Helfen Bachblüten für die Prüfung usw? Was denkt ihr?

10 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo goodpeople,

es gibt mehrere Gründe, warum Du Dir die Bachblüten sparen solltest.

1) Bachblüten sind nur Placebos

2) Du gewöhnst Dir eine grundsätzlich falsche Problemlösungsstrategie an

Weil eine so knappe Antwort ohne Begründung nicht viel bringt, hier eine ausführlichere Erklärung:

Zu 1)

"Bachblüten" klingen nach einer wunderbar sanften Naturmedizin, wir sehen ein munteres Bächlein mit Heilpflanzen vor uns. Damit haben Bachblüten jedoch nichts zu tun. Der Name stammt von ihrem Erfinder, einem Dr. Bach.
Der hat sie nach recht esoterischen Methoden ausgewählt, nicht selten nach ihrem Namen. So soll die Zitterpappel bei der Angst vor dem Unbekannten helfen.

Hergestellt werden die Blüten, indem man sie in Wasser einlegt und ein paar Stunden der Sonne aussetzt. Manchmal werden auch auch Äste und Blätter gekocht. Der so hergestellte Sud soll eine nicht näher quantifizierbare “Blütenenergie“(??) enthalten. Worin diese "Energie" bestehen soll, darüber schweigt sich das Verfahren bis heute, etwa 80 Jahre nach seiner Entstehung, aus. Das Ganze wird zuletzt noch deutlich verdünnt, meist im Verhältnis 1:240.

Verkauft wird das Ganze dann unter dem Namen "Blütenessenz", was allein schon wegen der Verdünnung irreführend ist: Eine "Essenz" ist normalerweise ein konzentrierter Auszug, keine Verdünnung.


Die Bachblüten-Therapie zählt nicht zur Phytotherapie (Pflanzenheilkunde), denn verwendet wurden keineswegs Pflanzen mit bekannter Heilwirkung (Heilpflanzen); die Pflanzen wurden von Bach nicht nach Heilwirkungen ausgewählt, sondern allein aufgrund seiner persönlichen, esoterisch geprägten Naturdeutung. Die Bachblüten-Therapie zählt deshalb eigentlich auch nicht zur Naturheilkunde, denn sie beruht nicht auf irgendwelchen natürlichen Heilwirkungen der Pflanzen, sondern nur auf Bachs Vorstellungswelten. Die Bachblüten-Therapie zählt auch nicht zur traditionellen Heilkunde. Bach hat die behaupteten Wirkungen einfach selbst postuliert.

Funktioniert das Verfahren? Nein, jedenfalls nicht besser als (andere) Placebos.

Es gibt relativ wenige gute Studien, mit denen die Wirksamkeit der Bachblütentherapie untersucht wurde. In keiner dieser Studien schnitten die esoterischen Essenzen besser als Placebos ab.

"Placebo" bedeutet hierbei:

Es ist vollkommen gleich, welche Blüte man nun genau nimmt: "Placebo" bedeutet, dass sie eh alle gleich sind und allesamt keinerlei gezielte oder unterschiedliche Effekte haben. Das beste, was Du erwarten kannst, sind unspezifische Placeboreaktionen - also "das Gefühl", etwas für sich getan zu haben.

Speziell zu Deinem Problem "Prüfungsangst" wurden einige Studien durchgeführt. Hier sind sie beschrieben:

http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/08/12/studie-untersucht-bachblueten-wirkung-bei-pruefungsangst-und-adhs.html

Ich zitiere:

"Alle vier Studien kamen zum Schluss, dass Bachblütennicht besser gegen Prüfungsangst oder ADHS wirken als Placebo. Bei allen therapierten SchülerInnen und StudentInnen zeigte sich zwar eine Verbesserung der Symptome, aber diese Verbesserung stellte sich sowohl bei der Einnahme von Bachblüten als auch von Placebo ein."


Womit ich bei 2) wäre...


