Heute sind es 35 Jahre nach Tschernobyl, könnt ihr euch noch daran erinnern?

Das Ergebnis basiert auf 104 Abstimmungen

nein, da habe ich noch nicht gelebt 50%
ja, an dem Tag habe ich ... 35%
nein, hab ich erst hinterher erfahren 8%
ja, das war damals so ... 8%

54 Antworten

ja, an dem Tag habe ich ...

...was ich an diesem Tag gemacht habe, weis ich natürlich nicht mehr. Das ist auch völlig unrellevant, da wir von der Reaktorkatastrophe ohnehin (in der DDR) erst erfuhren, als es nicht mehr zu verheimlichen war bzw. das "Westfernsehen" es ausgiebig publik gemacht hatte.

Was ich aber ganz bestimmt noch weis ist, das die DDR-Verantwortlichen ihre Radsportler wenige Wochen später zur Friedensfahrt nach Kiew schickten. Der Vorfall des Reaktorunfalls sollte dadurch verharmlost werden. Ich empfinde das heute noch als eine Ungeheuerlichkeit.

ja, an dem Tag habe ich ...

Also, erst hinterher erfahren haben wir es alle, weil der Reaktorunfall anfangs ja noch von den Russen vertuscht werden sollte. Es hat ein paar Tage gedauert, bis die Nachricht dann doch zum Rest der Welt vorgedrungen ist. Selbst die knapp 50.000 Einwohner der Stadt Prypjat, die nur 4 Kilometer vom Atomkraftwerk entfernt lag, sind wegen den anfänglichen Beschwichtigungsversuchen erst 36 Stunden nach dem Unglück evakuiert worden und waren bis dahin einer extrem hohen Strahlenbelastung ausgesetzt.

Ich kann mich noch erinnern, dass ich davon erfahren hab, als ich von der Schule nach Hause kam. Da haben mich meine Eltern mit der Nachricht empfangen, dass in der Sowjetunion ein Atomkraftwerk explodiert sei. Ich konnte mir gar nicht so viel darunter vorstellen, und was das wohl für Auswirkungen für uns haben würde. Ich weiß nur, dass es mir zu dem Zeitpunkt keine Angst gemacht hat. War ja gefühlt alles so weit weg. Dass es auch uns betrifft, das wurde mir erst so nach und nach bewusst.

ja, an dem Tag habe ich ...

Ich bin 14 Tage vorher 6 geworden und ein Vorschulkind im Kindergarten gewesen. Sicher habe ich als Kind nicht geahnt, was in der UdSSR für eine Katastrophe passiert ist, aber das haben die Erwachsenen auch erst einige Tage danach gewusst, weil die UdSSR die Reaktorkatastrophe erst Tage später bekannt gegeben hat, als in Schweden ungewöhnlich Hohe Werte gemessen wurde, der Strahlen aus der UdSSR kommen mussten.

Ich kann mich noch gut besinnen, dass ich uns mein Zwillingsbruder enttäuscht waren, als wir in unserem Garten und im Kindergarten nicht in den Sandkasten durften und meine Eltern uns mehrere Tage nicht herausgelassen haben.

Der Samstag, also der Tag der Reaktorkatastrophe, war für uns ein ganz besonderer Tag, weil da unser kleiner Bruder auf die Welt gekommen ist.

Wahrscheinlich wären meine Eltern nicht so gelöst gewesen, wenn sie gewusst hätten, was gerade passiert ist.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung
nein, hab ich erst hinterher erfahren

Ganz ehrlich ------> nein, denn als Kind hat man einfach andere Interessen und kriegt das nicht so mit. Ich habe mich aber relativ früh für Zeitgeschichte, Politik usw. interessiert und hatte mit 13/14 angefangen, Dokumentationen zu schauen - auch über Tschernobyl. Von daher habe ich es erst hinterher erfahren. Beim Mauerfall bzw. dem Ende des Kalten Krieges war es ähnlich. Man hat als Schüler einfach andere Schwerpunkte.

Bewusst wahrgenommen habe ich als große Ereignisse erst z.B. den 11.09.2001, da war ich schon auf der Realschule und kann mich an den Tag ziemlich genau erinnern, sowie die Wahl Gerhard Schröders zum Bundeskanzler am 27.09.1998.

https://www.youtube.com/watch?v=eZZDhM8IH0I

https://www.youtube.com/watch?v=t78bhAWkfys

Von Experte rotesand bestätigt
ja, das war damals so ...

Ich erinnere mich sehr gut: Ich war 16 und besuchte die 10. Klasse eines Münchner Gymnasiums.

Der Reaktorunfall von Tschernobyl erschütterte unser Weltbild nachhaltig.

Wir hatten Angst: Plötzlich sollte man sich nicht mehr im Freien aufhalten und keine Milch und keine Pilze mehr kaufen.

Manche reagierten panisch, andere wollten es nicht glauben. In der Schule wurde viel Aufklärungsarbeit geleistet.

Schlimm war, wie lange der Unfall damals von staatlicher Seite vertuscht wurde und wie wenig man später über die Missbildungen und Krebserkrankungen erfuhr.😔

So in etwa hat es mir im Nachhinein mein Onkel (Jahrgang 1964) berichtet!

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@tanzella

Bin rund 20 Jahre jünger - aber umso schöner, wenn man sich trotzdem gut versteht. Ich finde das toll.

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