Hat Wissenshunger etwas mit Intelligenz zutun? Wodurch entsteht kritsches Denken?

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13 Antworten

ich könnte mir vorstellen, daß schwere, traumatische ereignisse dazu führen können. auch psychische auffälligkeiten wären mögliche auslöser. was die kritischen gedanken eines menschen betrifft, glaube ich, daß sie nicht durch eine behütete kindheit beeinflußbar sind. jeder mensch (mit intaktem hirn) hat die möglichkeit, sich kritisch mit allem auseinander zu setzen. fraglich ist nur, in wie weit der mensch, erziehungs geprägt, in der lage ist, seine ansicht auch zu vertreten. zu deiner letzten frage: das gibt es ganz sicher, nämlich dann, wenn menschen durch mißerfolge rückschläge erleiden oder ihr denken und handeln belächelt oder gedemütigt werden. bei manchen dingen im leben braucht man halt ein ausgeprägtes ego und eine gewisse portion sturheit.

Hochintelligente Menschen denken besonders kritisch, denn sie sind dazu in der Lage, Floskeln zu enttarnen, Widersprüche in Argumentationen zu entdecken und können sich oft schnell selbst genug Wissen über ein Thema aneignen, um sich eine eigene, fundierte Meinung zu bilden.

Warum sollten hochintelligente Menschen außerdem eine behütete Kindheit gehabt haben? Die Fürsorge der Eltern ist doch kein kriterium dafür, ob jemand intelligent wird oder nicht. Eine gute Förderung hilft dabei, dass man sein volles Potential ausschöpfen kann, aber dieses Potential ist vorher bereits festgelegt.

Natürlich gibt es hochintelligente Menschen, die absolut desinteressiert sind. Das fängt oft damit an, dass sie sich in der Schule langweilen, abschalten, dann den Anschluss verlieren und schlechte Noten bekommen, was dazu führen kann, dass sie sich für dumme Versager halten. Wenn das Selbstvertrauen erstmal einknickt, und durch ihre Reflexionsfähgkeit hinterfragen hochintelligente Menschen oft auch sich selbst kritisch und haben daher Selbstzweifel, können sie sich nur noch Herausforderungen stellen, die sie als sehr einfach einschätzen, um nicht erneut zu scheitern.

Der Intelligenz-Begriff ist äußerst komplex und alles andere als klar. Sog. IQ-Tests sagen nur etwas über bestimnte Intelligenzeigenschaften aus und sind auch i.d.R. nur zweckorientiert. Sie sagen z.B. nichts über eine der wichtigsten Intelligenzeigenschaften, nämlich die Kreativität, aus. Zweifellos gehört aber auch die Neugier (als Wissenshunger) dazu, denn die sorgt dafür, daß man alles hinterfragt und von Grund her durchdenkt. Wer alles einfach so hinnimmt, dem fehlt sicher eine wichtige Intelligenzkomponente, obwohl er stattdessen andere haben kann. Daran sieht man, daß es ganz unterschiedliche Intelligenzformen geben kann. Ich selbst würde deshalb lieber sagen´, daß jeder Mensch sein jeweils eigenes Intelligenz-Gebäude hat, mit dem er denkt und an dem er sein Leben lang arbeitet und arbeiten muß, während das Gehirn (übrigens bei Geburt noch relativ leer) nur ein Relais ist. Zweifellos spielen bei der Entwicklung dieses Gebäudes aber auch das Umfeld und bestimmte sonstige äußere Faktoren eine wichtige Rolle. Daß eine 'wohlbehütete' Kindheit die Entwicklung beeinträchtigt und insofern tatsächlich intelligenzabträglich wäre, muß allerdings nicht sein, denn auch das hängt davon ab, wie der Einzelne darauf reagiert. Das kann ja auch eine Chance sein, indem sie ihn etwa freistellt, sich in der väterlichen Bibliothek umzusehen und dann weite Reisen zu machen usw. Ich selber hätte z.B. gerne Privatlehrer gehabt, die sich besser auf meine persönlichen Bedürfnisse eingestellt hätten.

Den Wissenshunger, ist er erst einmal angeregt , kann man nicht zerstören - die Möglichkeiten an Informationen und Wissen zu kommen, allerdings kann eingeschränkt werden . Kritik heisst unterscheiden können - rege ich von klein auf an, unterscheidend zu denken, im Sinne von "eine Sache von allen Seiten betrachten", fördere ich Kritikfähigkeit und rege das Denken an. Ist das nicht der Fall, wird das Wesen auch nicht unterscheidend denken (siehe Heinrich Mann, "der Untertan"). Ja, siehe Cindy Jackson, "die Barbiefrau", Mitglied im Mensaclub...

Im Gegenteil kann eine autoriäre gewalttätige Erziehung Kinder dazu bringen nicht nachzufragen. Wohlbehüteten Kindern wird nicht der Mund verboten oder mit Gewalt versucht das Gedankengut zu stoppen. Intelligenz ist finde ich auch relativ. Es gibt ja tatsächlich Menschen die sehr intelligent sind, aber sich nicht mal die Schnürsenkel zubinden können. Ich bin überzeugt davon, dass Intelligenz und Schönheit im Auge des Betrachters liegen und alle haben ihre Vor-und Nachteile. Außerdem hat ja auch jeder Mensch ein Talent und eine Schwäche. Ich kann z.B. mehrere Sprachen fließend. Mathe ist für mich ein Buch mit sieben Siegeln.

"Es gibt ja tatsächlich Menschen die sehr intelligent sind, aber sich nicht mal die Schnürsenkel zubinden können."

solche leute kenn ich gut: mich z.b.

