Hat Rückenwind einen positiven Effekt auf Schiffe so wie bei Flugzeugen?

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Hallo, in der Berufsschifffahrt hat der Windeffekt einen deutlich geringeren Stellenwert als in der Sportschifffahrt oder in der Luft. Natürlich, wie meine Vorgänger richtig sagten: der Reibungswiderstand im Wasser ist ein deutlich stärkerer und zu Recht tatsächlich auch beachtens- und berechnungswerter Faktor in der Praxis. Der einzige positive Effekt, den ich einem schiebenden Wind abgewinnen kann, ist die Stille, die trotz Sturm das mitlaufende Schiff umgibt, das ist deutlich angenehmer als wenn sich der Wind sehr lautstark an den vielen Kanten, Leinen, Antennen, Rohren der Aufbauten bricht. In der Praxis rechnen wir nicht mit einem bremsenden oder "pushenden" Wind, dessen Werte sich über längere Distanzen eh aufheben werden, wenn auch auf kurzen Strecken eine kompensierende Mehr/Minderleistung des Antriebes durchaus sinnvoll und notwendig werden kann (besonders bei Fähren, die auf kurzen Strecken einen Termin halten müssen). Die Summe aller Überlagerung der Faktoren Wind, Seegang und Strömung zwingt einen ohnehin zu einer variablen Anpassung der Motordrehzahl, wobei Wind der am ehesten zu vernachlässigende Faktor ist, es sei denn, man befindet sich in einem extremen Starkwindgebiet (Hurrikan, Taifun u. ä.), wo man ganz sicherlich den Wind als natürliche Unterstützung zum schnellsten und sichersten Verlassen des Gebietes durchaus mitnutzen würde. Das wäre ein Sonderfall.

Ja, Wind hat einen Einfluss. Zumal oberflächliche Wasserschichten auch durch den Wind bewegt werden, wodurch nicht nur Rückenwind, sondern auch ein Wasserstrom in die entsprechende Richtung entsteht.

Wenn ich mich irre, korrigiert mich bitte. Ich weiß nämlich ehrlich gesagt nicht, bis zu welcher Wassertiefe der Effekt spürbar ist und ob er damit entscheidend für die Schiffe ist.

Bei der Schifffahrt ohne Segel ist der Einfluss des Windes verschwindend klein wegen des vergleichsweise großen Widerstandes im Wasser. Beim Auto bewirkt der Wind schon wesentlich mehr.

Bei Flugzeugen kannst Du die Geschwindigkeit des Rückenwindes einfach auf deren Eigengeschwindigkeit addieren, um zur effektiven Geschwindigkeit zu kommen.

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