Heizkostenabrechnung: Muss der Vermieter bei großen Unterschieden von Wohnflächen zu Heizflächen die Heizkostenabrechnung auf Heizflächen ändern?

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10 Antworten

Zur Verteilung der verbrauchsunabhängigen Grundkosten für Heizung und Warmwasser werden Grundkostenanteile benötigt. DieHeizkostenverordnung definiert in den §§ 7 und 8 die Bandbreite der verwendbaren Verteilerschlüssel zwischen 30 und 50 % Grundkosten und dementsprechend zwischen 50 und 70 % Verbrauchskosten.

Ebenfalls ist eindeutig definiert - jeweils getrennt für Heizung und Warmwasser - welche Grundkostenarten in der Heiz- und Warmwasserkostenabrechnung verwendet werden dürfen.

Für Heizung anzusetzende Grundkostenarten sind:

- die (gesamte) Wohn- oder Nutzfläche - m²

- der (gesamte) umbaute Raum - m³

- die beheizte Wohn- oder Nutzfläche - m²

- der beheizte umbaute Raum - m³

Für welche dieser Möglichkeiten sich der Gebäudeeigentümerentscheidet, steht ihm frei. In der Regel werden für die Grundkosten bei Heizung die gesamten Wohn- oder Nutzflächen in m² verwendet. Das hat einen ganz plausiblen Grund: Diese Grundkostenart ist auch bei Warmwasser erlaubt und damit erspart man sich eine zusätzliche Flächenberechnung. Gleichzeitig werden Irritationen bei den Mietern und Eigentümern vermieden. Außerdem ist die gesamte Wohnfläche eine bekannte und für jeden beteiligten nachvollziehbare Zahl, da sie zumeist auch in Kauf- oder Mietverträgen verwendet wird.

Für Warmwasser anzusetzende Grundkostenarten sind:

- (gesamte) Wohn-oder Nutzfläche - m²

(Quelle: Minol Handbuch zur Wärmekostenabrechnung)

Die vom Vermieter entschiedene Abrechnung von Grundkosten für Heizung und Warmwasser nach Wohn- oder Nutzfläche in m² ist also fachlich und juristisch nicht zu beanstanden. 

 


 

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In §6 Abs. 2 ist geregelt, wie die übrigen Kosten,( also der Anteil der nicht über Messgeräte verteilt wird), umgelegt werden soll. Nämlich nach qm Wohn- oder Nutzfläche. "Es kann auch die Wohn- oder Nutzfläche ..... der beheizten Räume zugrunde gelegt werden." Diese Möglichkeit wird erst an letzter Stelle genannt und ist eine Kann-Option. Muss also nicht. Man könnte auch die GK-Regelung auf 70:30 abändern. Würde dir auch entgegenkommen. 70:30 ist übrigens nicht zwingend !!!! Es gibt nur einen Fall, der ausführlich im §7 Abs. 1 beschrieben ist, wo diese Regelung zwingend ist. Ansonsten entscheidet der Vermieter, welche der vorgenannten Regelungen angewandt werden. Punkt.

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Skaragad55 21.10.2016, 09:30

Danke! Nun weiß ich wenigstens das es richtig ist, dass ich 8% mehr zahlen muss und der andere Mieter 5% mehr, wobei die Dachgeschosswohnung 15% weniger zahlen muss. Toll!

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... bei uns wurden die Verdunsterrörchen verboten, oder übersehe ich etwas?

Und ein Vermieter bestimmt, und darf auch nicht mehr ändern, so jedenfalls die Gerichte hier bei uns.

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anitari 21.10.2016, 16:11

... bei uns wurden die Verdunsterrörchen verboten, oder übersehe ich etwas?

Ja, das nicht generell alle Verdunsterröhrchen verboten wurden.

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albatros 22.10.2016, 03:29

Das Verbot kenne ich nicht. Festgeschrieben ist, dass Verdunster die vor 1981 installiert wurden, durch digitale HKV ersetzt werden müssen

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Und diese Wärmemenge wird gesplittet in 30 bis 50% Grundkosten
(berechnet nach Wohnfläche) und Verbrauchskosten gemessen per HKV. Zur
Wohfläche zählen auch Terrassen und Balkone mit 25 bis 50%. Auch für
diese Anteile sind sämtliche anfallenden Betriebskosten mit
Wohnflächenschlüssel zu berechnen und zu bezahlen.

