Haus durch Demonstration beschädigt: Zahlt die Wohngebäudeversicherung?

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5 Antworten

Das sind keine inneren Unruhen, da die Anzahl der Personen zu gering ist. 

Davon unabhängig bitte beachten, dass einfache Gebäudebeschädigungen durch Dritte (üblicherweise) ohnehin nicht versichert sind. Damit ein versicherter Schaden vorliegt, muss der Schaden durch eine versicherte Gefahr (Feuer, Leitungswasser, Sturm/Hagel) entstanden sein. Vandalismus zählt nicht zu den versicherten Gefahren in der Gebäudeversicherung. (fett, nachdem ich mir die anderen Antworten hier angesehen habe...)

Es gibt Tarife, in denen auch die Beschädigung durch unbefugte Dritte versichert ist, jedoch mit stark begrenzter Versicherungssumme (häufig nicht mal im 5-stelligen Bereich). 

sophie1235 06.07.2017, 06:51

Danke für Deine Aufmerksamkeit, da habe ich einen Fehler gemacht. Wie Du richtig festgestellt hat, sind normalerweise nur die Gefahren Brand, Leitungswasser, Sturm/ Hagel versichert.

Die Einschlüsse für Vandalismus können entweder die Klausel "PK 7361 Gebäudebeschädigung durch unbefugte Dritte" oder die Klausel "PK 7366 Graffitischäden" sein. In der Regel sind beide Klauseln auf 10.000€ gedeckelt.

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NamenSindSchwer 06.07.2017, 08:19
@sophie1235

Durch beide Klauseln wären Schäden, die von Demonstranten in Zerstörungswut an dem Gebäude verursacht werden, NICHT versichert. Auch nicht durch PK7361. Denn hier sind die Gebäudeschäden nur nach einem Einbruchsversuch versichert.

Das ist vor allem für Mehrfamilienhäuser relevant, da bei EFH derartige Schäden über die Hausratversicherung gedeckt sind. Bei MFH sind solche Schäden über die Hausratversicherungen der Mieter abgedeckt, jedoch nur für Schäden im Mietbereich (v.a. Wohnungstür). Hier gibt es eine Deckungslücke für die Gebäudeteile, die keiner Mietpartei zuzuordnen sind, welche die Klausel schließt. Daher heißt es dort auch "Türen, Fenster etc. die dem Gemeingebrauch der Hausgemeinschaft unterliegen".

In Musterbedingungen sind tatsächliche Vandalismusschäden nirgends versichert. Auch in der Realität ist dieser Einschluss ziemlich selten, aber möglich.

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Falls der benötigte Passus in der Gebäudeversicherung (z. B. böswillige Beschädigung) fehlt, kann hier eventuell der Veranstalter (Demonstrationsanmelder) in Haftung genommen werden, z. B.  in dem man ihm eine zu geringe Ordneranzahl nachweist. 


Oder man stellt sich selbst während der Demo vor sein Haus, hält ein zum Demothema passendes Schuld hoch und platziert zwei bis drei Häuser weiter ein Transparent mit Argumenten der Gegenseite. Das lenkt die Aufmerksamkeit vom eigenen Haus ab 😏 

Bei Brand zahlt die Versicherung. Wandalismus ist da ausgenommen. Unter unruhen kannst du das nicht sehen.

Ich würde soetwas auch unter Vandalismus an die Versicherung melden.

Würde ich unter Vandalismus verstehen. Wenn solche Schäden versichert sind, zahlt die Versicherung.

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