Heizkessel mit Heizstab und PV Anlage betreiben

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1 Antwort

Prinzipiell ja, aber... Klar sollte zuerst mal sein: Der Weg Thermische Solaranlage -->Speicher ist immer effizienter als der Weg PV-->Heizstab-->Speicher. Wenn du also eine bestehende und funktionierende Solaranlage abreißen wolltest um dafür eine PV-Anlage für den Speicher hinzubauen wäre das weder ökonomisch noch ökologisch sinnvoll. Denkbar wäre natürlich, dass man den Speicher zusätzlich mittels PV und Heizstab beheizt, bspw. um "überschüssigen" Strom einigermaßen sinnvoll zu verwerten. Das macht aber in der Regel auch keinen Sinn: Wenn die PV-Anlage auf Hochtouren läuft, läuft ja auch deine thermische Anlage gut. Somit kann nicht wirklich viel Strom verwertet werden.

Wenn du den Heizstab als Nachheizung verwenden möchtest (d.h. für den Fall, dass zu wenig Sonne scheint, um die thermische Solaranlage auf die entsprechende Temperatur zu bringen, die PV aber dennoch läuft), muss man sich ähnliche Fragen stellen: Wenn bisher die Nachheizung ebenfalls mittels Heizstab läuft, ist es natürlich ökologisch auf jeden Fall sinnvoll, diesen mittels PV statt mit Netzstrom zu betreiben. Ökonomisch hängt das in Deutschland vom Baujahr der PV-Anlage ab, d.h. je nachdem ob eben der Einkaufspreis vom Netzstrom oder der Verkaufspreis der PV-Anlage höher ist. Wenn hingegen die Nachheizung mittels einer Heizung (Gas, Öl, Holz,...) betrieben wird, muss man sich das Ganze gut überlgen: Ökologisch macht das jetzt vermutlich nie Sinn, weil eine solche Heizung einen hohen Wirkungsgrad hat und es damit sinnvoller wäre, mit dem PV-Strom nicht-regenerativen Strom aus dem Netz zu verdrängen (Wobei ich zugebe, dass das eine infinitesimale und momentane Betrachtungsweise ist, wenn man das Ganze im "Großen" betrachtet könnte man natürlich sagen, dass bzgl. Netzstabilität usw. der Eigenverbrauch in Form der Speicherheizung in diesem Fall dennoch sinnvoller wäre als eine Einspeisung, aber das sollte nu zu wenigen Zeitpunkten der Fall sein (diese Aussage sollte aber nicht ohne Weiteres veralgemeinert werden!)). Auch ökonomisch wird es normalerweise besser sein, den Strom zu verkaufen. Das könnte man jedoch nochmals nachrechnen. Laut Grafik 1 auf http://www.volker-quaschning.de/artikel/2013-03-Heizen-mit-PV-Strom/index.php sollte es momentan noch günstiger sein, mit Öl zu heizen

Wenn du jetzt trotz allem den Speicher PV-elektrisch beheizen möchtest, bräuchtest du natürlich vor allem erst mal eine entsprechende Möglichkeit, mittels Strom den Speicher zu beheizen. Viele Speicher haben hierfür eine Öffnung, in die man einen Heizstab einbringen kann (Bei Solarspeichern normalerweise nicht ganz unten, sodass wohl nur ein Teil der 1000 l elektrisch beheizt werden könnte). Falls das bei dir nicht der Fall ist, wird es natürlic komplizierter: Man bräuchte ein elektrisches Heizregister, das Wasser in einem Rohr erwärmt, dieses müssste dann durch den Speicher gepumt werden. Am sinnvollsten wäre es hier, die Anschlüsse der thermischen Solaranlage zu nutzen (d.h. parallel zur thermischen Solaranlage das Heizregister anschließen), wobei natürlich sichergestellt werden muss, dass das Wasser beim Betrieb nicht den falschen Kreislauf nimmt (z.b. mittels Rückschlagventilen oder ein umschaltbares Ventil).

Das Problem an den Heizregistern: Prinzipiell könnten die natürlich auch mit Gleichstrom betrieben werden, d.h. direkt von der PV-Anlage. Ich vermute aber, dass solche Geräte nicht auf dem Markt verfügbar sind. Das heißt: Man müsste den PV-Strom dennoch erst wechselrichten und könnte ihn dann eben verwenden. Notwenig wäre weiterhin eine Steuerung/Regelung, die entscheidet ob das Heizregister betrieben wird und entsprechend den Strom steuert. Aber: Das Ganzesoll ja wohl ohne Netzstrom ablaufen. Das bedutet: Man benötigt zum einen einen Insel-Wechselrichter, der unabhängig vom Netzt funktioniert. Und weil Die PV-Anlage mit Sicherheit nie genu den "richtigen" Strom iefert, benötigt man auch noch Battereien, um den Strom zwischenzuspeichern und immer die benötigte Leistung abzurufen. Wenn nicht sowieso Battereien gepolant sind, ist das also ziemlich aufwändig.

Einfacher könnte folgende Möglichkeit sein (allerdings weiß ich nicht, ob hierfür entsprechende Geräte am Markt sind): Man verwendet ein Gleichstrom-Heizregister. Sollte es solche nicht auf dem Markt geben, kann man sich das relativ leicht selbst bauen: Das eigentliche Heizregister lässt sich ja (in gewissen Grenzen) ohne weiteres auch mit Gleichstrom betreiben, man müsste nur die Steuerung selbst machen, bzw. von einem Experten machen lassen. Man könnte nun vor dem Wechselrichter den PV-Strom mittels entsprechender Schaltung aufteilen (Sofern es dazu entsprechende Geräte gibt, im Selbstbau wäre das in meinen Augen auf Grund der hohen Spannungen zu gefährlich): Dann könnte man einen Teil zu den normalen Netz-Wechselrichtern schicken und den anderen Teil zum Heizen verwenden.

In der Summe also ziemlich aufwändig und wohl nicht sinnvoll, sofern du nicht sowieso einen Batteriespeicher einbaust.

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