Hautirritation nach rasieren. Wie vermeide ich es?

8 Antworten

Bei trockener, empfindlicher Haut ist das lange Einweichen logischerweise kontraproduktiv. Es soll ja letztlich auch nicht die Haut eingeweicht werden, sondern das von Fett befreite Haar soll aufquellen, damit es leichter abgeschnitten werden kann. Hierzu reicht auch, wenn man mit einem Rasierpinsel den Rasierschaum im Gesicht, statt im Scuttle oder Mug, aufschäumt, wobei eine Rasierseife oder -creme zu wählen ist, die viel Wasser aufnehmen kann.

Rasiergel oder -schaum, also Chemiebomben aus der Dose, sind bei der Haut (aber durchaus auch bei normaler Haut) TABU!!!

Ebenso Mehrklingenrasierer, v.a. die mit Glibberzeug (noch mehr Chemie) am Kopf. Diese Rasierer sind so konzipiert, dass man auch mit Rasierschaum aus der Dose eine gründliche Rasur hinbekommt, was durch Rupfen der ersten Klingen am Haar sichergestellt wird (es wird aus dem Haarkanal gezogen, damit es tiefer abgeschnitten werden kann). Das ist schon bei normalem Bart (also alles jenseits des besseren Flaumes eines durchschnittlichen Nordeuropäers oder weißen Nordamerikaners) eine Tortur.

Wichtig ist, die Haut möglichst wenig zu belasten und das Barthaar möglichst schonend direkt und sauber zu kappen. Dazu ist es wie gesagt wichtig, dass das Haar gut aufgequollen ist und dann mit einer wirklich scharfen(!) Klinge ohne Rupfen und Reißen durchtrennt wird.

Am besten funktioniert ein Standardrasierhobel (bei sehr starkem Bart ist evtl. etwas Spezielleres erforderlich) mit einer guten Klinge, die Schärfe und Sanftheit zur Haut kombiniert. Beim Hobel geht eigentlich jedes 08/15 Modell, z.B. praktisch jeder Rasierer der Firma Merkur (ausgenommen Progress oder Futur), sowie Mühle R89, Edwin Jagger DE89 und Anverwandte. Bei der Klinge denke ich hier zuerst an die Derby Premium, trotzdem ist es meist sinnvoll mehrere Klingen zu testen. Ich würde aber von den primär auf Schärfe ausgerichteten Gesellen einen Bogen machen.

Beim Pinsel würde ich zu einem eher weichen Synthetikpinsel raten, zB einem Plisson Clone. Bei der Seife (und ich würde hier wirklich zur Seife raten, weil man tendenziell mehr Wasser einarbeiten kann) ist v.a. für dich wichtig, dass sie keine austrocknenden Inhaltsstoffe aufweist und, v.a. für dich wichtig, kein Menthol enthält. Du musst auch schauen, auf was du evtl. mit Unverträglichkeit reagierst (bestimmte ätherische Öle, Lanolin usw.). Es bieten sich viele Seifen an, die guten kosten aber. Einen guten Kompromiss für den Anfang findest du mM bei der "Cella Crema Barba Mandorla" (enthält verseiftes tierisches Talg, folglich sehr gute Eigenschaften, aber halt nix für Veganer) oder auch "Haslinger Ringelblume" und "Haslinger Salbei" (beide enthalten aber verseiftes Erdnussöl, Allergiecheck).

Rasur ansonsten ganz normal: völlig ohne Druck rasieren (die Klinge darf die Haut gerade noch so eben berühren), usw.

huch? Rasiere doch elektrisch und ohne alles.

Einfach Haare abschneiden und gut isses. Das ist kein Wunder, dass Deine Haut irritiert ist, bei all dem Zeug, dass Du Dir raufschmierst. Und gar wenn Du einweichst! Das zerstört den natürlichen Hautschutz noch mal und macht die Haut noch empfindlicher.

Hinweis: auch Tenside (in Seifen, Duschgels,....) stören das Gleichgewicht der Haut.

wenn Babypuder mit Zinkoxyd (das ist wichtig) nicht hilft, dann besorg dir in einem Naturladen Panthenol-Gel 70% (=Provitamin B5). Trag das auf die rasierte Hautfläche großzügig auf und lass es einfach einwirken. Pflege deine Hautflächen ansonsten mit Nachtkerzenöl, ebenfalls aus dem Naturladen.

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