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@Acer111111

Nur weil du dir nicht die Schnürsenkel zubinden kannst, heißt das nicht das du intelligent bist.^^ :P

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...zunächst mal schließ ich mich -im Wesentlichen- gern den Zeilen von @didis an.

Und ergänzend noch eben etwas anderes:

Es gibt innerhalb der Psychologie den Begriff der "Selbstaktualisierungs-Tendenz"; was nichts anderes meint, als das Bestreben eines jeden Menschen nach Entfaltung (und auch: Erhaltung) seiner Möglichkeiten - und das sowohl körperlich, als auch geistig-seelisch. Man kann das also betrachten als eine Art "übergeordnetes Prinzip" hinsichtlich der Entwicklung eines Menschen (sowie auch einer Entgegnung auf die "Sinnfrage" seines jeweiligen Daseins).

Dieses Prinzip mal vorausgesetzt würde ich schon davon ausgehen, dass zunächst mal jeder Mensch (wenn natürlich auch nicht "identische", aber immerhin doch) ganz ähnlich geartete Voraussetzungen und "Start-Bedingungen" in dieses Leben mit "hineinbringt".

Den "Intelligenz-Begriff" jedoch würd´ ich bei alldem ganz gern mal weitgehend außen vor lassen (weil dieser doch wirklich breit gefächert ist).

Was aber letztlich dann die Entwicklung (auch von weiterem Wissenshunger, Lernfreude, kritischem Denken u.ä.) hindert / fördert, das sind (zu einem Gutteil) dann die ganz ureigenen, persönlichen Erfahrungen, die uns im Laufe der Zeit begleiten und entsprechend prägen.

Und damit ist auch (aber sicher nicht nur!) die Erziehung im Elternhaus gemeint und angsprochen; sondern auch alle anderen Impulse, die (in Form von Menschen, Lebensumständen, Situationen...) auf uns einwirken....

Was bist Du denn für ein Philosoph??

Wenn "hochintelligente Menschen" "wenig bis keine kritische Gedanken haben" würden, dann solltest Du ihre hohe "Intelligenz" mal kritisch hinterfragen! Dito zu "...Menschen mit einem hohen Intellekt, die sich für absoult nichts außer Nichtigkeiten interessieren?"

Kritisch urteilende Menschen sind auch nicht unbedingt "intelligent"!

Kommt ganz drauf an wie du Intelligenz definierst. Ein hoher IQ heißt bei mir noch Lange nicht, dass diese Person besonders klug ist. Ich habe eine hochbegabte in meiner Klasse, die aber alles andere als wissbegierig ist. Nicht weil sie zu faul ist, nur sind ihr Dinge wie Klamotten viel wichtiger. Deshalb habe ich sie auch um ehrlich zu sein als durchschnittlich abgestempelt. Nur in Fächern wie Mathe und Chemie ist sie ein Ass. Ich hingegen (keine Ahnung wie hoch mein IQ ist) spreche 3 Sprachen fließend und lerne momentan meine Vierte. Künstlerisch bin ich Recht begabt und in Geschichte bin ich besser als viele andere. Dafür aber weniger bis durchschnittlich gut in Mathe und Chemie. Argumentieren kann sie auch nicht besonders gut.

Aber wieso meinst du dass wohlbehütete Kinder intelligenter sind als andere?

Abgesehen davon, daß die relativ neue Kategorie und Bezeichnung als 'Hochbegabter' ohnehin recht fragwürdig ist, scheinst ja nach allem du der oder die Hochbegabte zu sein, während sie offenbar zu den weniger begabten gehört. Was soll es denn, daß sie gut in Mathe usw, ist, wenn sie sich sonst nur für Klamotten, wie du sagst, interessiert? Dann ist sie eben eher eine sog. Kalenderidiotin.

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Du weichst ein wenig vom Thema ab...

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Ein kritisches Bewusstsein entwickelt man durch Sensibilität und Intelligenz - vor allem, wenn einem die Verhaltensweisen andrer Leute nicht schlüssig erscheinen. Ein kritisch Denkender fragt sich immer "warum" - ist also ein geborener Forscher und Analytiker.

Nachtrag: Dumme Leute nehmen alles so hin, wie es ist. Sie hinterfragen nichts, passen sich an, ohne an die Folgen zu denken. Intelligente Menschen sind kreativ genug, sich Alternativen auszudenken - ohne kritischen Geist hätte sich die Menschheit nie weiter entwickelt. http://psychotraining.beepworld.de

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Der Literat BRECHT gab schon die Antwort. "Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral" - der Wissensdurst und alles andere..

Wissenshunger ist nicht gleich kritischem Denken. Wissenshunger und kritisches Intelligenz spielen zwar gut zusammen sind aber unabhängig. Kritisches Denken muss man erst lernen und kann man nur schwer verlernen. Es gibt sicherlich hochintelligente Leute, die sich nur für Mist interessieren.

Hochintelligente Menschen haben wenig kritische Gedanken in Sachen für die Sie sich nicht primär interessieren. 

Weil die einfach kein Interesse daran haben, aber nicht weil die eine gepolsterte Kindheit hatten.

Wissenshunger ist "eine Komponente" der Intelligenz, Fachwissen, spezifisches Wissen ist keine Intelligenz, es ist angeeignetes Wissen, mehr nicht.

Intelligenz zeichnet sich nicht durch Wissenshunger aus, es ist die komplexe Anwendung von Logik, Kreativität, Verstand und Vernunft zu einem schlüssigem ganzen.

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