Hauptmieter in einer WG - Welche Freiheiten hat man bei der Mietgestaltung

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3 Antworten

Das Basteln an der Pauschalmiete ist ein beliebter Streitpunkt zwischen Vermieter und Mieter. Die Pauschalmiete ist kein absoluter Begriff. Aber bestimmte Regeln gibt es trotzdem. Kostenbeteiligungen an neben der Pauschalmiete können nur vereinbart werden, wenn im Mietvertrag die Positionen der Betriebskosten aus der Pauschalmiete ausgegliedert wurden, die nicht mit der Pauschalmiete abgegolten sein sollen sondern einer Abrechnung unterliegen sollen. Die Handhabung in diesem Fall, dass z.B. die Stromkosten gedrittelt werden und bei Nachzahlungen die Untermieter beteiligt werden, ist nicht haltbar, weil kein getrennter Stromverbrauch festgestellt werden kann. So gälte es auch für Wasser oder Gas.

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Vereinbart ist eine Pauschalmiete. Im Untermietvertrag steht an dieser Stelle: "Die Höhe der Miete beträgt pauschal XXX€ und beinhaltet die Kosten für Strom, Heizung und Internet".

Dann muss keine Nebenkostenabrechnung erfolgen. Man bekommt als Mieter nichts wieder aber man muss auch nichts nachzahlen.

In einem anderen Punkt steht jedoch zum Thema Kostenbeteiligung: "Der Untermieter hat sich an allen Kosten zu beteiligen, die während seiner Mietdauer entstanden sind". Es wird dann auf die jährliche Stromrechnung und Betriebskostenabrechnung hingwiesen. Es ist also im Vertrag zusätzlich vereinbart, dass sich die Untermieter an den jeweiligen Jahresabrechnungen beteiligen.

Wenn bestimmte Sachen vereinbart worden wären die nicht in der Pauschalmiete enthalten sein sollen, dann wäre es möglich Nachforderungen zu stellen,

Hier aber sind Strom und Nebenkosten als pauschale Gesamtmiete mit enthalten.

Also keine Abrechnung und keine Nachzahlung.

MNfG

Johnny

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Kommentar von shogunx
28.06.2014, 11:15

Durch den Hauptmieter erfolgte mündlich eine Aufklärung, dass dieser sich die Zimmermieten so zusammenbastelt, wie oben beschrieben. Die Untermieter sind also in Kenntnis darüber, dass in diesem Fall speziell die Stromkosten gedrittelt werden.

Desweiteren wurde erwähnt, dass im Falle einer Rückzahlung alle Bewohner der WG jeweils 1/3 zurückbekommen, oder eben bei einer Nachzahlung 1/3 nachzahlen. Dies jedoch im Extremfall für einzelne Mitbewohner unterscheiden kann. Also wenn Mitbewohner A sichtlich mehr Strom verbraucht als Mitbewohner B, dann muss Mitbewohner B natürlich auch weniger zahlen. Da jedoch nicht jeder seine eigene Stromrechnung bekommt und es nur einen Gesamtstromzähler gibt, legte der Hauptmieter eben diese Regelung fest.

Hat sich der Untermieter trotz Pauschalmiete mit der Unterschrift, die diesen Punkt der Kostenbeteiligung der Nebenkosten als akzeptiert bestätigt, nicht eben zusätzlich verpflichtet sich im Falle einer Nachzahlung daran zu beteiligen?

Und wie sieht es mit der angedrohten "Mietminderung" durch Person Y aus? Ich sehe keinerlei Grundlage für eine Mietminderung, da es keine Mängel an der Mietsache von Person Y gibt.

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Es gelten die gesetzlichen Vorgaben des deutschen Mietrechts. Der Hauptmieter wird gegenüber dem Untermieter zum Vermieter mit allen Rechten und Pflichten. Gegenüber dem Vermieter ist der Hauptmieter allein haftbar, und zwar für die Miete, Nebenkosten, fristgerechte Wohnungs- und Schlüsselübergabe bei Mietvertragsende.

pauschal genannte Gesamtmiete

Bei einer Pauschalmiete sind in der Regel sämtliche Nebenkosten inbegriffen, der Vermieter kann dann keine Nachzahlung mehr fordern, der Mieter hat keinen Anspruch auf ein evtl. Guthaben..

1/3 der Internet- und Nebenkosten (Abschlag für Strom und Heizung).

Nebenkosten sind nur auf den Mieter umlegbar, wenn monatliche Vorauszahlungen und keine Pauschalmiete vereinbart wurde. In diesem Fall muß der Vermieter auch gegenüber dem Mieter eine jährliche (12 monatige) Nebenkostenabrechnung erstellen und dem Mieter Einsicht in die Belege bezüglich der Nebenkostenabrechnung gewähren.

Der Hauptmieter/Vermieter muß dem Untermieter keinen Einsicht in seinen Mietvertrag mit dem Hauptvermieter gewähren. Die Mieteinnahmen aus dem Untermietverhältnis hat der Hauptmieters zu versteuern.

Und darf Person Y eine selbstständige Mietminderung vornehmen, wenn Person X auf eine vereinbarte pauschale Gesamtmiete verweist und gewünschte Rechnungen nicht vorlegt?

Nein eine Mietminderung darf der Untermieter hier nicht vornehmen. Aufgrund der vereinbarten Pauschalmiete hat der Mieter keinen Anspruch auf eine jährliche Nebenkostenabrechnung, sowie auf Einsichtnahme in die Belege bezüglich der Nebenkostenn und auf eine evtl. Guthabenauszahlung. Der Vermieter hat, wie bereits oben erklärt, dann auch keinen Anspruch auf eine Nachzahlung.

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Kommentar von shogunx
27.06.2014, 21:06

Danke für die schnelle Anwort Nemisis!

Vereinbart ist eine Pauschalmiete. Im Untermietvertrag steht an dieser Stelle: "Die Höhe der Miete beträgt pauschal XXX€ und beinhaltet die Kosten für Strom, Heizung und Internet".

In einem anderen Punkt steht jedoch zum Thema Kostenbeteiligung: "Der Untermieter hat sich an allen Kosten zu beteiligen, die während seiner Mietdauer entstanden sind". Es wird dann auf die jährliche Stromrechnung und Betriebskostenabrechnung hingwiesen. Es ist also im Vertrag zusätzlich vereinbart, dass sich die Untermieter an den jeweiligen Jahresabrechnungen beteiligen.

Über der Unterschrift beider Partein steht: "Mit der Unterschrift werden alle Punkte des Untermietvertrages als gelesen und akzeptiert bestätigt".

Der Streitfall um Person Y sieht kurz und knapp so aus: Der Vertrag ist unterschrieben, es wurde einmal informativ erklärt wie Person X sich diese Gesamtmiete XXX€ "zusammengebastelt" hat und das eben darin 1/3 des monatlichen Stromabschlags enthalten sind und am Jahresende eben nachgezahlt wird, oder jeder 1/3 zurückbekommt. Person Y möchte sich aber die Höhe des monatlichen Abschlages durch einen Blick auf die letzte Jahresrechnung bestätigen lassen. Andernfalls wird nur ein "Kulanzbetrag" für einen Posten gezahlt, der nichtmal im Untermietvertrag geregelt ist. Sprich: Person Y ändert den vereinbarten Pauschalbetrag der Miete nach eigenem Ermessen.

Daher kam meine letzte Frage.

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