Heutige Schulabschlüsse bzw. Schulbildung qualitativ schlechter als früher?

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3 Antworten

Hallo Simmi26, bevor man dazu mehr oder weniger nützliche Überlegungen anstellt sollte man über folgendes Zitat nachdenken: Wir alle wurden dumm geboren aber wenn jemand dumm stirbt ist offensichtlich eine Menge falsch gelaufen.

Die Anforderungen an alle Schulabgänger sind sicher einem ständigen Wandel unterworfen. Im Informationszeitalter braucht man nicht mehr im Kopf zu rechnen, man hat sein elektrisches Helferlein. Ähnliche Beispiele kann man vermutlich endlos fortsetzen. Immer wurde behauptet, nicht für die Schule sondern für das Leben lernen. Aber für welches Leben?

Meine Generation wurde auf die technische Revolution, die heute selbstverständlich ist, nicht vorbereitet. Könnte ich damit vernünftig begründen mit Bleistift oder Federhalter beharrlich an der guten alten Zeit festzuhalten?

Heute sagen mir viele Abiturienten, in der Schule und an den Hochschulen ist auswendiglernen nützlich. Man paukt für Prüfungen und Scheine und vergisst danach den Lehrstoff. Wenn das tatsächlich eine verbreitete Methode ist, fehlt bei den Schülern die Motivation, der Sinn des Strebens ging dann verloren. Und dann sind nicht die Bildungseinrichtugen und insbesondere deren Beschäftigte die Baustelle sondern das gesellschaftlich Gefüge ist einer umfassenden kritischen Prüfung zu unterziehen.

Dass der Wissensumfang geschrumpft ist, liegt nicht an den Lehrern. Al gemeine Gleichgültigkeit bzw. einseitige Betrachtungsweisen, lassen den aktiven Wissensscvhatz häufig verkümmern. Es wird viel zu viel nach Zensuren gelernt und nicht nach Verständnis. Es können noch so viele Absichtserklärungen kursieren, ein Lehrer kann nur das vermitteln, was seine Schüler auch aufnehmen wollen. Die Basis für den Beruf ist nun mal ein gutes Abschlusszeugnis. Das wird leider viel zu oft nicht erkannt. Es wird auch nicht zwingend besser, wenn das soziale Netz so dicht geknüpft wird, dass kaum jemand durchfallen kann.

Verwechsle bitte nicht LEHRER mit curricularen Anforderungen, die von Reform zu Reform bescheuerter werden.

JA !!! Die Schüler sind heute viel schwächer in ihren Leistungen (wenn ich allein an eklatante Defizite von Abiturienten in Rechtschreibung, Grammatik, Zeichensetzung und simplen Satzbau denke). Sie lernen - natürlich NICHT IHRE SCHULD - pseudopädagogisch Überfrachtetes - eben das, was die Curricula verlangen.

Wenn ich daran denke, dass ich als Schüler in Klasse 10 (Gymn.) die französischen Existenzialisten im Fach Französisch behandelte, in Klasse 11 (Oberstufen-Kurse gab's noch nicht) Wielands "Agathon", Kleists "Michael Kohlhaas" und Goethes "Faust" durchnahm - mit der von Lehrern den Schülern weiter gegebenen BEGEISTERUNG - , dann kann ich mir über den heutzutage vermittelten realitätsfernen Unsinn - in diversen Fächern !! - nur die Haare raufen !!!

pk

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