Heute kam der Rentenbescheid. Provokant gefragt, lohnt es sich da noch arbeiten zu gehen?

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9 Antworten

Abzüglich Steuern (97% der Rente sind dann steuerpflichtig), Abgaben und der Inflation blieben vielleicht 900 Euro übrig.

Dir ist schon klar, dass die Rente auch erhöht wird und dort 2037 nicht mehr 1.400,- € nominal stehen werden, sondern mehr. Zwar steigt die Rente geringer als die Löhne sowie die Inflation und die Versorgungslücke wird dadurch größer, aber man muss dies auch betrachten. Steht übrigens auf der Renteninformation (du hast keinen Bescheid) drauf.

Und das auch nur wenn ich bis 67 durchgehend beschäftigt bin, zum heutigen Lohn.

Auch das stimmt nicht. Die dritte Zahl ist eine Hochrechnung, die davon ausgeht, dass dein Einkommen sich die nächsten 5 Jahre so entwickelt, wie die letzten 5. Je weiter in der Zukunft Prognosen liegen, desto ungenauer werden sie.

D.h. es kann passieren dass das Jobcenter einen irgendwann zwangverrentet:

Wenn man ALG II bezieht, kann das Jobcenter einen mit 63 zum Rentenantrag zwingen, das stimmt. Plant du längerfristig "Kunde" beim Jobcenter zu sein?

Weil auch sonst ohne Vermögen und auch ohne Familie frage ich mich ob es
vor dem Hintergrund nicht mehr Sinn macht in nächster Zeit freiwillig
in H4 abzusteigen und die freie Zeit dafür zu nutzen Gesund zu bleiben,
d.h. durch Bewegung und Sport.

Bringt dir nicht viel, da du erstens, dann mit einer Sanktion startest, wegen vorsätzlichem Herbeiführen einer Hilfebedürftigkeit. Ferner hättest du vorrangig einen ALG I Anspruch. So lange du also keinen Antrag darauf gestellt hättest, würde das Jobcenter dir nur den Weg die Türe raus zeigen. ALG I, gibt es 3 Monate nicht aus o.g. Gründen.

Ferner musst du einer Vermittlung in Arbeit zur Verfügung stehen und darfst Arbeitsangebote nicht ohne weiteres ablehnen.

Bewegung und Sport, kann man auch als Vollzeit berufstätige Person haben.

Ich lebe auch jetzt sehr sparsam und kann mich auch sehr gut selbst
beschäftigen. Der andere Weg wäre mit etwas Glück bis 60 im Büro zu
sitzen und dann vom AG abgefunden zu werden.

Dann hast du ja wunderbar viel frei verfügbares Geld um zu investieren und so viel Asche dadurch zu verdienen, dass du dich vielleicht mit 50 oder 60 als (Fast)-Millionär zu Ruhe setzen kannst.

Aktien, Fonds/ETFs, Immobilien (fremdgenutzt), Anleihen, Rohstoffe. Mit ein bisschen Geschick und Fachwissen sind 5-10% Bruttorendite im Jahr durchaus machbar. Dann betrachte mal den Zinseszinseffekt über 30 bis 35 Jahre und schau was daraus wird.

Es gibt Leute, die viel ernster dran sind als du, oder bei denen der Zug schon abgefahren ist. Du hast dein Leben selbst in der Hand, also mach auch was.

Hast du mit deinem Arbeitgeber mal über eine betriebliche Altersvorsorge gesprochen oder überhaupt mal, vielleicht mit einem Makler erörtert, welche Formen der staatlichen Förderung ggf. sinnvoll für dich sind?

kiviuq 23.02.2016, 23:57
Dir ist schon klar, dass die Rente auch erhöht wird und dort 2037 nicht mehr 1.400,- € nominal stehen werden, sondern mehr.

Die anderen Werte sind aus der Glaskugel abgelesen, das steht auch so drin. Und was da an evtl. Plus drauf kommen könnte, wird bis dahin sicherlich wieder irgendeiner "Reform" zum Opfer fallen. Die werden sich schon was passendes einfallen lassen, Gründe gibt es im Augenblick genug.