Zu 2)

Ein Placebo ist nicht wirkungslos, wie man oft hört. Über Erwartungshaltung und unbewusste Vorgänge wie Konditionierung kann ein Placebo tatsächlich spürbare Wirkungen erzielen. Es ist also durchaus so, dass Du ruhiger in eine Prüfung gehen kannst, wenn Du ein Placebo eingenommen hast - wenn Du nur weißt, dass dieses Placebo schon Leuten in vergleichbaren Situationen geholfen hat.

Was Du Dich aber ernsthaft fragen solltest, ist ob Du das auch willst. Denn auch ein Placebo bekommst Du nicht nebenwirkungsfrei. Die Nebenwirkung hier bei den Bachblüten ist, dass Du selbst Dir beibringst, dass Du eine Prüfungssituation unmöglich überstehen kannst, ohne ein Beruhigungsmittel einzunehmen.

Und das ist ein sehr gefährlicher Weg. Heute nimmst Du bei Angst, Stress oder Kummer dann ein Placebo. Aber jedesmal "lernt" Dein Körper, dass es ohne Einnahme nicht geht. Irgendwann nutzt sich der Placeboeffekt ab und Du brauchst etwas Stärkeres. Ein echtes Medikament.

Und damit ist das Placebo der erste Schritt auf einem Weg, den man mit der angeblich so sanften Methode eigentlich vermeiden wollte: Auch das Placebo ist der erste Schritt in eine Medikamentenabhängigkeit. Weil Du in eine psychische Abhängigkeit gerätst. Weil Du Dir einredest, dass es ohne nicht geht.

Man sollte derartige psychische Abhängigkeiten nicht unterschätzen: Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Nicht wenige Raucher schaffen zwar mühelos, den Zeitraum der körperlichen Abhängigkeit zu überstehen, wenn sie mit dem Rauchen aufhören wollen, werden aber rückfällig, weil sie die "Gewohnheit" nicht ablegen können  oder nehmen zu, weil sie die Gewohnheitszigarette durch einen Imbiss ersetzen müssen, um der Gewohnheit zu genügen. MIt der körperlichen Nikotinsucht hat diese Phase der Entwöhnung nur noch wenig zu tun.


Mit einem Placebo behandelst Du eben nicht ursächlich die psychischen Probleme. Du überdeckst sie mit einer gefährlichen Handlungsstrategie.

Sehr viel bessere Strategien sind:

- ein Beruhigungskissen schaffen durch eine optimale Prüfungsvorbereitung
- akzeptieren lernen, dass Prüfungssituationen oft nur eine notwendige Vorwegnahme der Verantwortung ist, die man im Beruf jeden Tag tragen muss
- Nervosität als Anzeichen hinnehmen lernen, dass man den Ernst der Situation erkannt hat... und somit einfach nur keine leichtfertige Person ist
- sich darüber informieren, wie ein gesundes Maß an Nervosität auch konzentrationsfördernd sein kann... Schauspieler akzeptieren Lampenfieber als notwendigen Teil ihres Berufs
- das Erlernen von Entspannungstechniken. Hier gibt es verschiedene seriöse Varianten
- Ausgleich durch Sport, Aufenthalt in der Natur und gemeinsame Zeit mit Freunden: Alles Dinge, die Stress auf gänzlich gesunde Weise abbauen helfen

Grüße

P.S.: Auch Homöopathika sind reine Placebos... und die Hinweise unter 2) gelten hier natürlich genauso.




Wenn es unbedingt Bachblüten sein sollen, dann würde ich auch Rescue Tropfen nehmen.

Besser finde ich aber Mineralstoff Nr. 5: Kali Phos. D6 von Dr. Schüßlers Biochemie. Den würde ich immer in Prüfungssituationen und auch vorher nehmen, da er zuverlässig die irrationale Angst vergessen lässt und gute Stimmung und zuversichtlich macht. Zur guten Konzentration noch Nr. 2: Calc. Phos. D6 dazu und zum Entkrampfen Nr. 7: Magnesium Phos. D6 - mit den dreien kommst du weiter.

