Haus bauen - heutzutage überhaupt noch möglich?

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Prinzipiell würde ich euch zwei Möglichkeiten vorschlagen: Entweder erst einmal klein anfangen und eine Eigentumswohnung oder ein etwas älteres Haus kaufen um erst einmal eine solide Basis zu haben. Die Zinsen zum Hausbau sind recht günstig und Banken am Ort wären die ersten Ansprechpartner, alternativ gibt es auch Vermittler wie z.B. Interhyp, die sehr gute Vergleiche anstellen, da muss man etwas recherchieren. Eine gute Möglichkeit an günstige Objekte heranzukommen, bieten Zwangsaversteigerungen. Entweder die Amtsgerichte in euerer Gegend abklappern oder einen sogenannten Versteigerungskalender abonnieren, das ist zwar etwas teuerer um die 100 Euro, aber man hat alles gut sortiert und chronologisch aufgearbeitet um eine Möglichkeit zu haben die Objekte vorher zu besichtigen, was bei manchen Häusern aus verständlichen Gründen nicht immer möglich ist. Ich habe z.B. für knapp 100.000 Euro einen Bauernhof gekauft und noch rund 30.000 Euro in die Renoviereung gesteckt, wobei wir (mit patenter Frau) aber recht viel selbst machen und einen recht günstigen und guten Handwerker gehabt haben, für Fliesenarbeiten & Sanitär. Ich habe die Elektrik gemacht.- Je näher man an die großen Städte kommt, desto teuerer wird es natürlich, aber da ihr eh Pendler seid, ist das Land billiger. Wenn man später Kinder haben möchte muss man beachten dass ein Verdienst kurzfristig oder ganz wegfällt, je nach Arbeitgeber. Nicht jeder wird automatisch auch wieder eingestellt, auch wenn es Pflicht ist. Das sollte man vorher mit dem Chef gut abklären. Meine Frau hat da sehr schlechte Erfahrungen machen müssen, weil sie sich erlaubt hat 3 volle Jahre Erziehungsurlaub zu nehmen, das geht natürlich nicht. Gewerkschaftsmitglied war sie auch noch, so etwas kann man nun mal nicht gebrauchen, aber das nur am Rande bemerkt.- Hausbau lohnt sich meines Erachtens fast immer, weil man dann keinen Ärger mit dem Vermieter hat und die Wohnung so gestalten kann wie man will. Als Altersvorsorge ist es auch die erste Wahl, weil man von der Rente heutzutage nicht mehr lebenswert leben können wird.

Also die 250.000 finde ich auch schon sehr rosig.

Wir haben frisch neu gebaut und bei uns kamen noch soviel Kleinigkeiten dazu, dass das Haus am Ende gut 10% teurer kam.
Dann gab es noch Probleme mit dem Bauboden, da musste massiv Boden ausgetauscht werden, was nochmal 15.000€ waren.

Am Ende lag unser 160m² EFH mit gehobener Ausstattung nun bei knapp 230.000 statt veranschlagter 210.000.

Wir haben 65.000 zusätzlich als Puffer aufgenommen für Nachträge, Nebenkosten und Außenanlage. Gereicht hat es nicht.

Lasst euch auch bloß nicht von diesen Billiganbietern blenden, ein fertiges Haus für 100.000 ist Utopie. Da wird dann nur der billigste Mist verbaut, der Estrich ist extrem dünn und es wird gespart wo nur möglich. Ich würde mich auf 200.000 einstellen, da gibt es was ordentliches.

Ich würde NIEMALS ohne ausreichend Eigenkapital (mind. 20%) und mit zu knappem Kredit bauen. Immer mal mindestens 30-50.000 mehr aufnehmen!

Wir hatten zum Glück 100.000 EK zusammen gekratzt sonst wäre der Kredit noch höher ausgefallen.

Die Tilgung sollte auch mindestens 2 % betragen, je mehr desto besser.

Wenn ihr auf letzter Rille nur mit 1% tilgen könnt, würde ich das gleich vergessen.

Auch wichtig: ein begleitender Gutachter von DEKRA/TÜV - unbedingt einplanen!

Zur Info: Wir haben jetzt gute 400.000€ für unser Häuschen bezahlt und sind immer noch nicht ganz fertig. Never ending story. Aber schönes Gefühl wenn es so langsam aufs Ende zugeht :)

Viele haben doch mehr Eigenkapital (von den Eltern geschenkt oder geerbt oder sowas in der Art), viele leben wirklich am Limit für das Haus und ganz ganz viele übernehmen sich und müssen dann verkaufen oder (noch schlimmer) in die Zwangsversteigerung. Schau mal in die Zeitung - selbst in unserem Käseblatt stehen täglich Zwangsversteigerungen drin!

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