Hausarzt erkennt Schlaganfall nicht. Verklagen?

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16 Antworten

Nein! Das bringt überhaupt nichts! Es ist häufig schwierig ohne stationäre Untersuchung und medizinische Spezialkenntnisse einen Schalganfall zu diagnostizieren. Der Anfall hat den Herrn schließlich irgendwann mal im Schlaf erwischt - da kann kein Hausarzt etwas dafür! Im Übrigen entseht Ihnen keinerlei finazieller Nachteil, den Sie im Wege eienr Schadenersartzforderung einklagen könnten. Alte Menschen werden halt von bestimmten Krankheiten oder Herz-Hirnschlägen heimgesucht.; das ist nunmal der Lauf der Dinge!

So eindeutig waren die Symptome nicht, es ist nicht strafbar nach Symptomen zu suchen und es ist auch nicht strafbar sich zu irren. Zumal sich Symptome von einem Moment auf den anderen bilden oder verschleiern können. In der Medizin ist nicht immer alles so klar, wie in der Mathematik. Auch wenn ich sehr gut verstehen kann was euch bewegt, solltet ihr wissen, dass die Diagnosefindung nicht so schnell geht wie man sich das wünscht. Alte Menschen haben dauernd kleine Hirnausfälle, die einzeln betrachtet nicht dramatisch sind. Erst die Summe macht dann ein grösseres Problem aus. Dagegen kann man dann aber auch nicht unbedingt etwas tun.

Nein, nicht verklagen. Wie willst Du das beweisen? Und niemand weiß, was Dein Opa dem Arzt nun tatsächlich erzählt hat. Ganz davon ab würde eine Klage rein gar nichts an der Sache ändern.

Hallo,

ist schon ein starkes Stück ! Aber diese Klagen sind immer langwierig und teuer !

Vielleicht braucht ihr eher das Geld für den Opa jetzt, wenn alles umgebaut werden muß (Barrierefrei gemacht wird) .

Wenn der Anwalt seine Arbeit nicht richtig macht (was leider öfters passiert als man denkt!), dann habt ihr das Nachsehen und viel Geld verloren !

Gruß, Emmy

Nicht immer hat der Arzt überhaupt eine Chance, einen Schlaganfall "von außen" zu erkennen, zumal sich offenbar keine typischen Symptome gezeigt haben, wie Halbseitenlähmung und so weiter. Daß der Arm taub ist kann ein Symptom für alles Mögliche sein, nicht nur für einen Apoplex. Auch Sehprobleme sind bei älteren Leuten so häufig, daß man nicht automatisch Rückschlüsse auf Schlaganfall ziehen kann. Ein sehr hoher Prozentsatz von Schlaganfällen wird überhaupt nur entdeckt, weil ein KH-Arzt im MRT oder CT den Erguß im Gehirn erkennen kann. Der kann klein sein und ein winziges Areal beeinträchtigen, so daß man ihn kaum sieht, selbst wenn man ein geübter Diagnostiker ist. Wann er eingetreten ist, läßt sich ohnehin nicht mit Sicherheit sagen. Ich habe viele alte und ältere Patienten gepflegt, die mehrfache Schlaganfälle im MRT nachweisbar gehabt hatten und von denen man überhaupt nichts bemerkte - meine eigene Großmutter übrigens eingeschlossen. Sie hatte mindestens 5, von denen 3 völlig symptomfrei waren. Also macht Euch gar nicht erst Gedanken über Euren Doc, der tut sicher das bestmögliche für Euren Großvater. Aber was er beim besten Willen nicht kann, das könnt Ihr auch nicht von ihm verlangen. ;-) Alles Gute für den Opa, Gruß, q.

