Hat Salman Rushdie die Götterdämmerung richtig verstanden?

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4 Antworten

In dem englischsprachigen Text in der Fragebeschreibung ist Ragnarök/Ragnarǫk der nordischen Mythologie mit der »Götterdämmerung« bei Richard Wagner (letzter Teil der Opern-Tetralogie »Der Ring des Nibelungen«) verwechselt bzw. durcheinandergebracht.

Ragnarök/Ragnarǫk (altnordisch, Plural, »Endschicksal der Götter«) in der nordischen Mythologie ist ein Weltende, dem eine Erneuerung der Welt folgt. In der neuen Welt leben zumindest auch manche der bisherigen Götter.

In der »Götterdämmerung« von Richard Wagner kommt es am Schluß zum Untergang der Götter und damit zu einer Welt ohne Götter. Dies ist aber nicht das Ende von allem. Den Rhein gibt es weiterhin und die Rheintöchter schwimmen in ihm. Männer und Frauen sehen aus den Trümmern der zusammengestürzten Gibichungenhalle dem Feuerschein am Himmel zu.

Ragnarök/Ragnarǫk (altnordisch, Plural, »Endschicksal der Götter«) ist in der nordischen Mythologie die Bezeichnung bei einer Eschatologie in den Götterliedern der Lieder-Edda, während Snorri Sturlusson in der Prosa-Edda (so wie die Lokasenna 39) durchweg ragna rökr/ragna rǫkr (»Götterdämmerung«) verwendet, was aber erst eine spätere (verfälschende) Umdeutung darstellt.

Hauptquelle für alle Vorstellungen vom Weltuntergang in der nordischen Mythologie sind die Völuspá/Vǫluspá Strophe 44 – 66 und deren kommentierte Prosabearbeitung durch Snorri Sturlusson in der Gylfaginning Kapitel 50 – 52.

Eine neue Welt taucht auf, die Asen treffen sich wieder auf Idavellir/Iðavöllr und die toten/gestorbenen Götter wie Balder/Baldr und Hödur/Höðr ziehen in die strahlenden Hallen. Hönir/Hoenir kann den Loszweig wählen.

Ereignisse bei der Welterneuerung nach der Prosa-Edda: Die Erde steigt ein zweites Mal aus dem Meer empor und ist wieder grünend. Gewässer strömen, ein Adler fliegt darüber, um auf dem Hochland Beute zu fangen. Die Götter Vidar/Víðarr und Vali/Váli, die sich aus dem Weltenbrand retten konnten, treffen sich auf der Ebene Idavellir/Iðavöllr (»Feld der Betriebsamkeit«), dem Ort des früheren Asgard/Ásgarðr. Sie erinnern sich an das, was geschah, die großen Ereignisse und die Geheimnisse Odins. Sie werden im Gras die Goldtafeln wiederfinden, die sie einst besaßen. Äcker werden wachsen, ohne besät zu sein. Thors Söhne Modi/Móði und Magni/Magni kommen ebenso nach Idavellir/Iðavöllr wie Balder und Höðr, beide der Hel entstiegen, die nun zusammen in den Wohnstätten ihres Vaters Odin/ Óðinn leben werden. In einer schönen Halle mit goldenem Dach werden treue Söhne wohnen und alle Zeit das Glück genießen. Die Sonne hatte eine Tochter geboren, die nun die Bahn der Mutter wandeln wird.

Bei Richard Wagner, Siegfried, 3. Aufzug 1. Szene will schon Wotan („Der Wanderer“), der sich mit Verträgen in Betrug, Gewalt, einen Fluch und Verlust von Handlungsspielraum verstrickt hat, das Ende der Götter und sagt zu Erda:

„Um der Götter Ende grämt mich die Angst nicht,  

seit mein Wunsch es will!“

Bei Richard Wagner, Götterdämmerung, 1. Aufzug, 3. Szene fordert Waltraute von Bründhilde ein erlösendes Wegwerfen des Ringes in den Rhein:

„Walhalls Elend zu enden,  

den verfluchten wirf in die Flut!“

Richard Wagner, Götterdämmerung, 1. Aufzug, 3. Szene verkündet Brünhilde in ihrem Schlußgesang:

„Fliegt heim, ihr Raben!  

Raunt es eurem Herren,  

was hier am Rhein ihr gehört!  

An Brünnhildes Felsen fahrt vorbei! -  

Der dort noch lodert, weiset Loge nach Walhall!  

Denn der Götter Ende dämmert nun auf.  

So - werf' ich den Brand in Walhalls prangende Burg.“

In der Szenenbeschreibung steht am Ende:

Aus den Trümmern der zusammengestürzten Halle sehen die Männer und Frauen in höchster Ergriffenheit dem wachsenden Feuerschein am Himmel zu. Als dieser endlich in lichtester Helligkeit leuchtet, erblickt man darin den Saal Walhalls, in welchem die Götter und Helden, ganz nach der Schilderung Waltrautes im ersten Aufzuge, versammelt sitzen. Helle Flammen scheinen in dem Saal der Götter aufzuschlagen. Als die Götter von den Flammen gänzlich verhüllt sind, fällt der Vorhang.“

Richard Wagner hat mehrfach Fassungen verändert, wobei es unterschiedliche Einflüsse auf die Gesamtauffassung gegeben hat. Die schließlich erstellte Fassung ist darin, was das Ende der Götter genau bedeutet und was dann kommt, in einigen Hinsichten für unterschiedliche Deutungen offen. Auf jeden Fall steht am Ende ein Untergang der Götterwelt, aber nicht der ganzen Welt überhaupt.

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Gemeint ist hier das Ende aller irdisch von Menschen vorgestellten Götter (im Vergleich zu einem wahren, aber größtenteils nicht erkennbaren Gott). Es ist auch nicht das Ende von allem, sondern nur von dem, was Platz macht, für das wahre Leben.

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Salman Rushdie hat vor allem den Islam richtig verstanden und sich in seinem Buch 'Die satanischen Verse' über die Möchtegerngelehrten darinnen lustig gemacht.

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blödsinn - da geht es lediglich um interpretationen  und auslegungsfragen.

 die götterdämmerung ist doch nur ein mythos.


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Kommentar von Sturmhauch
11.07.2017, 00:30

Ja, ich meine den Mythos.

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