Mit der Einnahme kann man schon vorher beginnen: ca. 4 x täglich je 2 Tabl. im Mund zergehen lassen. Vorsicht bei Kaffee, Pfefferminz, Menthol: Abstand von ca. 2 Stunden halten).

Diese Mineralstoffe gibts in der Apotheke bzw. hier:
Nr. 5: https://www.medizinfuchs.de/preisvergleich/biochemie-pflueger-nr.-5-kalium-phosphoricum-d-6-400-st-a.pflueger-gmbh-co.-kg-pzn-6319240.html

Nr. 2: https://www.medizinfuchs.de/preisvergleich/biochemie-pflueger-nr.-2-calcium-phosphoricum-d-6-400-st-a.pflueger-gmbh-co.-kg-pzn-6318789.html

Nr. 7: https://www.medizinfuchs.de/preisvergleich/biochemie-pflueger-nr.-7-magnesium-phosphoricum-d-6-400-st-a.pflueger-gmbh-co.-kg-pzn-6319346.html:

Ich hoffe, dir damit geholfen zu haben.

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Spielwiesen,

Nr. 5: Kali Phos. D6 von Dr. Schüßlers Biochemie. Den würde ich immer in Prüfungssituationen und auch vorher nehmen, da er zuverlässig die irrationale Angst vergessen lässt

Jetzt müsstest Du nur noch etwas nachliefern, was es NICHT gibt: Einen Beleg für Deine Behauptung, dass das Mittel in der Verdünnung D6 eine derartige Wirksamkeit besitzt.

Ehrlicher wäre es gewesen, dazu zu sagen, dass die Schüssler Salze eben KEINEN derartigen Nachweis erbringen können und die Stiftung Warentest sie als "zur Behandlung von Krankheiten nicht geeignet" einstuft.

http://gutepillen-schlechtepillen.de/schuessler-salze/?searchresult=1&sstring=sch%C3%BCssler+salze

Grüße

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@uteausmuenchen

Tja, Uteausmünchen, und was glaubst du so? Dass ich nun hier sitze und schier an dem Gedanken verzweifle, dass die Stiftung Warentest meine (seit 40 Jahren, seit ich damit zu tun habe) herrlich wirkenden Mittel als für nicht zur Behandlung von Krankheiten geeignet eingestuft hat?
Dann wären es ja möglicherweise gar keine Krankheiten gewesen, sondern nur Symptome? Oder nur Tendenzen? Oder nur ein Empfinden von Disharmonie? Oder nur Unpässlichkeiten?

Ich halte mich da an Kant: „Die Ärzte glauben, ihrem Patienten
sehr viel genützt zu haben, wenn sie seiner Krankheit einen Namen geben“ (Immanuel Kant).

und:

"Auf Veränderungen zu hoffen, ohne selbst etwas dafür zu tun, ist wie am Bahnhof zu stehen und auf ein Schiff zu warten." (Autor -mir- unbekannt)

Bevor du wieder eine deiner Standardvorlagen hier reinkopierst, solltest du dich besser mal bei ein paar der sehr vielen und immer mehr Menschen erkundigen, bei denen Bach-Blütentherapie, Schüßlersche Biochemie und Homöopathie  nachweislich und zuverlässig - und vor allem: nebenwirkungsfrei!! - geholfen haben, und zwar nicht irgendein Mittel, sondern ganz spezifisch die indizierten oder Kombinationen daraus.  

Nur, weil die Forschung keinen Nachweis hinbekommt, weil die Mittel von Mensch zu Mensch eben unterschiedlich wirken und man auch Erfahrung mitbringen sollte, muss das nicht heißen, dass sie -richtig angewandt- nicht wirken! Auch, wenn es Big Pharma ein absoluter Dorn im Auge ist.

Merke: Naturprinzipien ist es egal, ob du sie verstanden hast oder nicht - sie wirken einfach! 

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@Spielwiesen

Spielwiesen,

ich weiß schon, dass Dir völlig egal ist, was die Stiftung Warentest zu den von Dir empfohlenen esoterischen Verfahren sagt. Dass es Dir genauso egal ist, dass diese Verfahren bestem naturwissenschaftlichen Wissen widersprechen und in Studien keinerlei Wirksamkeistnachweise erbringen konnten.