Dasselbe ist meiner Mutter (70) letzte Woche passiert. Sie ging zu ihrem Hausarzt weil ihr linker Arm taub wurde und die linke Gesichtshälfte hatte sie wahnsinnige Kopfschmerzen. Sie war glühend heiß. Er hat ihren Blutdruck gemessen und er war über 200! Dennoch hat er nichts bemerkt und sie nach Hause geschickt. Am Abend hatte sie die Wörter eines Satzes verdreht, so das kein Satz mehr heraus kam. Da ich schon etwas Ahnung hatte beauftragte ich meinen Neffen - der bei ihr wohnt - sofort einen Notarzt zu rufen, was er dann auch tat. Es war Schlaganfall. Ein Glück das wir Laien manchmal mehr Ahnung haben als Ärzte. Als Privatpatient hat man sicher mehr Erfolg beim Arzt, die heutige ärztliche Versorgung ist doch alles Schuld der Krankenkassen. Sie bezahlen nur noch nötigstes und am besten gar nichts. Also lässt man auch gern mal den einen oder anderen verrecken!!!! Bei meinem Vater vor 19 Jahren wurde ein Herzinfarkt übersehen - er starb am selben Tag, nachdem er eine Spritze gegen Erkältung bekommen hat. Mein Bruder (40) starb ebenfalls, weil nicht gleich etwas unternommen wurde. Leider kann man die Ärzte nicht wegen "Kunstfehler" verklagen. Die sind schon abgesichert und wir sind eben die Blöden.

Wenn ihr dem Hausarzt schuldhaftes Verhalten nachweisen könnt und sich dadurch der Zustand des Opas verschlechtert hat, steht ihm unter Umständen ein Schmerzengeld zu. Nach Möglichkeit würde ich in so einem Fall auch den Hausarzt wechseln.

Hi,

Koblenz (dpa) - Diagnosefehler des Arztes führen nicht zwangsläufig zu Schadenersatz- und Schmerzensgeldansprüchen eines Patienten. Das entschied das Oberlandesgericht (OLG) Koblenz in einem Urteil.

Denn die Symptome einer Erkrankung seien oft mehrdeutig und ließen auf verschiedene Ursachen schließen. Solange ein Arzt die erforderlichen Untersuchungen nach den «Regeln der ärztlichen Kunst» vornehme, könne ihm eine objektiv falsche Diagnose rechtlich nicht zum Vorwurf gemacht werden (Az.: 5 U 1494/05).

Das Gericht hob mit seinem Urteil eine Entscheidung des Landgerichts Koblenz auf, das einer Patientin 12 000 Euro Schmerzensgeld zugesprochen hatte. Die Patientin hatte wegen starker Bauchschmerzen einen Arzt aufgesucht. Dessen Untersuchungen, die auch an den nachfolgenden Tagen fortgesetzt wurden, ergaben keinen Hinweis auf einen entzündeten Blinddarm. Stattdessen ging der Arzt zunächst von Magen- und Darmstörungen sowie später von einem fieberhaften Harnwegsinfekt aus. Diese Diagnosen stellten sich später als falsch heraus. Die Patientin verlangte daher Schmerzensgeld. Die Blinddarmentzündung hätte vom Arzt sofort erkannt werden müssen.

Das OLG folgte dem nicht. Denn ein Sachverständiger hatte in einem umfangreichen Gutachten festgestellt, dass der behandelnde Arzt alle erforderlichen diagnostischen Maßnahmen ergriffen habe. Die Befundlage sei schwierig gewesen und von dem Mediziner plausibel gedeutet worden. Das grundlegende Urteil des Oberlandesgerichts ist noch nicht rechtskräftig. Die Sache liegt wegen ihrer grundsätzlichen Bedeutung dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe vor (Az.: VI ZR 155/06).

wenn Du mehr wissen willst, siehe Link

http://www.anwaltseiten24.de/patientenrecht/arztrecht/news/arzt-haftet-nicht-ohne-weiteres-fur-eine-falsche-diagnose-1.html

es gibt einige menschen unter uns, die schon einen schlaganfall hatten und man merkt nichts! je nach schwere des schlaganfalls sind die symptome sehr verschieden und nicht immer gleich zu erkennen, vor allem wenn dein opa noch normal reden konnte und keine halbseitenlähmung hatte. kümmert euch mal lieber um euren opa anstatt über ne anklage nachzudenkenk, die euch ncihts bringt außer jahrelangen ärger und enorme kosten, denn ihr könnt nicht nachweisen, dass opa den schlaganfall schon hatte, als der arzt ihn das letzte mal sah!

