Heeresflieger oder Marineflieger?

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Hallo,

ob Du lieber Helikopter (bei der Luftwaffe, beim Heer oder bei der Marine) oder lieber ein Flächenflugzeug (Transall, später A400M bei der Lw, P3 Orion bei den Marinefliegern) fliegen willst, solltest Du Dir rechtzeitig klar machen, denn die Aerodynamik und damit das Fliegen, das ja beim Militär viel mehr manuell erfolgt als im Zivilleben, unterscheiden sich stark.

Das Gehalt hängt vom Dienstgrad und von vielen anderen Dingen wie z. B. Dienstalter, Familienstand usw. ab und nicht von der Teilstreitkraft.

Hier ein Ausschnitt aus der neuen Besoldungstabelle von 2012:

A 9 Leutnant 3.137,25 Euro (Das bist Du meistens zu Beginn der Ausbildung)

A 10 Oberleutnant 3.500,24 Euro

A 11 Hauptmann 3.880,20 Euro

A 12 Hauptmann 4.260,96 Euro (Unterschied zu A11?)

A 13 Major 4.713,89 Euro (z. B. als Kommandant einer Transall)

Es gibt auch eine Flugzulage:

"Die Fliegerzulage beträgt für … Soldaten in der Verwendung als

  1. ...

  2. sonstige Strahlflugzeugführer, Transportflugzeugpilot, Hubschrauberpilot 360 Euro/Monat."

Einen Transporter z. B. in ein Erdbebengebiet zu fliegen und auf unbefestigten Pisten zu landen, hat auch seinen Reiz, wie auch die Hubschrauberfliegerei im Gebirge oder über See.

Denk aber dran, dass Du in erster Linie Soldat bist und erst in zweiter Linie Pilot. Und die Aufgabe eines Soldaten ist es, zu töten. Dafür ist er da und das Flugzeug oder der Hubschrauber ist nur ein Transportmittel für militärische Nutzlasten. Darüber muss man sich VOR einer Bewerbung mal Gedanken gemacht haben! Militärisches Fliegen heißt eben auch fliegen im Tiefst- und Konturenflug und das unter Feindbeschuss. Das ist also nichts für "Luschen", aber auch nichts für "harte Jungs". Beide werden sofort ausgemustert.

Die Bundeswehr entscheidet übrigens nach Bedarf und natürlich nach dem Ergebnis der Flugtauglichkeitsuntersuchung. Und da alle Piloten Offiziere sind, steht vor dem Test beim FMI noch die Offizierseignungsprüfung in Köln an.

Für 2012 geht die Bw von einer Bewerberzahl von rund 1.600 Interessenten aus. Sie wird in diesem Jahr aber nur 59 übernehmen! Und davon schaffen es vielleicht 2 bis 3 ins Cockpit eines Kampfjets.

Also streng Dich an! Viel Erfolg!

Sollte es zum Ernstfall kommen (was in modernen Zeiten ja nicht so unwahrscheinlich ist, da Auslandseinsätze zum Alltag der Bundeswehr gehören), dann stehen Leben und Gesundheit des Soldaten stets auf dem Spiel. Heeres- wie Marineflieger sind da kein Zuckerschlecken.

Und wenn es dann um die Frage geht, dann empfehle ich den Marineflieger. Die Marine ist die kleinere Einheit, ein exklusiver Club sozusagen. Das gilt zwar für Piloten an sich, aber für die Marine noch einmal mehr. Bei den Marinefliegern kommst Du eher in den Genuss eines "Familienbetriebs", wenn Du verstehst was ich meine. Tipp am Rande (falls die Kampffliegerei nicht Dein Schwerpunkt-Interesse ist): Die SAR-Truppe der Marine simuliert nicht nur, bis es knallt. Search & Rescue bietet auch ohne Kampfeinsätze echte Herausforderungen!

Die Einstiegsanforderungen an Piloten sind enorm!!! Ich hoffe (und wenn Du es wirklich willst: Ich WÜNSCHE Dir) dass Du dem gewachsen bist!

Falls Du tatsächlich von der Transall träumst: Das ist Nostalgie. Entschuldige. Aber die Transall-Flugzeuge der Bundeswehr sind alte Kameraden. Die haben leider bald ausgedient. Obgleich das wirklich faszinierende und unglaublich zuverlässige Flugzeuge sind. Ich hoffe, Airbus bekommt das mit der A400 bald gebacken. Die wäre ein angemessener Ersatz. - Aber vielleicht hast Du Glück und kannst noch mit der Transall in die Fliegerei hineinwachsen. Und später machst Du dann, wenn Du ja quasi an der Quelle bist, einen Fan-Club mit anderen Transall-begeisterten Piloten und Flugzeugtechnikern auf und kaufst zwei oder drei Schrottmaschinen, um wieder eine richtig gute daraus zusammenzuschrauben. Auf Flugschauen wird man sich über Euch freuen. Und Ihr schraubt dann nicht bloß für die Theorie!

Du solltest erst einmal das Auswahlverfahren durchlaufen, um zu sehen für was du geeignet bist und vor allem wo die Bundeswehr Bedarf hat.

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