Trotzdem werde ich weiterhin entsprechende Hinweise unter Deine Antworten setzen, denn nur weil DIR das egal ist, bedeutet ja nicht, dass es allen egal ist, die hier rein schauen. Manch einer möchte vielleicht eben doch wissen, ob eine Wirksamkeitsbehauptung ein reiner Werbespruch oder durch fundierte Daten belegt ist.

bei denen Bach-Blütentherapie, Schüßlersche Biochemie und Homöopathie  nachweislich und zuverlässig - und vor allem: nebenwirkungsfrei!! - geholfen haben,

1) Wir hatten das schon öfter:

Die Schüssler-Salze NENNEN sich aus Marketinggründen "Biochemie" - der Name einer wissenschaftlichen Disziplin ist leider üblicherweise kein eingetragenes Markenzeichen und deshalb ungeschützt vor derartigem Missbrauch: Das Verfahren WIDERSPRICHT aber jedweder biochemischen Erkenntnis über unseren Körper.

2) Und nein: genau dieses "nachweislich" ist eben falsch. - Falls Du anderer Ansicht bist, dann bringe doch bitte für die Schüssler Salze Links auf derartige Nachweise.

Besserungen - vor allem bei Bagatellen - NACH der Einnahme von irgendwas sind nämlich KEIN Nachweis, dass die Besserung irgendwas mit der Einnahme zu tun hatte. Auch das hatten wir schon öfter...

Merke: Naturprinzipien ist es egal, ob du sie verstanden hast oder nicht

Weder die Schüssler Salze, noch die Homöopathie arbeitet mit nachgewiesenen Naturprinzipien, sondern basieren auf Behauptungen, die allen Naturprinzipien widersprechen.

Und sie haben prompt beide keinerlei Nachweise vorzuweisen, dass sie etwas anderes als Placebos wären.

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Hallo! 

der-querschnitt.de/archive/13438 sagt 

Bei der Schüssler-Salze Therapie gilt, wie bei der Bach-Blütentherapie auch, dass ihre Grundlage medizinisch nicht anerkannt und eine Wirksamkeit nicht ausreichend wissenschaftlich belegt ist. 

Damit haben wir 2 Fliegen mit 1 Klappe. Sicher können da Bachblüten helfen -  über Placebo.

Kann Wasser aber auch - und ist billiger.

Alles Gute

Bachblüten und Rescue-Tropfen - Zahnpasta und Kaffee?

Es ist ja bekannt, dass viele Dinge die Wirkung von homöopathischen Globuli angeblich be- oder verhindern sollen (haushaltsübliche Zahnpasta oder Kaffee zum Beispiel) . Die Industrie hat sich selbstverständlich inzwischen darauf eingestellt und bedient diesen Markt mit speziellen "homöopatheverträglichen" Produkten (Zahnpasta, Gummibärchen etc.). Wer an Homöopathie glaubt, muss schließlich auch diese Produkte kaufen, wenn er nicht riskieren will, dass eine Therapie sonst nicht anschlägt.

Merkwürdig ist allerdings, dass zwar die Globuli munter empfohlen werden, dieser wichtige Hinweis aber oft fehlt. Wieso helfen denn die Arnika-Kügelchen auch all den Kindern, die sich gestoßen haben, gegen blaue Flecken, obwohl sie sich die Zähne ansonsten mit Kinder-Blendi putzen und ganz normale Pfefferminz lutschen? Das widerspricht doch der homöopathischen Lehre?

Meine konkrete Frage ist jetzt aber, wie sich das bei Bachblüten und Rescue-Tropfen verhält. Wirken die auch nicht, wenn ich mir die Zähne mit nicht-homöopathieverträglicher Zahnseide und -creme putze? Und wirken die Rescue-Tropfen auch, obwohl ich mehrmals täglich Kaffee trinke? Oder wirken diese immer?

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