Liebe(r) Her010

meiner Meinung nach macht es (schon gar nicht ohne RS-Versicherung) keinen Sinn zu klagen, die Gründe wurden ja schon ausreichend aufgeführt. Ich würde allerdings versuchen, möglichst öffentlich zu machen, dass dieser Arzt offensichtlich betriebsblind ist.

Er hat eindeutig die Aufgabe, zunächst alle schwerwiegenden Diagnosemöglichkeiten bei diesem Beschwerdenbild auszuschließen und dies hat er nicht getan - vermutlich, weil sein Budget die dafür erforderlichen Diagnostik nicht mehr her gibt - es ist bereits Ende des Jahres, da sind die Mittel, die ein Arzt für seine Verordnungen von KK-Seite ausgeben darf einfach ausgeschöpft). Vielleicht hatte er aber auch einfach keine Lust, einen solchen Aufwand zu treiben und wollte den Patienten nur schnell wieder aus der Praxis haben...nach dem Motto: wird schon nix sein...

Erzähle diese Geschichte mit Namen den Arztes jedem, der sie hören will oder nicht hören will. Nur damit kannst Du erreichen, dass der Arzt, dessen Patienten dann wahrscheinlich eher weg bleiben werden, seine Arbeitsweise überdenkt und Patienten vor solchen Fehlern geschützt werden.

LG Bruenette

PS: die Mutter meiner Nachbarin (Macumar-Patientin) starb nach einem Routineeingriff am Knie im KH an einem Schlaganfall, der "übersehen" wurde. Alles Gute für Deinen Opa, der offensichtlich noch einmal großes Glück hatte!

Die Symptome eines Schlaganfalls sind unterschiedlich und unterschiedlich stark ausgeprägt. Gerade im Anfangsstadium kann es sein, dass diese nicht eindeutig auf einen Schlaganfall hindeuten. Wenn im KH festgestellt wurde, dass ein Schlaganfall vorliegt, muss das nicht unbedingt bedeuten, dass zum Zeitpunkt der hausärztlichen Untersuchung ebenfalls einer vorgelegen hat. Grundsätzlich kann und sollte man in diesem Fall nichts gegen den HA unternehmen. Sei einfach glücklich, dass Opa nun in besten Händen ist.

Danke.

Die Leute sind immer der Meinung sie müssten gleich wegen allem klagen...

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@Whitesatin

Aber das Leben ist doch so viel schöner, wenn man immer andere für alles verantwortlich machen kann und ständig mit dem Finger auf andere Zeigen kann ;-)

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@Whitesatin

Ich hab ja auch nicht gesagt dass wir ihn verklagen wollen. Ich wollte einfach nur wissen ob bei Falschdiagnose solch eindeutigen Symptomen der Arzt Rechtliche Probleme bekommen kann.

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Gehts dem Opa dann besser? Dann immer zu. Falls man denkt das es eine fette Schmerzensgeldzahlung gibt, die man dann irgendwann mal als Erbe bekommt: wir sind hier nicht in den USA.

Ich würd's probieren. Für die Gesundheit von deinem Opa war das bestimmt nicht von Vorteil - immerhin musste er ja ins Krankenhaus - nur nicht zu lange mit der Anzeige warten - fragt mal einen Rechtsanwalt.

... hat Dein Opa geraucht, hat er getrunken, hat er sich falsch ernährt ? Gleich eine Sammelklage anstreben dann geht das in einem aufwaschen. Vielleicht wird er dann wieder gesund :-)))

Ohne den Sachverhalt genau zu kennen und den Standpunkt des Hausarztes zu kennen kann man das einfach nicht pauschalisieren.

Und was denkt ihr wer von einer Klage profitiert?

es ging ja nichts um lebensgefährliches grad.

mein bruder ging mal mit starken bauchschmerzen ins krankenhaus, die haben nichts festgestellt und am nächsten tag kam der blinddarmdurchbruch.

Doch, ein Schlaganfall kann tödlich enden. Oder mit einer schweren Behinderung. Immerhin werden dort Bereiche des Gehirns geschädigt, im schlimmsten Fall irreversibel.

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@Wurstnase

Doch, ein Schlaganfall kann tödlich enden.

Dann sind die Symptome aber deutlich stärker als ein tauber Arm und Sehstörungen.

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