Bei Schrägen kommt der Mieter natürlich günstig davon, da bis zu
einem Meter lichte Höhe die Fläche nicht als Wohnfläche anrechenbar ist
und bei solcher von 1 bis 2 m nur zur Hälfte.

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Wenn ich dich recht verstehe willst Du darauf hinaus das der Vermieter die Heizkosten für die Dachgeschoßwohnung nicht nach der Wohn-/Nutzfläche, sondern nach der Grundfläche abrechnet. Sprich die Schrägen unberücksichtigt lässt.

Das wäre gemäß Heizkostenverordnung unzulässig.

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Skaragad55 20.10.2016, 13:04

Das habe ich in der Heizkostenverordnung aber nicht gelesen. Wo steht das denn da? Außerdem geht es um die generelle Gleichbehandlung. Warum soll ich für den Überdachten Balkon Heizkostenanteil zahlen? Dort ist keine Heizung!

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anitari 20.10.2016, 13:07
@Skaragad55

Warum soll ich für den Überdachten Balkon Heizkostenanteil zahlen?

Weil er zur Wohn-/Nutzfläche zählt. In vielen Wohnungsfluren ist auch kein Heizkörper, trotzdem zählt er zur Wohnfläche.

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schleudermaxe 21.10.2016, 15:37
@Skaragad55

... frage doch einfach mal Deinen MdB, denn der macht doch mit die Gesetze, oder?

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Eindeutige Antwort: Die Abrechnung ist korrekt.

Jeder Mieter hat überdies die Möglichkeit, sich eine Wohnung zu suchen, die für ihn optimal ist, auch um solche gefühlte Ungerechtigkeiten zu vermeiden.

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Skaragad55 22.10.2016, 12:22

Tatsächlich? Na dann...

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Dein Vermieter hat voll recht.

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was nützt eine verordnung, die es vermietern überlässt, in welchem verhältnis oder mit welchen meßgrößen eine abrechnung durchgeführt wird? die ist das papier nicht wert, auf dem sie steht.

prüfe mal, was genau die verordnung über wohnfläche oder "beheizbare wohnfläche" aussagt und welche maßgeblich und nicht verhandelbar ist.

und nicht nur das, sondern auch das verhältnis der gesamtkosten auf verbrauchs- und flächenanteile ist eindeutig geregelt! meistens 30% fläche und 70% verbrauch


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Skaragad55 20.10.2016, 12:30

Habe ich bereits gemacht. Steht aber leider nicht da drin. Es steht aber dort das keiner Bevorzugt oder Benachteiligt werden darf. Demnach müsste der Vermieter dieses nach meinem Hinweis ändern. Macht er aber nicht!?

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Also ich kenne es so dass nur die verbrauchte Wärmemenge abgerechnet wird?! Und die kann man entweder per Wärmemengenzähler oder eben mit den Verdunstern bestimmt werden (wobei diese dann eben auf den Heizkörper an dem sie angebracht sind berechnet werden müssen).

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bwhoch2 21.10.2016, 19:53

@Spezialwidde: Da kennst Du schlecht!

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albatros 22.10.2016, 03:22

Und diese Wärmemenge wird gesplittet in 30 bis 50% Grundkosten (berechnet nach Wohnfläche) und Verbrauchskosten gemessen per HKV. Zur Wohfläche zählen auch Terrassen und Balkone mit 25 bis 50%. Auch für diese Anteile sind sämtliche anfallenden Betriebskosten mit Wohnflächenschlüssel zu berechnen und zu bezahlen.

Bei Schrägen kommt der Mieter natürlich günstig davon, da bis zu einem Meter lichte Höhe die Fläche nicht als Wohnfläche anrechenbar ist und bei solcher von 1 bis 2 m nur zur Hälfte.

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Egal wie sie sich winden wollen , die realen Kosten muß der Eigentümer wieder herein bekommen .

Egal ob m³  , m²  oder Ableseeinheiten an den Radiatoren/ Heizplatten .

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Skaragad55 20.10.2016, 12:27

Darum geht es aber nicht! Es geht um die Aufteilung der Kosten!!!

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