcher jedoch mehrfach verwirrend dem Einen bzw. dem Anderen hier Recht in seinem Tun gibt.

Denn der Küchenhändler hat ja eigentlich erst bei Verrechnung der Instandsetzungskosten mit seiner Rechnung erkannt, dass hier eine Schadenersatzleistung seitens des Geschädigten gegenüber dem vermeidlichen Verursacher gefordert wird.

Mehr als nun gleich seine Betriebshaftpflicht-Versicherung mit einer Kontaktaufnahme zum Geschädigten aufzufordern kann er ja nun auch nicht tun.

Jedoch sind seine unbestrittenen Leistungen bereits um den gesamten Skontoabzug und die Instandsetzungskosten geschmälert. So hat er sich sicherlich nicht das Skonto gedacht.

Er hat nun nicht einmal eine Rechnung in Höhe der Instandsetzungkosten bei der er zumindest die Vorsteuer zum Abzug bringen könnte die das Finazamt jedoch von ihm mit seiner Rechnugsstellung verlangt.

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gleichartige Forderungen kann man miteinander verrechnen. Da es sich bei beiden Forderungen um Geldforderungen handelt, ist eine Verrechnung möglich. Wenn die Lieferung der Küche nach Ansicht des Auftraggebers mängelfrei war, zahlt er die sofort mit Skontoabzug. Diese Forderung ist also vom Lieferanten vollständig einzubuchen. Eine Schadenersatzforderung ist grundsätzlich steuerneutral, ob die Summe die Mehrwertsteuer enthält richtet sich danach, ob der Geschädigte vorsteuerabzugsberechtigt ist. Ob die Küchenfirma den Schaden bei der eigenen Betriebshaftpflichtversicherung einreicht, oder ob sie überhaupt eine hat, ist für den Geschädigten nicht relevant. Fairerweise sollte sich der Geschädigte dann aber mit dem Versicherer auseinandersetzen und die Plausibilität nachweisen, denn der Haftpflichtversicherer könnte ja auch zu dem Schluß kommen, dass die Forderung des Geschädigten dem Grunde oder/und der Höhe nach unberechtigt ist. Dann könnte die Küchenbaufirma natürlich eine Nachforderung stellen.

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Kommentar von Optiman
17.11.2016, 22:21

letztlich also wohl nur eine Stil-Frage?

die Mitwirkungspflicht des Geschädigen zur Schaden-Regulierung durch die Bertriebs-Haftpflichtvers. hängt dann auch nur von der vllt. noch vorhandenen Bereitschaft des ja schon sich selbst Entschädigten ab?

die Vorsteuer der Instandsetzungs-Rechnung kann der Küchenlieferer
sich deiner Auslegung nach auch leider nicht ziehen, muss sie aber jedoch voll von der reduzierten Rechnung abführen obwohl nie erhalten.

na denn, Optiman

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Wenn Du eine mängelfreie Lieferung auf dem Lieferschein bestätigst, möchte das Unternehmen auch den kompletten Betrag überwiesen haben. Das sollte doch wohl mal klar sein, oder? Das Unternehmen handelt hier also korrekt gemäß der Bestätigung auf dem Lieferschein.

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Kommentar von Optiman
16.11.2016, 11:08

das sehe ich eigentlich auch so!

Muss dass Unternehmen nun ggf. nach Ablauf des Gesamtzahlung-Ziel seine Teilforderung nach Mahnung einklagen?

und wie verhält es sich eigentlich mit der Skontierung von der Gesamt-Küchenrechnung? Kann der gesamte Skontoabzug ungültig sein und zur Teilforderung dazugezählt werden oder nur auf den Teilfehlbetrag?

danke

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