Auch das stimmt nicht. Die dritte Zahl ist eine Hochrechnung, die
davon ausgeht, dass dein Einkommen sich die nächsten 5 Jahre so
entwickelt, wie die letzten 5. Je weiter in der Zukunft Prognosen
liegen, desto ungenauer werden sie.

Es heißt: "Sollten bis zum Rentenbeginn Beiträge wie im Durchschnitt der letzten 5 Kalenderjahre gezahlt werden, bekämen Sie ohne Berücksichtigung von Rentenanpassungen...."

Heißt auf für mich, wenn die Hochrechnung stimmt, muss man bis 67 das selbe Geld verdienen wie Durchschnitt von 2011 - 2016. Oder versteh ich das falsch?

Es gibt Leute, die viel ernster dran sind als du, oder bei denen der Zug
schon abgefahren ist. Du hast dein Leben selbst in der Hand, also mach
auch was.

Schlimmer geht ja immer, aber Du hast Recht, ich werde mir mal so einen Berater schnappen. Aber übern Weg trauen kann man diesen Leuten nie habe ich den Eindruck. Die wollen am Ende nur die schnelle Mark machen.

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derajax 24.02.2016, 18:34
@kiviuq

Lass dich lieber direkt von der Deutschen Rentenversicherung beraten.
Die sind immer auf dem aktuellen Stand, haben alle deine Daten, sind
kostenlos und geben ihr bestes dich korrekt und umfangreich zu beraten.

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kevin1905 24.02.2016, 22:32
@derajax

Die DRV Mitarbeiter haben aber weder die Ausbildung noch die Haftungsübernahme für die Beratung zu den Themen der Kapitalanlage.

Deren Aufgabe ist es Fragen, die die gesetzliche Rentenversicherung betreffen zu beantworten und das tun sie meist, recht freundlich und kompetent.

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Da bekommst Du noch viel.

Mein Schwager ist im Dezember in Rente gegangen und bekommt 1050 Euro.

Wenn Du ALG II beziehen würdest, werden die Jahre nicht angerechnet. Ich bin jetzt 60 Jahre alt und bekomme mal ca. 600 Euro Rente, weil mir nur (mit Kindererziehungszeiten) ca. 25 Jahre angerechnet werden. Die letzen Jahre von Arbeitslosenhilfe und ALG II fehlen komplett.

Hallo,

wie hat Herr Maschmeyer in seinem letzten Buch (oder vorletzten) geschrieben, wenn ein jetzt 30 jähriger 10€ pro Tag weglegt (anstatt nur ständig zu  konsumieren), das Geld gewinnbringend anlegt (ich glaube er ging von einer Nettorendite von 6% aus) dann hat er mit 67 1 Million zusammen.

Ob seine Rechnung so gut passt, ich habe es jetzt nicht nachgerechnet, aber in einem hat er Recht ( der Mann der nur 2 Autos,  2 Uhren hat als Milliardär, klar auch 2 Häuser in Deutschland)... die deutschen leben ihr Leben und konsumieren ohne Ende (das fängt beim ständigen 2 Jahreswechsel des Smartphone an, meins ist 5 Jahre alt). Auch du hast noch mit 47 Möglichkeiten etwas zu tun, bist ja sparsam...

Aber Hartz IV Abstieg, ich glaub das passt nicht zu dir und ist das erstrebenswert?

Es gibt durchaus Menschen, die können sich darauf einstellen und regelmäßig zum Amt laufen und Antrage stellen, sich überprüfen lassen.

Beste Grüße

Dickie59

Du arbeitest also nur um später eine Rente zu bekommen? Arbeitet man nicht eher, um sein jetziges Leben zu finanzieren? Warum möchte denn gerne jeder mit 20 Euro Beitrag 40 Jahre lang 2000 Euro Rente beziehen? Sowas geht rein rechnerisch nicht. Das Renteneintrittsalter sinkt seit Jahren und die Leute werden immer älter. Wie soll das ganze finanziert werden??

