Heizkostenabrechnung verjährt?

5 Antworten

Wann die Betriebskostenabrechnung verjährt, kommt auf den Abrechnungszeitraum an (der darf höchstens ein Jahr betragen, meistens ist er mit dem Kalenderjahr identisch). Die Abrechnung muss euch spätestens 12 Monate nach Ende des Abrechnungszeitraumes zugehen, danach kann der Vermieter keine Forderungen mehr stellen (ein evtl. Guthaben für euch verjährt alerdings nicht). Es sei denn, die Abrechnung verzögert sich wegen Umständen, die der Vermieter nicht zu vertreten hat.

In eurem Fall kann der Vermieter also keine Forderungen mehr aus 2011 stellen. Wie er das ohne Ablesen nach 2011 und 2012 trennen will, ist eigentlich sein Problem. Im Prinzip könnt ihr also jeder Abrechnung widersprechen, aber dann wird es wohl auf einen Rechtsstreit hinauslaufen.

Andererseits: Ich persönlich stehe auf dem Standpunkt, dass ich das, was ich verbrauche, auch bezahle, selbst wenn ich eine Rechnung ein paar Monate zu spät bekomme. Aber es ist eure Sache, ob ihr deswegen einen Streit vom Zaun brechen wollt oder nicht.

Handelt es sich um ein Zwei- oder mind. 3 Parteien-Haus? Wohnt der Vermieter mit im 2FH oder nicht und wenn es ein MFH ist, gibt es offenbar mehrere Eigentümer, da die Nachbarn nicht den gleichen Vermieter haben. Dann gibt es aber eine Hausverwaltung und die ist auf jeden Fall zu einer jährlichen Abrechnung gegenüber den Eigentümern verpflichtet und die vermietenden Eigentümer müssen dann die Abrechnung gegenüber den Mietern machen. Ich nehme an, das hat Euer Vermieter bisher versäumt.

Es gibt in Eurer Wohnung keine Zählerstände des Heizölverbrauchs. Allenfalls gibt es Röhrchen oder Messgeräte an den Heizkörpern, die die abgegebene Wärme messen. Habt ihr keine Röhrchen mehr, sondern elektronische Zähler, könnte es sein, dass diese per Funk abgelesen werden. Dann bekommt ihr gar nicht mit, wann sie abgelesen werden. Im übrigen speichern diese Geräte jeden einzelnen Tag, sodass auch rückwirkend z. B. der Verbrauch zum 31.12.2011 festgestellt werden könnte. Somit wäre der Vermieter theoretisch schon in der Lage, den genauen Verbrauch je Periode und Wohnung zu ermitteln.

Dann könntet ihr in der Tat eine Rechnung bekommen für den ganzen Zeitraum. Allerdings stellt sich dann die Frage, ob und wieviel ihr davon tatsächlich noch nachzahlen müsst. Bestimmt habt ihr doch für die Heizkosten monatlich voraus bezahlt. Dann gibt es am Jahresende entweder eine Rückzahlung oder eine Nachzahlung. So schlimm kann es also gar nicht werden.

Unter der Voraussetzung, dass das zutrifft, was ich angenommen habe, dass also wirklich aufgrund von vorhandenen Zählerständen eine exakte Abrechnung vorgenommen werden kann, würde ich es für korrekt halten, wenn ihr bezahlt, was ihr verbraucht habt.

Sofern das aber nicht möglich ist und sich eine hohe Nachforderung nach Meinung des Vermieters ergibt, braucht ihr für 2011 sowieso nichts mehr zu bezahlen und für 2012 könnte die Nachzahlung bestritten werden, insbesondere wenn keine exakte Aufteilung auf die Jahre möglich ist. Dann belasst es bei der geleisteten Vorauszahlung und gut. Problem ist höchstens, wie man unter diesen Umständen dann an die Kaution kommt. Da muss man dann ggf. klagen, wenn sie der Vermieter nicht mehr (ganz) raus rücken will.

Also es handelt sich hier um eine Haushälfte. Wir sind hier die einzigen Mieter. Alle anderen Wohnungen stehen leer. Die ganzen Wohnungen gehören unserem Vermieter, aber wie gesagt hier wohnt keiner außer wir. Unser Vermieter ist 79 Jahre alt und wohnt ca 600km weit von hier weg. Wir haben ihn seit wir hier wohnen nur 3 mal gesehen. Eine Hausverwaltung o.ä. gibt es hier nicht. An unseren Heizkörpern sind keine Röhrchen oder elektronische Zähler dran. Wir haben einen Heizungsraum in dem eine Ölheizung steht. An dieser hängen alle Wohnungen. Der Vermieter hat ebenfalls eine Wohnung hier als "Urlaubsresidenz". In dieser Wohnung stehen Sommer wie Winter die Heizkörper auf 2. An dieser Ölheizung sind auch die Zähler dran, zu denen ich jedoch keinen Zugang habe. Selbt die Heizöllieferanten kommen da nicht hin. Sie füllen jediglich die Tanks.

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@Emelie1984

Da vermute ich mal, dass der Vermieter es ist, der sich wundern wird. Ich gehe nun davon aus, dass das Haus mehrere Wohnungen hat, wovon 2 faktisch genutzt werden. Dass an der Ölheizung Zähler hängen, würde mich wundern. Das würde z. B. bedeuten, dass jede Wohnung einen eigenen Heizkreis hat. Nur dann würde das Sinn machen, aber üblich ist das nicht. Zumindest hätte er damit die Basis für eine getrennte Verbrauchserfassung.

Wenn er aber die Zählerstände seit 2011 nicht abgelesen hat, bleibt es dabei: Für 2011 braucht ihr nichts mehr nachzuzahlen und für 2012 kann er keine korrekte Abrechnung liefern, weil die Zählerstände fehlen. Ich glaube, er wird sich noch wundern...

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Hier ist die Abrechnung tatsächlich verfristet, vorausgesetzt der vereinbarte Abrechnungszeitraum entspricht dem Kalenderjahr. Demzufolge ist eine Nachforderung nicht mehr zu bedienen.

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