Helfen Antidepressiva wirklich gegen Selbstmordgedanken?

4 Antworten

Suizidgedanken sind oft eine Folge von Depressionen. Gegen Depressionen ansich helfen Antidepressiva, wenn auch nicht bei jedem gleich gut.

Das Problem von Antidepressiva ist, dass es in sehr seltenen Fällen zunächst die Suizidgedanken befeuern kann, bis es nach 3-4 Wochen antisuizidal wirkt.

Dies kommt besonders bei Personen unter 25 vor, ist jedoch auch dort sehr selten.

Gegen enorme Suizidgedanken wird desshalb auch Lithium eingesetzt. Bis dieses wirkt vergehen auch ein paar Wochen, doch ist eine anfänglich Befeuerung der suizidalen Tendenzen ausgeschlossen. Es gibt kein besser wirkendes Mittel als Lithium bei Suizidgedanken.

Dieses wird jedoch vor allem dann eingesetzt, wenn eine Erstbehandlung mit Antidepressiva der SSRI und SSNRI-Klasse fehlschlug.

Gegen akute Suizidgedanken helfen sie nicht, aber sie können dafür sorgen, dass keine Suizidgedanken mehr auftreten. In einer suizidalen Krise können einige Antidepressiva zum Suizid führen. Bekannt wurde in diesem Zusammenhang die SSRI-Hemmer Fluoxetin und Sertralin, die den Antrieb manchmal auch sehr schnell steigern können, die STimmung braucht eventuell mehrere Wochen. Bei der Depression bedeutet das: Die Antriebslosigkeit ist weg, die miese Laune ist noch da. In einigen Fällen war dann der Fall gegenben, dass durch das Antidepressivum plötzlich die Energie zum Suizid freigesetzt wurde. 

Momentan sind Medikamente in der Entwicklung, die Gedanken positiv beeinflussen können. Es handelt sich um die medizinische Anwendung von Psyloicybin, dem Wirkstoff halluzinogener Pilze. 

Kann in die eine, aber auch in die andere Richtung gehen. Besprich das am besten mit einem Psychiater.

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