Hallo kiviuq, bin Mitte 30 und auch schon seit einiger Zeit am Rechnen. Also ich rechne mittlerweile schon fast mit einer gesetzlichen Einheitsrente in Zukunft. Und sobald die privaten Rentenkassen irgendwann mehr ausschütten müssen als sie einnehmen, ist dieser Drops ja auch gelutscht. Letztendlich soll man wahrscheinlich seine Pflichtzeiten abarbeiten, brav einzahlen und nach Renteneintritt aber auch zeitnah abtreten...

Habe vor etwa zwei Jahren einmal in einem anerkannten Organ gelesen, man sei erst ab einem monatlichen Einkommen von 2500€ (schätze brutto) "sicher" vor der Armut im Alter; ansonsten drohe einem später generell die Situation, dass man dann beim Amt aufstocken müsse, da die Rente nicht ausreiche.

Ich persönlich habe schon in einem Job für 5,50€/Std. gearbeitet, den ich aber dafür auch sehr liebte. Das wird sich finanziell später natürlich rächen, doch diese Arbeit hat mich halt erfüllt und das ist mir auch viel Wert.

Andererseits würde ich jedoch einen "ungeliebten" Job nur für einen entsprechend guten Lohn in VZ antreten; bei einem schlechten Gehalt würde ich dann lieber in TZ machen, denn irgendwo MUSS dem Menschen doch eine gewisse Lebensqualität bleiben, auch vor der Rente!  

kiviuq 24.02.2016, 00:25

sehe ich auch so. Sich auf Dauer irgendwas an zu tun macht echt keinen Sinn und geht am Ende auf die Gesundheit. Dann lieber TZ aber mit Spass inner Backe.Ist aber ne Typsache und hängt von der Situation ab, gibt Leute die müssen rund um die Uhr unter Dampf stehen. Bzw. wenn im Kinder im Haushalt sind, dann hat man halt auch eine Vorbildfunktion zu erfüllen.

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Ninni381 24.02.2016, 01:05
@kiviuq

Klar, das stimmt. Ich denke, dass jeder sein eigenes Ding finden und machen sollte. Durch deine Frage klang nur an, dass du momentan leider eben nicht sehr glücklich mit der Situation bist.

Vielleicht würde dir eine Reduzierung der Stunden etwas helfen, wenn es finanziell machbar und vom AG aus möglich ist? Sowas ginge nach Absprache bestimmt auch nur für eine gewisse Zeitspanne, muss also keine permanente Lösung sein. 

Denk bitte daran, dass du wahrscheinlich nur dieses eine Leben hast, und dass dir am Ende niemand den Preis für eine ruinierte (körperliche und seelische) Gesundheit bezahlen wird.

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Ein Denkfehler ist die Erwähnung von Steuer und Inflation ... wenn sonst kein Einkommen, wird auch kaum Steuer anfallen, ... Grundfreiberag und Altersfreibetrag  .. die Gesamtrente steigt aber mit den Einkommen, ist also inflationsabgesichert. Also kommt nach Steuer und Infla, wohl eher 1200 netto raus ... 

Das ist wohl mehr als Durchschnitt ... aber das muss jedem klar sein ... ohne Ersparnisse muss man damit "kleine Brötchen backen" mit Eigentumswohnung z.B. also ohne Miete .. sieht es ganz anders aus. 

Ich würde gerne mit dir tauschen. Arbeiten dürfen, nicht müssen...und schon bekommt man eine andere Einstellung zur Arbeit. lg

Du willst ja bis dahin auch leben, die rechnen vielleicht damit das du dann noch einen Nebenjob machst. Aber das sind ja noch 20Jahre

Gute Frage! wird viel zu wenig betrachtet. Die Mittelschicht in Deutschland wird verarmen. Steuerfreibeträge gegen 2040 auf 0. Wer etwas mehr hat zahlt Steuern und viele werden Sozialhilfe brauchen. Wir leben im Kapitalismus! Die Schere zwischen Arm und Reich wird immer größer. Wer nicht selber für sich vorsorgen kann, wird den Gürtel ...... !

Dazu gibt es die ja in der Not auch noch. Siehe Film.

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