Hauskauf und 10 Jahresfrist

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2 Antworten

Bevor ich ein drittes Datum nenne stellt sich erst die Frage nach der Nutzung des Hauses.

Denn § 23 Abs. 1 Nr. 1 S. 3 Einkommensteuergesetz (EStG) besagt:

Ausgenommen sind Wirtschaftsgüter, die im Zeitraum zwischen Anschaffung oder Fertigstellung und Veräußerung ausschließlich zu eigenen Wohnzwecken oder im Jahr der Veräußerung und in den beiden vorangegangenen Jahren zu eigenen Wohnzwecken genutzt wurden.

Wurde das Haus von Dir also seit dem Kauf bzw. im Jahr der Veräußerung und in den beiden vorangegangenen Jahren (Beispiel: Veräußerung in 2012, private Nutzung muss demnach ab 2010 vorgelegen haben) zu privaten Wohnzwecken genutzt, dann liegt kein privates Veräußerungsgeschäft vor.

Was ist nun das entscheidende Datum?

Keines was Du angegeben hast.

Entscheidend ist das Datum an dem der Übergang der Nutzen und Lasten erfolgte. Erst dann hat der neue Eigentümer die tatsächliche Verfügungsgewalt über das Haus.

Entscheidend ist also was im Vertrag geregelt ist. In der Regel erfolgt der Übergang der Nutzen und Lasten nach Zahlung des kompletten Kaufpreises. Und der muss nicht zwingend am gleichen Tag gezahlt worden sein an dem der Vertrag erstellt worden ist oder wann die Eintragung im Grundbuch erfolgte.

Das ist eine umfangreiche, aber in der Frage der Fristberechnung falsche Antwort. Zunächst einmal war gar nicht danach gefragt, ob ein Fall des § 23 EStG durch Eigennutzung verhindert werden kann. Die Frist wäre unabhängig davon nämlich sowieso schon abgelaufen. Wenn Du den § 23 EStG, die dazu gehörigen Richtlinien, Hinweise und sonstige Verwaltungsanweisungen kennen würdest, kannst Du nur zu der von mir angegebenen Lösung kommen: Entscheidend ist das Datum des Kaufvertrages, und zwar ohne wenn und aber.

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@Helmuthk

Lieber Helmuthk,

Du hast Recht was die Fristberechnung angeht. Man lernt eben nie aus. Ein Fehler, den übrigens sehr viele Finanzbeamte und auch Steuerberater machen, wie ich festgestellt habe.

Was die umfangreiche Antwort angeht, solltest Du jedoch bedenken, dass gerade Du, der schon länger hier bei gutefrage.net dabei ist, wissen solltest, dass Fragen manchmal ein wichtiges Detail nicht enthalten.

So kann es durchaus sein, dass es dem Fragesteller nur um die Fristberechnung ging.

Andererseits stellt sich die Frage, warum er denn eine genaue Fristberechnung benötigt.

Bevor er nun sich mit einer Fristberechnung beschäftigt, wäre es doch sinnvoll überhaupt festzustellen, ob dies nötig wäre.

So kann man sich beispielsweise eine halbe Stunde damit beschäftigen in Erfahrung zu bringen, ob bestimmte Aufwendungen als außergewöhnliche Belastung abzugsfähig sind. Sinnvoller wäre es erstmal festzustellen, ob es überhaupt eine steuerliche Auswirkung hat. Spart manchmal Zeit und Nerven ;-)

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Für die Fristberechnung nach § 23 Einkommensteuergesetz (Spekulationsfrist) gelten die obligatorischen Verpflichtungsgeschäfte, also bei Grundstücken die notariellen Kaufverträge.Das wäre hier der 15.8.2001.

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