Hermannsdenkmal Geschichtsbewusstsein/geschichtskultur?

3 Antworten

Als das Deutsche Reich 1871 gegründet wurde, war es ein ganz frischer, neuer Staat mitten in Europa (ähnlich wie Belgien und Italien, aber eben der allerneueste). Nicht jeder fand diese Neuerung gut ...

(Bevor jetzt jemand kommt mit dem "heiligen römischen Reich deutscher Nation" - das hatte sich zum K&K-Staat Österreich-Ungarn entwickelt, d.h. das war was anderes geworden, aber eben noch da.)

Als neuer Staat zwischen all den alten Staaten (Frankreich, England, Russland, Schweden, Spanien, K&K, Osmanisches Reich etc.) hat man damals mit höchster Dringlichkeit an einer "eigenen" Geschichte gearbeitet und eine solche zusammengestellt, um die Leute bei der Fahne zu halten.

Dazu hat man alte Bücher gesucht und gefunden, z.B. die von Bracciolini rekonstruierte Germania des Tacitus, und mit Denkmälern, Gemälden etc. für die Leute propagandistisch ausgestaltet.

Es geht darum, dass die Leute nicht an Luther, Tell, Danton, Huss, Vercingetorix oder Stoertebeker denken sollen, sondern an regierungskonforme Gestalten und Mythen.

 https://de.wikipedia.org/wiki/Hermannsdenkmal

Die Roemer hatten sich ja ueber ihre Grenze am Rhein, in das Gebiet der Germanen bewegt, hier hatten dann sich mehrere Staemme vereinigt und den Roemern eine Streitmacht von 15 Tsd. Kaempfern, niedergemacht.

Dieser Erfolg wurde ja lange ausgenutzt fuer eine positive Propaganda, bis hin zu den Nationalsozialisten.

Das Denkmal ist ja ein Kolloss und somit nicht zu uebersehen.

Ich Glaube diese Schlacht im Teuteburger Wald ist mit die "Unferfaenglichste" zugleich mit der Voekerschlacht bei Leipzig, worauf die Deutschen Heute verweisen koennen.

In dem man seinen richtigen Namen kennt.

Das Hermannsdenkmal erinnert an die Geschichte unserer Vergangenheit. Also an unser Geschichtsbewusstsein.

Würden wir es vernichten, hätten wir keine Geschichtskultur, wie die Chinesen mit der Kulturrevolution. 

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